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Handwerk & Produktion

Anlagenmechaniker HLS in der Wohnungsmodernisierung

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit Schwerpunkt Wohnungsmodernisierung erneuern Bäder, Heizungen und Leitungen in bewohnten oder leerstehenden Wohnungen. Sie arbeiten meist im Bestand, oft im Auftrag von Wohnungsgesellschaften.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Anlagenmechaniker HLS in der Wohnungsmodernisierung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.850 € 3.200 € 34.200 €
Mit Berufserfahrung 2.950 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 4.900 € 48.000 €

In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Bezahlung nach dem Rahmentarifvertrag des SHK-Handwerks des jeweiligen Bundeslandes, mit deutlichem Abstand zwischen Ost und West. Frei verhandelnde Betriebe zahlen wegen des Fachkräftemangels oft darüber; Montagezuschläge, Notdienstpauschalen und Überstunden erhöhen das reale Einkommen erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Anlagenmechaniker HLS in der Wohnungsmodernisierung?

Der Arbeitsplatz ist die einzelne Wohnung, nicht der Neubau. Alte Gussleitungen kommen heraus, neue Verbundrohre werden gepresst, Bäder werden komplett zurückgebaut und neu aufgebaut. Dazu kommen der Austausch von Gasthermen und Heizkesseln, das Setzen von Heizkörpern, der Anschluss von Küchen und die Montage von Vorwandinstallationen. Häufig wird strangweise gearbeitet: Die Steigleitung eines ganzen Hauses wird über mehrere Wochen erneuert, Wohnung für Wohnung, während Mieter darin leben.

Das prägt den Alltag stärker als die Technik selbst. Wasser darf nur begrenzte Zeit abgestellt sein, Termine mit Bewohnern müssen eingehalten werden, Staubschutz und Sauberkeit gehören zur Leistung. Wer mit Menschen nicht reden mag, hat es in diesem Segment schwer. Nach der Montage folgen Dichtheitsprüfung, Spülen der Leitungen, Dokumentation und die Abnahme mit dem Bauleiter oder der Hausverwaltung.

Wie wird man Anlagenmechaniker HLS in der Wohnungsmodernisierung?

Grundlage ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk oder in der Industrie. Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein, entscheidend sind Mathematik und technisches Verständnis. In der Ausbildung wird geschweißt, gelötet, gepresst, gebogen, dazu kommen Hydraulik, Regelungstechnik und Trinkwasserhygiene.

Die Spezialisierung auf Modernisierung ergibt sich über den Betrieb: Firmen, die für kommunale Wohnungsunternehmen oder Genossenschaften arbeiten, machen fast nur Bestandssanierung. Ein Quereinstieg über Helfertätigkeiten ist verbreitet und wird von vielen Firmen wegen des Personalmangels akzeptiert, führt ohne Gesellenbrief aber selten über die Montagehilfe hinaus. Eine Umschulung mit Abschlussprüfung bei der Handwerkskammer ist der solidere Weg.

Was der Beruf verlangt

Körperlich ist die Arbeit fordernd: knien, über Kopf montieren, in engen Schächten arbeiten, Kessel und Wannen tragen, mit Bohrhammer und Trennschleifer in Staub und Lärm. Rückenprobleme und Knieschäden sind in diesem Beruf keine Seltenheit. Im Bestand kommen Überraschungen dazu, etwa Asbest in alten Kleberesten, unbekannte Leitungswege oder morsche Decken.

Die Arbeitszeit ist meist geregelt, Frühbeginn ab sieben Uhr ist üblich, Überstunden sammeln sich in der Fertigstellungsphase. Wechselnde Einsatzorte innerhalb einer Stadt oder Region gehören dazu, teilweise Montage mit Übernachtung. Belastend ist häufig der Termindruck, weil Fliesenleger, Elektriker und Maler direkt nachrücken. Bereitschaftsdienste für Rohrbrüche und Heizungsausfälle kommen bei Firmen mit Wartungsverträgen hinzu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Der Wohnungsbestand ist alt, Leitungen und Heizungen erreichen ihr Lebensende, dazu kommt der Umbau auf Wärmepumpen und der Austausch alter Gasheizungen. Fachkräfte in diesem Bereich finden nahezu überall Arbeit, viele Betriebe suchen dauerhaft.

Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter und Obermonteur zum Bauleiter oder Kundendiensttechniker. Mit der Meisterprüfung ist die Betriebsleitung oder ein eigener Betrieb möglich, ebenso die Ausbildung von Nachwuchs. Wer sich auf Wärmepumpen, Trinkwasserhygiene nach VDI 6023 oder Lüftungstechnik spezialisiert, verhandelt besser. Alternativ öffnen Weiterbildungen zum Techniker oder ein Studium im Bereich Versorgungstechnik den Weg in Planung und Projektsteuerung.

Aufgaben

  • Alte Trinkwasser- und Abwasserleitungen demontieren und erneuern
  • Bäder komplett zurückbauen und neu installieren
  • Heizkessel, Gasthermen und Heizkörper austauschen
  • Vorwandinstallationen setzen und Sanitärobjekte montieren
  • Leitungen pressen, löten, schweißen und Dichtheitsprüfungen durchführen
  • Anlagen spülen, einregulieren und in Betrieb nehmen
  • Termine mit Mietern abstimmen und Arbeitsbereiche staubdicht abschotten
  • Aufmaß, Materialbestellung und Dokumentation der ausgeführten Leistung

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder vergleichbare Qualifikation
  • Körperliche Belastbarkeit, Arbeiten im Knien und über Kopf
  • Sorgfalt bei Dichtheit und Trinkwasserhygiene
  • Freundlicher Umgang mit Bewohnern in bewohnten Wohnungen
  • Führerschein Klasse B für Fahrten zu wechselnden Baustellen
  • Bereitschaft zu Notdienst oder Rufbereitschaft in vielen Betrieben

Wo man arbeitet

  • SHK-Handwerksbetriebe
  • Sanierungs- und Modernisierungsunternehmen
  • Technische Abteilungen von Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften
  • Facility-Management-Dienstleister
  • Bauunternehmen mit eigener Haustechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in Betrieb und Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Die Spezialisierung auf Wohnungsmodernisierung erfolgt danach über die Praxis im Betrieb. Umschulungen für Erwachsene dauern etwa zwei bis zweieinhalb Jahre.

Offene Stellen als Anlagenmechaniker HLS in der Wohnungsmodernisierung

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