Angestellte:r Fachberater im Vertrieb
Fachberater im Vertrieb beraten Kunden zu erklärungsbedürftigen Produkten, erstellen Angebote und begleiten den Verkauf von der ersten Anfrage bis zum Abschluss. Sie arbeiten angestellt im Innen- oder Außendienst und verbinden Fachwissen über das Produkt mit Verkaufsarbeit.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Angestellte:r Fachberater im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.800 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 4.000 € | 5.000 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.200 € | 7.000 € | 62.400 € |
Entscheidend sind Branche und variabler Anteil: In der Metall- und Elektroindustrie oder im Chemiebereich zahlen Tarifverträge wie der Manteltarifvertrag der IG Metall deutlich mehr als der nicht tarifgebundene Fachhandel. Provisionen und Zielprämien machen je nach Unternehmen zehn bis dreißig Prozent des Jahresverdienstes aus und schwanken mit dem Geschäftsverlauf.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fachberater im Vertrieb?
Fachberater im Vertrieb verkaufen Produkte, die man nicht einfach aus dem Regal nimmt: Maschinen, Bauelemente, Software, Medizintechnik, Sanitärsysteme, Finanzprodukte oder Betriebsstoffe. Der Arbeitstag besteht aus Kundengesprächen, technischer Klärung und Schreibarbeit. Anfragen kommen per Telefon, Mail oder über das Ladenlokal herein, werden auf Machbarkeit geprüft, mit Technik oder Einkauf abgestimmt und in ein Angebot übersetzt. Danach folgt das Nachfassen: Wer hat noch nicht geantwortet, wo hakt es am Preis, welcher Wettbewerber liegt vorn.
Ein großer Teil der Arbeit läuft im CRM-System. Gesprächsnotizen, Angebotsstände, Wiedervorlagen und Umsatzzahlen werden dort dokumentiert, weil Vorgesetzte und Nachfolger darauf zugreifen müssen. Dazu kommen Reklamationen, Liefertermine, die nicht halten, und Kunden, die eine Sonderlösung wollen, die es so nicht gibt. Im Außendienst gehören Fahrten zu Kunden, Baustellen oder Messen dazu, im Innendienst überwiegt der Schreibtisch mit Telefon und Headset.
Wie wird man Fachberater im Vertrieb?
Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel. In technischen Branchen wird oft ein handwerklicher oder technischer Abschluss verlangt, ergänzt durch Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Für anspruchsvolle Investitionsgüter setzen Unternehmen häufig ein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaft oder einem technischen Fach voraus.
Der Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld verbreitet und funktioniert vor allem über Fachwissen: Wer ein Produkt aus der Praxis kennt, weil er es montiert, gewartet oder eingesetzt hat, wird von Herstellern und Händlern gern in die Beratung geholt. Verkaufstechnik lässt sich in Schulungen nachholen, Produktkenntnis kaum. Kammern bieten geregelte Weiterbildungen wie Fachberater im Vertrieb oder Fachwirt für Vertrieb an.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit wird an Zahlen gemessen. Umsatzziele, Deckungsbeiträge, Abschlussquoten und Besuchsfrequenzen sind meist monatlich festgeschrieben, und ein schlechtes Quartal fällt sofort auf. Ein variabler Gehaltsanteil verstärkt diesen Druck. Ablehnung gehört zum Alltag: Die meisten Angebote führen nicht zum Auftrag, und Kunden reagieren nicht immer freundlich.
Die Arbeitszeiten liegen überwiegend in üblichen Bürozeiten, im Außendienst verschiebt sich das durch Fahrzeiten und Abendtermine. Reisetätigkeit von zwei bis vier Tagen pro Woche ist in vielen Positionen normal und lässt sich mit festen Familienzeiten nur eingeschränkt vereinbaren. Wer ungern telefoniert, Konflikten ausweicht oder Dokumentation als Nebensache betrachtet, wird in diesem Beruf unglücklich.
Aussichten
Vertriebspositionen mit Fachwissen sind schwer zu besetzen, weil Produktkenntnis und Verkaufsbereitschaft selten zusammenkommen. Die Nachfrage ist stabil, schwankt aber mit der Konjunktur der jeweiligen Branche: Im Maschinen- und Baubereich sinkt die Zahl der Stellen in schwachen Jahren deutlich.
Entwicklungswege führen vom Innendienst in den Außendienst, von der Fläche zur Betreuung von Schlüsselkunden, weiter zur Vertriebs- oder Regionalleitung. Alternativen sind Produktmanagement, technischer Support oder Vertriebsschulung. Digitale Vertriebskanäle verändern die Arbeit: Standardgeschäft wandert in Onlineportale ab, während Beratung bei komplexen Lösungen an Bedeutung gewinnt.
Aufgaben
- Kunden telefonisch, digital und vor Ort zu Produkten beraten
- Angebote kalkulieren, schreiben und nachverfolgen
- Preise und Lieferkonditionen im vorgegebenen Rahmen verhandeln
- Anfragen technisch klären und mit Konstruktion, Einkauf oder Logistik abstimmen
- Kundendaten, Gesprächsverläufe und Umsätze im CRM-System pflegen
- Reklamationen und Lieferverzögerungen bearbeiten
- Neukunden akquirieren und bestehende Kundenbeziehungen ausbauen
- Messen, Hausausstellungen und Produktschulungen begleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische oder technische Berufsausbildung, je nach Branche ein Studium
- Fachwissen über die verkauften Produkte oder die Bereitschaft, es gründlich aufzubauen
- sicheres Auftreten am Telefon und im persönlichen Gespräch
- Belastbarkeit gegenüber Zielvorgaben und Ablehnung
- Sorgfalt bei Kalkulation, Angeboten und Dokumentation
- Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft für Außendienstpositionen
- Englischkenntnisse bei international tätigen Unternehmen
Wo man arbeitet
- Groß- und Fachhandelsunternehmen
- Industrie- und Maschinenbaubetriebe
- Hersteller technischer Konsum- und Investitionsgüter
- IT- und Softwarehäuser
- Versicherungen, Banken und Finanzdienstleister
- Handwerksbetriebe mit eigener Verkaufsabteilung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Alternativ führt ein technischer Ausbildungsberuf mit späterer Weiterbildung zum Techniker, Meister oder Fachberater im Vertrieb in die Beratung. In technisch komplexen Branchen ist ein Bachelorstudium in Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft mit sechs bis sieben Semestern verbreitet.
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