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Finanzen & Controlling

Agenturleiter Versicherung

Agenturleiter in der Versicherung führen eine Versicherungsagentur, betreuen den bestehenden Kundenbestand und gewinnen neue Kunden. Sie tragen Umsatzverantwortung und führen häufig ein kleines Team aus Beratern und Bürokräften.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Agenturleiter Versicherung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.600 € 4.600 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 5.000 € 6.800 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.800 € 11.000 € 81.600 €

Angestellte Agenturleiter fallen häufig unter den Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, der ein festes Grundgehalt sichert. Bei selbstständigen Agenturinhabern besteht das Einkommen überwiegend aus Abschluss- und Bestandsprovisionen und schwankt daher stark mit Bestandsgröße, Region und Neugeschäft - nach unten wie nach oben deutlich über die genannten Werte hinaus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Agenturleiter Versicherung?

Ein Agenturleiter führt eine Geschäftsstelle oder Agentur eines Versicherungsunternehmens, meist als selbstständiger Vertreter nach § 84 HGB, seltener als Angestellter. Der Arbeitstag besteht aus zwei Hälften: Vertrieb und Betriebsführung. Auf der Vertriebsseite stehen Beratungsgespräche zu Sach-, Lebens-, Kranken- und Gewerbeversicherungen, Bedarfsanalysen, Angebotsvergleiche, Vertragsabschlüsse und die Begleitung im Schadenfall. Auf der Betriebsseite geht es um Bestandspflege, Terminplanung, Marketing im Umkreis, Kosten der Agentur, Einhaltung von Beratungs- und Dokumentationspflichten sowie um die Führung der Mitarbeiter: Kundenberater, Auszubildende, Bürokräfte.

Agenturleiter arbeiten mit klaren Zielvorgaben der Versicherungsgesellschaft, meist quartalsweise gemessen an Neugeschäft, Bestandsentwicklung und Storno. Ein erheblicher Teil der Zeit fließt in Kontaktaufnahme: Empfehlungen nachgehen, Bestandskunden zu Anlässen wie Hausbau, Geburt oder Ruhestand ansprechen, Termine bestätigen. Dazu kommen Pflichtschulungen, Produktupdates und die Dokumentation im Bestandssystem.

Wie wird man Agenturleiter Versicherung?

Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, drei Jahre im dualen System. Danach folgen einige Jahre als Kundenberater oder Vertriebsmitarbeiter, oft ergänzt durch die Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt oder zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Auch ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Versicherung oder ein Abschluss an einer Versicherungsakademie öffnet den Weg. Quereinstiege sind verbreitet, vor allem aus Banken, dem Handel oder anderen vertriebsnahen Berufen. Erforderlich ist dann die Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann nach § 34d Gewerbeordnung und die Eintragung im Vermittlerregister. Wer eine Agentur selbstständig übernimmt, braucht zusätzlich eine Gewerbeerlaubnis und Startkapital.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf lebt vom Ergebnis. Ein großer Teil des Einkommens ist provisionsabhängig, und schwache Monate wirken unmittelbar. Wer keine Freude daran hat, Menschen anzusprechen, auch ungefragt, wird in dieser Rolle nicht bestehen. Ablehnung gehört zum Alltag, ebenso die Rechtfertigung von Beitragserhöhungen und abgelehnten Schadenmeldungen. Abende und Samstage sind übliche Beratungszeiten, weil Kunden dann Zeit haben; die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt bei Selbstständigen fast völlig.

Hinzu kommt Bürokratie: Beratungsprotokolle, IDD-Weiterbildungspflicht von mindestens 15 Stunden im Jahr, Datenschutz, Nachweise gegenüber der Gesellschaft. Als Selbstständiger trägt man Miete, Personalkosten und die eigene Altersvorsorge. Der Ruf der Branche ist ambivalent, und man muss ihn im Einzelgespräch immer wieder widerlegen.

Aussichten

Die Zahl der Agenturen sinkt seit Jahren, weil Gesellschaften ihre Netze verdichten und einfache Produkte online verkauft werden. Gleichzeitig gehen viele Agenturinhaber in den Ruhestand, ohne Nachfolger zu finden - für Einsteiger entstehen dadurch Übernahmechancen mit vorhandenem Bestand. Gefragt bleibt persönliche Beratung bei komplexen Themen: Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Gewerbe- und Landwirtschaftsrisiken. Entwicklungswege führen zur größeren Generalagentur, in die Bezirks- oder Vertriebsleitung der Gesellschaft, in die Spezialisierung als Makler oder in die Ausbildung von Nachwuchsvermittlern.

Aufgaben

  • Kunden zu Vorsorge-, Sach- und Krankenversicherungen beraten
  • Bedarfsanalysen erstellen und Angebote vergleichen
  • Bestandskunden pflegen und Verträge anpassen
  • Neukunden über Empfehlungen und Aktionen gewinnen
  • Kunden im Schadenfall begleiten und mit der Gesellschaft abstimmen
  • Mitarbeiter der Agentur führen, einarbeiten und einteilen
  • Umsatzziele, Kosten und Stornoquoten der Agentur steuern
  • Beratungen dokumentieren und gesetzliche Weiterbildung nachweisen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation
  • Sachkundenachweis nach § 34d GewO und Eintrag im Vermittlerregister
  • Mehrjährige Vertriebserfahrung, idealerweise in der Versicherungsbranche
  • Belastbarkeit im Umgang mit Ablehnung und Zielvorgaben
  • Führerschein und Bereitschaft zu Außenterminen
  • Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft, bei Selbstständigkeit auch Startkapital

Wo man arbeitet

  • Selbstständige Versicherungsagenturen und Generalagenturen
  • Geschäftsstellen von Versicherungsgesellschaften
  • Versicherungsmaklerbüros
  • Beim Kunden zu Hause oder im Betrieb
  • Bank- und Finanzvertriebe mit Versicherungsgeschäft

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, gefolgt von mehreren Jahren im Kundenvertrieb. Für die Leitung einer Agentur kommt meist eine Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt oder Fachwirt für Versicherungen und Finanzen hinzu. Quereinsteiger qualifizieren sich über die Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann IHK, die in einigen Monaten berufsbegleitend zu erreichen ist.

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