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Vertrieb & Kundenservice

Account Manager Engineering

Account Manager Engineering betreuen Industriekunden bei technisch erklärungsbedürftigen Produkten und Anlagen: von der ersten Anfrage über die Auslegung bis zum Vertragsabschluss und der langfristigen Kundenbeziehung. Der Beruf verbindet technisches Verständnis mit Vertriebsarbeit.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Account Manager Engineering verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

Ein erheblicher Teil des Einkommens ist variabel und an Umsatz- oder Deckungsbeitragsziele gekoppelt, üblich sind zehn bis dreißig Prozent des Gesamtpakets; dazu kommt oft ein Dienstwagen zur privaten Nutzung. Tarifgebundene Betriebe der Metall- und Elektroindustrie zahlen nach IG-Metall-Tarif meist stabiler, aber mit geringerer Spitze als frei verhandelnde Mittelständler und Konzerne.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Account Manager Engineering?

Ein Account Manager Engineering verkauft keine Standardware, sondern Maschinen, Komponenten, Automatisierungslösungen oder Software, die auf die Anlage des Kunden zugeschnitten werden muss. Der Arbeitstag besteht aus Kundengesprächen, Angebotskalkulation und Abstimmung mit der eigenen Konstruktion. Kommt eine Anfrage herein, klärt der Account Manager zunächst die technischen Randbedingungen: Welche Leistung, welche Schnittstellen, welche Normen, welcher Termin. Danach entsteht mit Applikationstechnik und Kalkulation ein Angebot, das technisch belastbar und preislich wettbewerbsfähig ist.

Dazu kommt die Bestandskundenpflege. Ein fester Kundenkreis, oft ein oder zwei Dutzend Unternehmen, wird über Jahre betreut. Man kennt die Einkäufer, die Instandhalter und die Werksleiter, besucht Produktionsstandorte, begleitet Inbetriebnahmen und klärt Reklamationen. Ein erheblicher Teil der Arbeit besteht darin, im eigenen Haus für den Kunden zu verhandeln: Liefertermine vorziehen, Sonderlösungen durchsetzen, Zahlungsziele abstimmen. Hinzu kommen Umsatzplanung, Pflege des CRM-Systems, Forecast-Meetings und Messeauftritte.

Wie wird man Account Manager Engineering?

Der häufigste Weg führt über ein ingenieurwissenschaftliches Studium, meist Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus dem technischen Innendienst, dem Service oder der Applikationstechnik: Wer die Produkte kennt und gern mit Kunden spricht, wechselt nach einigen Jahren in den Außendienst. Auch Techniker und Meister mit langer Produktkenntnis kommen in diese Rolle, ebenso Kaufleute, die sich technisches Wissen erarbeitet haben.

Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht. Unternehmen legen Wert auf Produktschulungen, Verhandlungstraining und Vertriebsmethodik, die intern oder über Weiterbildungsanbieter vermittelt werden. Englisch ist bei international tätigen Firmen Pflicht, weitere Sprachen helfen im Exportgeschäft.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist zahlengetrieben. Umsatzziele werden jährlich vereinbart, ein Teil des Einkommens hängt an ihrer Erfüllung, und in schwachen Quartalen wird das spürbar. Wer Druck durch Zielvorgaben schlecht verträgt, ist hier falsch.

Reisetätigkeit gehört dazu, je nach Gebiet ein bis vier Tage pro Woche, im Exportvertrieb mit Flügen und mehrtägigen Auslandsaufenthalten. Abendliche Rückfahrten, Büroarbeit am Wochenende und Erreichbarkeit außerhalb der Kernzeiten sind üblich. Vertriebszyklen im Anlagengeschäft dauern Monate bis Jahre, was Geduld verlangt; gleichzeitig muss man Absagen wegstecken, an denen wochenlange Arbeit hängt. Die Doppelrolle zwischen Kundenwunsch und den Grenzen der eigenen Fertigung führt regelmäßig zu Konflikten, die man aushalten und moderieren muss.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis gut. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie und die Automatisierungsbranche finden schwer Leute, die Technik verstehen und zugleich verkaufen können; genau diese Kombination ist knapp. Konjunkturelle Schwankungen in Automotive und Bauwirtschaft wirken sich allerdings unmittelbar auf Vertriebsstellen aus.

Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für Großkunden, zur Vertriebsleitung eines Gebiets oder einer Sparte, ins Produktmanagement oder in die Geschäftsentwicklung. Wer bereit ist, ins Ausland zu gehen, kann eine Landesgesellschaft aufbauen oder leiten. Branchenkenntnis und ein gewachsenes Kontaktnetz sind das eigentliche Kapital und machen einen Wechsel zu Wettbewerbern vergleichsweise leicht.

Aufgaben

  • Technische Anfragen aufnehmen und mit dem Kunden die Spezifikation klären
  • Angebote kalkulieren, erstellen und nachfassen
  • Preise, Liefertermine und Vertragsbedingungen verhandeln
  • Bestandskunden am Standort besuchen und Anlagen vor Ort begutachten
  • Mit Konstruktion, Applikationstechnik und Fertigung Lösungen abstimmen
  • Umsatzplanung, Forecast und CRM-Daten pflegen
  • Neukunden akquirieren und Marktpotenziale im Gebiet bewerten
  • Messen, Kundentage und technische Schulungen begleiten

Voraussetzungen

  • Technisches Studium, Technikerabschluss oder vergleichbare Produkterfahrung
  • Sicheres Verständnis für Zeichnungen, Datenblätter und technische Auslegungen
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit bei Umsatzzielen
  • Bereitschaft zu regelmäßigen Reisen und Führerschein Klasse B
  • Gutes Englisch, im Exportgeschäft verhandlungssicher
  • Selbstorganisation, da vieles ohne tägliche Aufsicht vom Homeoffice oder Auto aus läuft

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Elektrotechnik- und Automatisierungsunternehmen
  • Zulieferer der Automobil- und Chemieindustrie
  • Technische Handelshäuser und Distributoren
  • Anbieter von Industriesoftware
  • Ingenieurdienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit sechs bis zehn Semestern. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus technischem Innendienst, Service oder Applikationstechnik nach einer gewerblich-technischen Ausbildung mit Techniker- oder Meisterabschluss. Die vertriebliche Qualifikation wird meist berufsbegleitend über Produktschulungen und Verhandlungstrainings aufgebaut.

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