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Logistik & Verkehr

Zugverkehrssteuerer

Zugverkehrssteuerer lenken von Stellwerken aus den Zugverkehr: Sie stellen Fahrwege und Signale, überwachen Züge und greifen bei Störungen ein. Der Beruf läuft im Wechselschichtdienst rund um die Uhr.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Zugverkehrssteuerer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.500 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Bei der Deutschen Bahn richtet sich die Bezahlung nach dem Branchentarifvertrag mit EVG bzw. GDL; Schicht-, Nacht-, Sonn- und Feiertagszulagen erhöhen das tatsächliche Monatsentgelt deutlich über die hier genannten Grundwerte. Bei kleineren privaten Infrastrukturbetreibern liegt das Niveau teils niedriger.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Zugverkehrssteuerer?

Zugverkehrssteuerer entscheiden, welcher Zug wann über welches Gleis fährt. Sie arbeiten in Stellwerken, teils in älteren Anlagen mit Hebeln und Tastenpulten, teils in modernen Betriebszentralen mit Bildschirmarbeitsplätzen, von denen aus große Streckenabschnitte gesteuert werden. Zu ihrer Arbeit gehört das Stellen von Weichen und Signalen, das Freigeben und Sichern von Fahrwegen sowie die Überwachung der Zugfolge auf den zugewiesenen Abschnitten.

Ein großer Teil des Tages besteht aus Beobachten, Vergleichen mit dem Fahrplan und Kommunikation: mit Lokführern per Funk, mit Nachbarstellwerken, mit Disponenten, mit Bautrupps im Gleis. Verspätet sich ein Zug, muss die Reihenfolge neu geordnet werden, oft in Sekunden und mit Folgen für ganze Strecken. Bei Störungen an Signalen, Bahnübergängen oder Fahrzeugen gelten festgelegte Ersatzverfahren, die schriftlich dokumentiert werden. Auch Sperrungen von Gleisen für Bauarbeiten und die Sicherung von Personen im Gleisbereich laufen über den Zugverkehrssteuerer.

Wie wird man Zugverkehrssteuerer?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst mit Fachrichtung Fahrweg. Voraussetzung ist in der Regel ein guter Hauptschul- oder ein Realschulabschluss. Für Quereinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Berufserfahrung bieten die Eisenbahnunternehmen Umschulungen an, die je nach Vorkenntnissen und Stellwerkstechnik mehrere Monate bis etwa ein Jahr dauern und mit einer Prüfung nach den betrieblichen Regelwerken enden. Vor der Einstellung stehen ein Eignungstest und eine betriebsärztliche Untersuchung, die Anforderungen an Sehvermögen, Hörvermögen, Farbsehen und psychische Belastbarkeit prüft. Wer die Tauglichkeit nicht erreicht, kann den Beruf nicht ausüben. Nach der Grundqualifizierung folgt eine Einweisung auf das konkrete Stellwerk; ein Wechsel des Arbeitsplatzes bedeutet immer erneute Ortskundeschulung.

Was der Beruf verlangt

Der Betrieb läuft ohne Unterbrechung, also auch die Arbeit: Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst, Wochenenden und Feiertage. Wer Wechselschicht schlecht verträgt, wird in diesem Beruf nicht glücklich. Viele Stellwerke sind Einzelarbeitsplätze in abgelegener Lage, was für manche angenehm ruhig und für andere einsam ist. Die Verantwortung ist hoch, denn Fehler beim Stellen eines Fahrwegs können Menschen gefährden. Gleichzeitig sind lange Phasen wenig ereignisreich, und genau darin liegt die Schwierigkeit: Aufmerksamkeit über Stunden halten und im Störungsfall sofort strukturiert handeln. Regelwerke müssen genau eingehalten und Vorgänge belegbar dokumentiert werden. Personalengpässe führen dazu, dass Dienste getauscht, Überstunden geleistet und Urlaubswünsche nicht immer erfüllt werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte hoch bleiben, weil viele Beschäftigte altersbedingt ausscheiden und der Schienenverkehr ausgebaut wird. Wer die Tauglichkeit erfüllt und Schichtdienst akzeptiert, findet in der Regel eine unbefristete Stelle, auch als Quereinsteiger in mittlerem Alter. Entwicklungswege führen zum Fahrdienstleiter in großen Betriebszentralen, in die Disposition, in die Ausbildung neuer Kollegen, zum Betriebsplaner oder über eine Fortbildung zum Meister oder Fachwirt in Aufsichts- und Führungsfunktionen. Die zunehmende Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik verändert die Arbeitsplätze: Kleine Stellwerke werden aufgelöst, die Steuerung wandert in zentrale Standorte. Das kann einen Ortswechsel bedeuten, macht den Beruf selbst aber nicht überflüssig.

Aufgaben

  • Weichen, Signale und Fahrwege für Züge stellen und sichern
  • Zugfolge und Fahrplanlage auf dem zugewiesenen Abschnitt überwachen
  • Funkgespräche mit Lokführern, Nachbarstellwerken und Disposition führen
  • Bei Verspätungen die Reihenfolge der Züge neu ordnen
  • Störungen an Signalen, Weichen und Bahnübergängen erkennen und Ersatzverfahren anwenden
  • Gleissperrungen für Bauarbeiten einrichten und Arbeitsstellen sichern
  • Betriebsvorgänge und Unregelmäßigkeiten schriftlich dokumentieren

Voraussetzungen

  • Mindestens guter Hauptschulabschluss, häufig Realschulabschluss erwartet
  • Betriebsdiensttauglichkeit nach ärztlicher Untersuchung, einschließlich normalem Farbsehen
  • Bereitschaft zu Wechselschicht, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Anhaltende Konzentrationsfähigkeit und ruhiges Handeln unter Zeitdruck
  • Sorgfalt im Umgang mit Regelwerken und Dokumentation
  • Klare, verständliche Kommunikation über Funk und Telefon

Wo man arbeitet

  • Stellwerke an Bahnstrecken und in Bahnhöfen
  • Zentrale Betriebszentralen der Eisenbahninfrastrukturunternehmen
  • Rangier- und Güterbahnhöfe
  • Private Eisenbahninfrastruktur- und Hafenbahnunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinsteiger mit Berufsabschluss durchlaufen eine Umschulung von mehreren Monaten bis etwa einem Jahr, ebenfalls mit betrieblicher Prüfung. Anschließend folgt immer eine Einweisung auf die jeweilige Stellwerkstechnik und Ortskunde.

Offene Stellen als Zugverkehrssteuerer

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