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Gesundheit & Pflege

Zentrale Praxisanleitung

Zentrale Praxisanleitungen organisieren und begleiten die praktische Ausbildung von Pflegeauszubildenden in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Diensten. Sie sind freigestellte Pflegefachkräfte mit pädagogischer Zusatzqualifikation, die zwischen Pflegeschule, Station und Auszubildenden vermitteln.

20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Zentrale Praxisanleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.300 € 4.800 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 4.800 € 5.600 € 57.600 €

In kirchlichen und öffentlichen Häusern richtet sich die Vergütung nach TVöD-P, AVR Caritas oder AVR Diakonie, meist in der Entgeltgruppe P8 bis P10 mit Zulage für die Anleitungsfunktion; entscheidend sind Stufe nach Berufsjahren und ob die Stelle als reine Anleitung oder mit Koordinationsverantwortung eingruppiert ist. Privat geführte Altenhilfeeinrichtungen zahlen häufig weniger, wegfallende Schicht- und Wochenendzulagen können den Wechsel von der Station netto verschlechtern.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Zentrale Praxisanleitung?

Die Zentrale Praxisanleitung ist eine erfahrene Pflegefachkraft, die ganz oder überwiegend von der Arbeit am Bett freigestellt ist und stattdessen die praktische Ausbildung im Betrieb steuert. Sie plant, welche Auszubildenden wann auf welcher Station eingesetzt werden, sorgt dafür, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Anleitungsstunden tatsächlich stattfinden, und dokumentiert sie. Sie führt Erstgespräche, Zwischengespräche und Abschlussgespräche, nimmt Auszubildende zu geplanten Anleitungssituationen mit ans Bett, demonstriert Verbandwechsel, Injektionen oder Lagerungstechniken und reflektiert anschließend, was gelungen ist und was nicht. Sie bereitet auf praktische Prüfungen vor und ist bei diesen oft als Fachprüferin beteiligt.

Ein zweiter, oft unterschätzter Teil der Arbeit ist Organisation und Kommunikation: Einsatzpläne mit Kooperationspartnern abstimmen, Beurteilungsbögen einsammeln, dezentrale Praxisanleitende auf den Stationen schulen und begleiten, an Lernortkooperationstreffen mit der Pflegeschule teilnehmen, Ausbildungsnachweise prüfen. Bei Konflikten zwischen Auszubildenden und Teams ist sie erste Ansprechpartnerin, ebenso bei Abbruchgedanken oder Leistungsproblemen.

Wie wird man Zentrale Praxisanleitung?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder Kinderkrankenpflege, dazu in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Darauf folgt die berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, meist berufsbegleitend über etwa ein Jahr. Pflichtprogramm sind danach jährlich mindestens 24 Stunden Fortbildung. Für zentrale, koordinierende Stellen verlangen viele Häuser zusätzlich mehrjährige Erfahrung, eine längere Weiterbildung oder ein pflegepädagogisches Studium. Der Weg führt fast immer über Jahre in der direkten Pflege, ein Quereinstieg von außen ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich leichter als der Stationsdienst, dafür oft mit Tagdienst und planbaren Zeiten verbunden - je nach Haus bleibt aber ein Anteil Schicht- oder Wochenenddienst, um Auszubildende in allen Diensten zu erreichen. Die eigentliche Belastung ist strukturell: Anleitungszeit konkurriert mit Personalmangel auf den Stationen, geplante Anleitungen fallen aus, weil Hände gebraucht werden. Die Position verlangt, das trotzdem einzufordern, ohne Teams gegen sich zu haben. Dazu kommt Verantwortung für junge Menschen in einer Ausbildung mit hoher Abbruchquote, Dokumentationsaufwand und die Rolle zwischen Pflegeschule, Pflegedirektion und Praxis. Wer Konflikte scheut oder ungern schreibt und plant, ist hier falsch.

Aussichten

Seit dem Pflegeberufegesetz ist geplante Praxisanleitung im Umfang von zehn Prozent der Einsatzzeit verpflichtend, entsprechend suchen Kliniken, Altenhilfeträger und ambulante Dienste dauerhaft qualifizierte Anleitende. Der Bedarf gilt als hoch und stabil. Aus der Position führen Wege in die Ausbildungskoordination, in die Leitung eines Bildungszentrums, in die Pflegedirektion oder über ein Studium der Pflegepädagogik an eine Pflegeschule. Auch ein Wechsel in Qualitätsmanagement oder innerbetriebliche Fortbildung ist üblich.

Aufgaben

  • geplante Anleitungssituationen mit Auszubildenden am Patienten durchführen
  • Einsatzpläne und Ausbildungsabschnitte mit Stationen und Kooperationspartnern koordinieren
  • Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche führen und Beurteilungen erstellen
  • Auszubildende auf praktische Prüfungen vorbereiten und als Fachprüferin mitwirken
  • Anleitungsstunden dokumentieren und Ausbildungsnachweise prüfen
  • dezentrale Praxisanleitende schulen und fachlich begleiten
  • an Lernortkooperationstreffen mit der Pflegeschule teilnehmen
  • bei Konflikten, Leistungsproblemen und Abbruchgedanken vermitteln

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Pflegeausbildung mit Berufszulassung
  • mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Pflege, für zentrale Stellen meist deutlich mehr
  • berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden
  • jährlich mindestens 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung
  • Organisationsvermögen und Sicherheit im Schreiben von Beurteilungen
  • Geduld, Konfliktfähigkeit und Bereitschaft, Anleitungszeit gegen Stationsinteressen zu verteidigen

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • stationäre Pflegeeinrichtungen und Altenhilfeträger
  • ambulante Pflegedienste
  • Rehabilitationskliniken
  • Bildungszentren für Gesundheitsberufe

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Prüfung. Nach mindestens einem Jahr Berufserfahrung folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, die in etwa einem Jahr mit einer Prüfung und einem Zertifikat abschließt. Für zentrale, koordinierende Positionen wird häufig zusätzlich mehrjährige Anleitungserfahrung oder ein Studium der Pflegepädagogik erwartet.

Offene Stellen als Zentrale Praxisanleitung

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