Zahnmedizinische/r Prophylaxeassistent
Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen und -assistenten übernehmen in der Zahnarztpraxis die Vorsorge: professionelle Zahnreinigung, Mundhygieneberatung und vorbeugende Behandlungen bei Kindern und Erwachsenen. Der Beruf ist eine Aufstiegsfortbildung für Zahnmedizinische Fachangestellte.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Zahnmedizinische/r Prophylaxeassistent verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.700 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.300 € | 43.200 € |
Die meisten Zahnarztpraxen sind nicht tarifgebunden, das Gehalt wird frei verhandelt; der Tarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte mit dem Verband medizinischer Fachberufe gilt nur in wenigen Kammerbezirken wie Hamburg, Hessen, dem Saarland und Westfalen-Lippe, dient aber oft als Orientierung. Stark ins Gewicht fallen Region, Praxisgröße und ob die Praxis einen eigenen Prophylaxebereich betreibt, manche zahlen zusätzlich eine Umsatzbeteiligung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin?
Im Mittelpunkt steht die professionelle Zahnreinigung. Die Prophylaxeassistentin erhebt den Mundhygienestatus, färbt Beläge an, entfernt harte und weiche Beläge über und knapp unter dem Zahnfleischrand mit Handinstrumenten und Ultraschall, poliert die Zähne und trägt Fluoridlack auf. Bei Kindern und Jugendlichen versiegelt sie Fissuren und betreut das Individualprophylaxe-Programm der Krankenkassen. Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch: Putztechnik zeigen, Zahnzwischenraumbürsten anpassen, über Ernährung und Rauchen aufklären und Patientinnen über Jahre zur Mitarbeit bewegen. Sie dokumentiert Befunde, macht Fotos und bespricht Auffälligkeiten mit dem Zahnarzt. Alle Tätigkeiten sind delegiert, das heißt, sie arbeitet unter Aufsicht und Verantwortung der Zahnärztin oder des Zahnarztes. In vielen Praxen hat sie einen eigenen Behandlungsraum und einen festen Terminkalender.
Wie wird man Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte und in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Dazu kommen ein aktueller Nachweis über Kenntnisse im Strahlenschutz und ein Erste-Hilfe-Kurs. Die Fortbildung bieten die Landeszahnärztekammern an, meist berufsbegleitend über ein halbes bis eineinhalb Jahre in Kursblöcken an Wochenenden oder in Vollzeitwochen. Sie endet mit einer Prüfung vor der Kammer. Die Kosten sind erheblich und werden nicht immer vom Arbeitgeber getragen, gefördert werden kann die Fortbildung über das Aufstiegs-BAföG. Ein direkter Quereinstieg ohne ZFA-Ausbildung ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit verlangt Feinmotorik und Ausdauer. Stundenlanges Arbeiten in vorgebeugter Haltung belastet Nacken, Rücken und Handgelenke, Verspannungen und Sehnenscheidenreizungen sind verbreitet. Die Termine sind eng getaktet, eine Behandlung folgt auf die nächste. Viele Patienten haben Angst vor dem Zahnarzt oder wenig Interesse an Mundhygiene, was Geduld und Gesprächsgeschick erfordert. Hinzu kommen Infektionsschutz, Maske und Handschuhe den ganzen Tag sowie Lärm von Absaugung und Ultraschallgeräten. Gearbeitet wird zu Praxisöffnungszeiten, also oft bis in den Abend und teils am Samstag, Nacht- und Wochenenddienste gibt es dagegen kaum. Teilzeit ist leicht zu finden. Weil Prophylaxe für die Praxis Umsatz bringt, besteht teilweise Druck, Leistungen aktiv zu verkaufen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Zahnarztpraxen klagen über Mangel an Fachkräften, und gerade qualifiziertes Prophylaxepersonal wird gesucht. Weil Menschen ihre eigenen Zähne länger behalten und die Parodontitistherapie seit einigen Jahren stärker von den Kassen getragen wird, wächst der Bedarf an Vorsorge und Nachsorge. Die Fortbildung verbessert die Verhandlungsposition beim Gehalt spürbar gegenüber der reinen ZFA-Tätigkeit. Als nächster Schritt bietet sich die Fortbildung zur Dentalhygienikerin an, die tiefere Parodontalbehandlungen übernimmt, oder ein Bachelorstudium Dentalhygiene. Wer lieber organisiert, kann sich zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin oder Praxismanagerin weiterbilden. Möglich ist auch die Arbeit in der Gruppenprophylaxe an Kitas und Schulen oder als Referentin für Dentalhersteller.
Aufgaben
- Professionelle Zahnreinigung mit Hand- und Ultraschallinstrumenten durchführen
- Mundhygienestatus und Blutungsindizes erheben und dokumentieren
- Fissuren versiegeln und Fluoridlack auftragen
- Patientinnen und Patienten Putztechniken und Hilfsmittel zeigen
- Über Ernährung, Rauchen und Kariesrisiko beraten
- Kinder und Jugendliche im Rahmen der Individualprophylaxe betreuen
- Parodontitispatienten in der Nachsorge begleiten
- Befunde mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt besprechen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte
- Mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einer Zahnarztpraxis
- Aktuelle Kenntnisse im Strahlenschutz und Erste-Hilfe-Nachweis
- Feinmotorisches Geschick und gutes Sehvermögen
- Belastbarer Rücken und Nacken für längeres Arbeiten in vorgebeugter Haltung
- Geduld und Gesprächsgeschick im Umgang mit ängstlichen Patienten
Wo man arbeitet
- Zahnarztpraxen
- Zahnmedizinische Versorgungszentren
- Kieferorthopädische Praxen
- Zahnkliniken an Universitäten
- Gesundheitsämter und Arbeitskreise Jugendzahnpflege
Der Weg in den Beruf
Zuerst die dreijährige duale Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, danach meist ein bis zwei Jahre Praxiserfahrung. Anschließend folgt die berufsbegleitende Aufstiegsfortbildung an einer Landeszahnärztekammer, die je nach Kammer ein halbes bis eineinhalb Jahre dauert und mit einer Kammerprüfung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin abschließt.
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