Zahnarzt
Zahnärztinnen und Zahnärzte untersuchen und behandeln Erkrankungen der Zähne, des Zahnfleischs und des Kiefers. Sie arbeiten meist in eigener oder angestellter Position in einer Praxis, mit hohem Anteil an Feinarbeit unter Zeitdruck.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Zahnarzt verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.200 € | 4.000 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 5.200 € | 7.000 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 8.500 € | 15.000 € | 102.000 € |
Für angestellte Zahnärzte gibt es keinen flächendeckenden Tarifvertrag; die Vorbereitungsassistenz ist häufig schlecht bezahlt, danach wird frei verhandelt, oft mit Umsatzbeteiligung. Selbstständige Praxisinhaber erzielen deutlich höhere, aber stark schwankende Einkünfte, die von Patientenstamm, Anteil privater Leistungen, Standort und der Belastung durch Kredite und Personalkosten abhängen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Zahnarzt?
Der Arbeitstag besteht überwiegend aus Behandlungen am Stuhl: Karies entfernen und Füllungen legen, Wurzelkanäle aufbereiten, Zähne ziehen, Kronen und Brücken vorbereiten und einsetzen, Zahnfleischtaschen reinigen, Prothesen anpassen. Dazu kommen Kontrolluntersuchungen, Röntgenaufnahmen und deren Befundung, Beratung zu Prophylaxe und die Aufklärung über Behandlungsalternativen samt Kosten. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Millimeterarbeit im Sitzen, oft in gebeugter Haltung, mit Lupenbrille und rotierenden Instrumenten in einem kleinen, feuchten, beweglichen Arbeitsfeld.
Neben der Behandlung steht die Organisation. Wer eine Praxis führt, verantwortet Personal, Abrechnung gegenüber der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und Privatpatienten, Hygienevorgaben, Materialbestellung, Geräteinvestitionen und die Zusammenarbeit mit dem Dentallabor. Angestellte Zahnärzte sind davon weitgehend befreit, tragen aber die Verantwortung für ihre Behandlungen selbst.
Wie wird man Zahnarzt?
Voraussetzung ist das Studium der Zahnmedizin an einer Universität, zehn Semester und sechs Monate Regelstudienzeit, abgeschlossen mit dem Staatsexamen und der Approbation. Der Zugang ist über die Abiturnote, Wartezeit-Ersatzquoten, den TMS und Auswahlverfahren der Hochschulen stark beschränkt; die Bewerberzahlen liegen deutlich über den Studienplätzen. Das Studium ist praxisintensiv: Ab der Vorklinik wird an Phantomköpfen gefeilt, gebohrt und modelliert, später am Patienten behandelt. Handwerkliches Geschick entscheidet hier mehr als in anderen medizinischen Fächern.
Nach der Approbation folgt in der Regel eine zweijährige Vorbereitungszeit als Assistenzzahnarzt in einer Praxis, die für die Zulassung als Vertragszahnarzt erforderlich ist. Danach ist eine Anstellung, eine eigene Niederlassung oder der Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft möglich. Fachzahnärztliche Weiterbildungen gibt es für Kieferorthopädie, Oralchirurgie und in einigen Ländern für Parodontologie oder öffentliches Gesundheitswesen. Ein Quereinstieg ohne Studium existiert nicht.
Was der Beruf verlangt
Die körperliche Belastung wird unterschätzt. Rücken, Nacken und Schultern leiden unter der Zwangshaltung, die Augen unter der Naharbeit. Viele Patienten kommen mit Angst, manche mit Schmerzen und schlechter Laune; sie zu beruhigen und trotzdem im Zeitplan zu bleiben, kostet Kraft. Termine sind eng getaktet, Notfälle schieben sich dazwischen.
Dazu kommt der wirtschaftliche Druck. Kassenleistungen sind knapp kalkuliert, ein großer Teil des Ertrags stammt aus privat zu zahlenden Zusatzleistungen, was Beratungsgespräche unweigerlich mit einer Verkaufskomponente auflädt. Wer sich niederlässt, geht eine hohe Investition und Personalverantwortung ein. Hinzu kommen Dokumentationspflichten, Hygieneverordnungen, Haftungsrisiken und Notdienste an Wochenenden.
Aussichten
Zahnärztinnen und Zahnärzte werden gesucht, besonders im ländlichen Raum, wo zahlreiche Praxen keinen Nachfolger finden. In Großstädten ist die Konkurrenz spürbar höher. Der Trend geht weg von der Einzelpraxis hin zu größeren Gemeinschaftspraxen und medizinischen Versorgungszentren, teils in Trägerschaft von Investoren, was mehr Angestelltenstellen mit geregelten Arbeitszeiten schafft, aber auch mehr Vorgaben zur Leistungsmenge.
Entwicklungswege führen über Spezialisierungen wie Implantologie, Endodontie, Kieferorthopädie oder Alterszahnmedizin, über eine eigene Niederlassung oder in Lehre und Forschung an einer Universitätszahnklinik. Digitale Verfahren wie Intraoralscanner und praxiseigene Fräsen verändern die Abläufe und verschieben Arbeit vom Labor in die Praxis.
Aufgaben
- Zähne und Mundraum untersuchen, Befunde erheben und dokumentieren
- Karies entfernen und Füllungen legen
- Wurzelkanalbehandlungen durchführen
- Zähne extrahieren und kleinere chirurgische Eingriffe vornehmen
- Kronen, Brücken und Prothesen planen, anpassen und eingliedern
- Röntgenaufnahmen anfertigen und auswerten
- Patienten über Behandlungsalternativen und Kosten aufklären
- Praxisteam anleiten, Hygienevorgaben und Abrechnung verantworten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium der Zahnmedizin mit Staatsexamen
- Approbation als Zahnärztin oder Zahnarzt
- Zweijährige Vorbereitungszeit für die Zulassung als Vertragszahnarzt
- Sehr gutes handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- Gutes Nahsehen und Farbunterscheidung
- Belastbare Wirbelsäule, Ausdauer für langes Sitzen in Zwangshaltung
- Ruhiger Umgang mit ängstlichen Patienten
Wo man arbeitet
- Zahnarztpraxen und Gemeinschaftspraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Universitätszahnkliniken und Kliniken für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Gesundheitsämter und öffentlicher Gesundheitsdienst
- Bundeswehr
- Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe mit mobiler Behandlung
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über ein zehnsemestriges Studium der Zahnmedizin an einer Universität, das mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Danach folgen in der Regel zwei Jahre als Assistenzzahnarzt in einer Praxis, die Voraussetzung für die Zulassung als Vertragszahnarzt sind. Fachzahnärztliche Weiterbildungen etwa in Kieferorthopädie oder Oralchirurgie dauern weitere drei bis vier Jahre.
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Zahntechniker fertigen Zahnersatz, Kronen, Brücken, Prothesen und Schienen nach den Abdrücken und Scans, die Zahnarztpraxen liefern. Die Arbeit findet im Labor statt, mit Gips, Keramik, Metall und zunehmend mit CAD-Software und Fräsmaschinen.
- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 1.900 – 4.700 €
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