Was macht ein Werkstudent im Verkauf?
Werkstudenten im Verkauf arbeiten dort mit, wo im Vertrieb Kapazität fehlt: bei der Beratung im Laden oder Showroom, am Telefon, im Chat oder im Backoffice. Konkret heißt das Kunden begrüßen und Produkte erklären, Preise und Lieferzeiten nachsehen, Angebote und Auftragsbestätigungen schreiben, Bestellungen ins Warenwirtschaftssystem eingeben, Adress- und Kontaktdaten im CRM aktualisieren, Reklamationen aufnehmen und weitergeben. Im technischen Vertrieb kommen Recherchen zu Wettbewerbsprodukten, das Zusammenstellen von Präsentationen und die Vorbereitung von Messeauftritten hinzu. Im Einzelhandel gehören Warenannahme, Regalpflege und Kassieren dazu.
Je nach Betrieb ist die Rolle unterschiedlich zugeschnitten. Manche Unternehmen setzen Werkstudenten fast ausschließlich für Datenpflege und Terminvereinbarungen ein, andere lassen sie eigene kleine Kundenkreise betreuen oder bei Vertriebsanalysen mitarbeiten. Wer nachfragt und sich einarbeitet, bekommt in der Regel schnell mehr Verantwortung, weil im Vertrieb Ergebnisse sichtbar sind.
Wie wird man Werkstudent im Verkauf?
Voraussetzung ist eine gültige Immatrikulation an einer Hochschule in einem Vollzeitstudium. Die Fachrichtung spielt seltener eine Rolle als oft angenommen: Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen und Kommunikationsfächer sind häufig, aber auch Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler werden eingestellt. Eine Ausbildung oder erste Erfahrung im Handel ist ein Vorteil, aber kein Muss. Bewerbungen laufen über die Karriereseiten der Unternehmen, Hochschul-Jobportale und Aushänge. Ein Vorstellungsgespräch, gelegentlich mit kurzer Verkaufs- oder Telefonübung, ist üblich.
Wichtig ist der arbeitsrechtliche Rahmen: In der Vorlesungszeit sind höchstens 20 Stunden pro Woche erlaubt, damit der Werkstudentenstatus und die günstige Sozialversicherung bestehen bleiben. In den Ferien darf mehr gearbeitet werden. Der Vertrag ist meist befristet, häufig auf sechs oder zwölf Monate mit Verlängerungsoption.
Was der Beruf verlangt
Die Doppelbelastung ist der schwierigste Teil. Klausurphasen und Vertriebsspitzen fallen nicht immer auseinander, und im Einzelhandel liegen die Einsätze oft am späten Nachmittag, am Samstag und in der Weihnachtszeit. Wer sich nicht klar abgrenzt, arbeitet in Prüfungswochen zu viel und lernt zu wenig.
Im Verkauf gehören Ablehnung und unfreundliche Kunden zum Alltag, besonders in der telefonischen Neukundenansprache. Zielvorgaben zu Terminen oder Abschlüssen sind verbreitet, auch bei Werkstudenten. Manche Tätigkeiten sind eintönig, etwa das Bereinigen von Datenbanken über Stunden. Dazu kommt, dass Werkstudenten nicht immer in Teamentscheidungen einbezogen werden und die Einarbeitung je nach Betrieb dünn ausfällt.
Gebraucht werden verständliche Sprache, Geduld, Zuverlässigkeit bei Terminen und Zahlen sowie Sicherheit im Umgang mit Excel und einem CRM-System. Englisch hilft in international tätigen Unternehmen.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil bis hoch, weil Vertriebsabteilungen flexible Unterstützung brauchen und der Einstieg keine langen Vorlaufzeiten hat. Für viele ist die Stelle eine Eintrittskarte: Wer sich bewährt, bekommt häufig ein Angebot für ein Traineeprogramm, den Innendienst oder eine Position im Außendienst nach dem Abschluss. Auch Abschlussarbeiten lassen sich oft im Unternehmen schreiben. Wer im Verkauf bleiben will, entwickelt sich typischerweise über Account Management, Key Account oder Vertriebssteuerung weiter. Die Erfahrung zählt auch in benachbarten Feldern wie Marketing, Einkauf und Kundenservice.