Verwaltungsfachangestellte/r
Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, Bescheide und Akten in Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Sie wenden Gesetze und Verordnungen auf einzelne Fälle an und sind häufig direkte Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verwaltungsfachangestellte/r verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.050 € | 3.300 € | 36.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.400 € | 3.800 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
Maßgeblich sind der TVöD in Kommunen und beim Bund oder der TV-L in Ländern; typisch ist eine Eingruppierung zwischen den Entgeltgruppen 5 und 9a, wobei die Stufe und damit das Gehalt vor allem mit den Berufsjahren steigt. Bei Verbeamtung im mittleren Dienst gelten stattdessen die Besoldungsordnungen, dort ist das Netto bei gleichem Brutto höher.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Verwaltungsfachangestellte?
Verwaltungsfachangestellte setzen Recht in Verwaltungshandeln um. Sie nehmen Anträge an, prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, fordern fehlende Unterlagen nach, berechnen Leistungen und schreiben Bescheide. Der konkrete Inhalt hängt vom Amt ab: im Sozialamt geht es um Grundsicherung und Hilfe zur Pflege, im Bürgeramt um Meldebescheinigungen, Ausweise und Beglaubigungen, im Schulverwaltungsamt um Schulbezirke und Schülerbeförderung, im Personalamt um Einstellungen, Arbeitszeiten und Zeugnisse, in der Kämmerei um Haushaltsansätze und Rechnungen.
Dazu kommt der organisatorische Teil: Sitzungen von Ausschüssen vorbereiten, Vorlagen und Protokolle schreiben, Fristen überwachen, Statistiken zusammenstellen, Vergabeunterlagen zusammenpacken. Ein großer Teil der Arbeit läuft über Fachverfahren am Bildschirm, ein anderer im Gespräch am Schalter, am Telefon oder in der Sprechstunde. Wer im Bereich Bildung und Soziales arbeitet, hat es oft mit Menschen in schwierigen Lagen zu tun, die auf Geld oder eine Entscheidung warten.
Wie wird man Verwaltungsfachangestellte?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten mit einer der Fachrichtungen Kommunalverwaltung, Landes- oder Bundesverwaltung, Handwerksorganisation oder Kirchenverwaltung. Ausbildungsbetrieb ist die Behörde, der theoretische Teil findet in der Berufsschule und in Verwaltungsseminaren beim Studieninstitut statt. Eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur; in Großstädten ist die Konkurrenz um die Plätze deutlich.
Ein Quereinstieg ist möglich, aber selten der direkte Weg. Wer aus einem anderen Bürokaufberuf kommt, wird oft zunächst befristet als Verwaltungsangestellte eingesetzt und absolviert nebenbei den Beschäftigtenlehrgang I, der die Ausbildung ersetzt. Für Verbeamtung braucht es stattdessen die Laufbahnausbildung im mittleren Dienst.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit ist Pflicht: Ein fehlerhafter Bescheid hat rechtliche Folgen und muss aufgehoben oder korrigiert werden. Rechtsgrundlagen ändern sich laufend, Fortbildung gehört dazu, und wer Paragrafen nicht mag, wird unglücklich. Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Schreibtisch, körperlich also leicht, dafür psychisch nicht immer. Am Publikumsschalter kommen Beschwerden, Ungeduld und gelegentlich Aggression vor, und man vertritt Entscheidungen, die man selbst nicht getroffen hat.
Die Arbeitszeiten sind der große Vorteil: Gleitzeit, kaum Wochenenddienst, planbare Wochen, oft Teilzeitmöglichkeiten. Dafür sind Aufstieg und Gehaltsentwicklung stark an Eingruppierungen gebunden und laufen langsam. Personalmangel und lange Vakanzen führen in vielen Ämtern zu hohen Fallzahlen und Aktenstapeln, die nie ganz abgearbeitet sind.
Aussichten
Der öffentliche Dienst sucht Nachwuchs, weil viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen. Verwaltungsfachangestellte finden fast überall Stellen, die Arbeitsplätze sind sicher und Standortwechsel innerhalb einer Kommune oder eines Landes gut möglich. Wer weiterkommen will, macht den Verwaltungsfachwirt über den Beschäftigtenlehrgang II, wechselt in den gehobenen Dienst über ein Studium an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung oder spezialisiert sich fachlich, etwa auf Personal, Vergaberecht oder Sozialleistungen. Die Digitalisierung verändert Abläufe, ersetzt aber die rechtliche Prüfung von Einzelfällen bislang nicht.
Aufgaben
- Anträge annehmen, auf Vollständigkeit prüfen und Unterlagen nachfordern
- Leistungen berechnen und rechtsverbindliche Bescheide erstellen
- Bürgerinnen und Bürger am Schalter, telefonisch und schriftlich beraten
- Akten und Vorgänge führen, Fristen und Wiedervorlagen überwachen
- Sitzungen von Gremien vorbereiten, Vorlagen und Protokolle schreiben
- Rechnungen bearbeiten, Haushaltsmittel überwachen und Zahlungen anweisen
- Personalvorgänge wie Einstellungen, Arbeitszeiten und Zeugnisse bearbeiten
- Statistiken und Auswertungen für Fachbereiche und Aufsichtsbehörden zusammenstellen
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder Abitur für einen Ausbildungsplatz
- Interesse an Rechtstexten und Freude an sorgfältigem, genauem Arbeiten
- gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit in Deutsch
- Sicherheit im Umgang mit PC, Fachverfahren und Office-Anwendungen
- Geduld und Freundlichkeit im Publikumskontakt, auch bei Konflikten
- Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit im Umgang mit persönlichen Daten
Wo man arbeitet
- Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen
- Landes- und Bundesbehörden
- Schulverwaltungs-, Sozial- und Jugendämter
- Hochschulen und Studierendenwerke
- Kammern, Kirchenverwaltungen und Sozialversicherungsträger
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in einer Behörde, mit Berufsschule und Unterricht am Studieninstitut, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer oder Verwaltungsschule. Bei guten Leistungen oder vorheriger Ausbildung ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Quereinsteiger mit kaufmännischer Vorbildung erwerben die Qualifikation häufig über den Beschäftigtenlehrgang I.
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Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte*r (w/m/d)
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- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.300 €
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