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Vertrieb & Kundenservice

Verkaufsberater

Verkaufsberater beraten Kundinnen und Kunden zu Produkten oder Dienstleistungen, ermitteln deren Bedarf und schließen Verkäufe ab. Sie arbeiten im Einzelhandel, im Autohaus, im Außendienst oder am Telefon.

18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkaufsberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.600 € 3.100 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.300 € 4.200 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 4.200 € 6.000 € 50.400 €

Entscheidend ist der variable Anteil: Im Einzelhandel gilt oft der Tarifvertrag des jeweiligen Bundeslandes mit festen Gehaltsgruppen, im Auto- und Investitionsgütervertrieb liegt dagegen ein erheblicher Teil in Provisionen, sodass die Spanne nach oben und unten weit auseinandergeht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkaufsberater?

Verkaufsberater stehen zwischen Produkt und Kunde. Sie klären im Gespräch, was jemand braucht, erklären Unterschiede zwischen Modellen, Tarifen oder Ausstattungsvarianten, rechnen Preise und Finanzierungen durch und führen das Gespräch zum Abschluss. Je nach Branche sieht das sehr unterschiedlich aus: Im Möbelhaus wird ein Küchenplan am Bildschirm entworfen, im Autohaus eine Probefahrt begleitet und ein Leasingangebot kalkuliert, im Telekommunikationsshop ein Vertrag umgestellt, im technischen Fachhandel eine Anlage konfiguriert.

Zum Alltag gehört mehr als das Verkaufsgespräch. Angebote werden geschrieben und nachgefasst, Aufträge im Warenwirtschaftssystem erfasst, Liefertermine geprüft, Reklamationen aufgenommen. In vielen Häusern kommen Warenpflege, Preisauszeichnung und Inventur dazu. Wer im Außendienst arbeitet, plant Touren, besucht Bestandskunden und dokumentiert Gespräche im CRM-System. Fast überall gibt es Zielvorgaben: Umsatz pro Monat, Abschlussquote, Zusatzverkäufe wie Versicherungen oder Garantieverlängerungen.

Wie wird man Verkaufsberater?

Der klassische Weg ist eine duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Automobilkaufmann, drei Jahre lang, alternativ die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer. In beratungsintensiven Branchen ist eine handwerkliche oder technische Ausbildung oft die bessere Grundlage, etwa im Sanitärfachhandel oder beim Verkauf von Maschinen.

Verkaufsberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Quereinstieg ist deshalb verbreitet und in vielen Betrieben ausdrücklich erwünscht. Wer Kontaktfreude, Ausdauer und Interesse am Sortiment mitbringt, wird eingearbeitet und über Produktschulungen des Herstellers weiterqualifiziert. Für Finanzdienstleistungen, Versicherungen oder Immobilien sind allerdings Sachkundenachweise nach der Gewerbeordnung Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf lebt vom Ergebnis. Wer die Ziele nicht erreicht, spürt das in Gesprächen mit der Leitung und häufig auch im Gehalt, weil ein Teil variabel ist. Das erzeugt Druck, der nicht jedem liegt. Dazu kommt der Umgang mit unentschlossenen, gereizten oder unfreundlichen Kunden, ohne dass die eigene Laune sichtbar werden darf.

Im Einzelhandel wird samstags gearbeitet, oft bis zum Ladenschluss, in verkaufsstarken Zeiten wie vor Weihnachten deutlich mehr. Stehen über Stunden hinweg belastet Rücken und Beine. Im Außendienst wird viel gefahren, Termine liegen auch abends, und die Woche kann Übernachtungen enthalten. Erreichbarkeit über die Kernzeit hinaus ist in vielen Vertriebsteams normal.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, aber ungleich verteilt. Im einfachen Verkauf ohne Beratungstiefe sinken die Stellenzahlen, weil Onlinehandel und Selbstbedienung Anteile übernehmen. Gefragt bleibt, wer erklärungsbedürftige Produkte verkauft: Technik, Fahrzeuge, Bauelemente, Investitionsgüter, Dienstleistungen mit Vertragsbindung. Dort finden Betriebe schwer Personal.

Entwicklungswege führen über die Fortbildung zum Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel, über die Übernahme einer Abteilung oder Filiale, in den Außendienst mit größerem Gebiet oder in den Key-Account-Bereich mit Großkunden. Wer im Verkauf gut ist und das nachweisen kann, wechselt die Branche vergleichsweise leicht, weil Abschlusszahlen überall zählen.

Aufgaben

  • Bedarf im Kundengespräch ermitteln und passende Produkte vorschlagen
  • Angebote erstellen, kalkulieren und nachfassen
  • Kaufverträge, Finanzierungen und Serviceleistungen abschließen
  • Aufträge im Warenwirtschafts- oder CRM-System erfassen
  • Reklamationen entgegennehmen und Lösungen anbieten
  • Bestandskunden betreuen und Zusatzverkäufe anstoßen
  • Ware präsentieren, Preise auszeichnen und Bestände prüfen
  • Produktschulungen besuchen und Sortimentswissen aktuell halten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder Quereinstieg mit Verkaufserfahrung
  • Sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen mit fremden Menschen
  • Belastbarkeit bei Umsatzzielen und schwierigen Kunden
  • Gute Deutschkenntnisse, in vielen Betrieben zusätzlich Englisch
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit oder Reisetätigkeit
  • Führerschein Klasse B im Außendienst
  • Sachkundenachweis bei Finanz-, Versicherungs- oder Immobilienprodukten

Wo man arbeitet

  • Einzelhandelsfilialen und Fachmärkte
  • Autohäuser
  • Technischer Groß- und Fachhandel
  • Außendienst bei Herstellern und Dienstleistern
  • Telekommunikations- und Bankfilialen
  • Vertriebsinnendienst und Callcenter

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder Automobilkaufmann über drei Jahre, verkürzbar auf zwei Jahre als Verkäufer, mit Abschlussprüfung vor der IHK. Da die Bezeichnung nicht geschützt ist, steigen viele auch ohne einschlägige Ausbildung ein und werden intern sowie über Herstellerschulungen qualifiziert. Aufbauend folgt oft die Fortbildung zum Handelsfachwirt.

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