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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer / Quereinsteiger Frischetheke

Verkäuferinnen und Verkäufer an der Frischetheke bedienen Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse-, Fisch- oder Backwarentheken im Lebensmitteleinzelhandel. Sie schneiden und portionieren Ware, beraten zu Produkten und halten die Theke sauber und gefüllt.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer / Quereinsteiger Frischetheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.650 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb an den Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslands gebunden ist; tariffreie Metzgereien und kleine Läden zahlen häufig deutlich weniger, große Ketten dagegen tariflich plus Zuschläge für Spätdienst, Samstage und Kältearbeit. Thekenleitung mit Bestell- und Personalverantwortung hebt das Gehalt spürbar an.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Verkäuferin an der Frischetheke?

Der Arbeitstag beginnt meist vor der Ladenöffnung: Ware aus dem Kühlhaus holen, Wurst und Käse anschneiden, Fleisch portionieren, Salate und Antipasti in Schalen füllen, die Theke dekorativ bestücken und Preisschilder kontrollieren. Sobald der Markt öffnet, steht die Bedienung im Mittelpunkt. Kunden nennen Wünsche in Gramm oder Scheiben, die Ware wird geschnitten, gewogen, ausgezeichnet und übergeben. Dazwischen wird beraten: Welcher Käse passt zu welchem Wein, wie lange hält der Hackfleischauftrag, wie brät man ein Rumpsteak.

Dazu kommt alles, was nicht sichtbar ist. Temperaturen werden dokumentiert, Mindesthaltbarkeitsdaten geprüft, Ware nach dem Prinzip First in, first out umgeräumt. Maschinen wie Aufschnittmaschine, Waage und Fleischwolf müssen nach Vorschrift gereinigt werden, oft mehrfach am Tag. Am Abend wird die Theke geleert, gespült und desinfiziert, Reste werden bewertet und Bestellungen für den Folgetag geschrieben. In vielen Märkten gehören auch Heißtheke, Imbissbereich oder Backstation dazu.

Wie wird man Verkäuferin an der Frischetheke?

Es gibt zwei Wege. Der klassische ist die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin, häufig mit anschließendem dritten Jahr zur Kauffrau im Einzelhandel, oder eine Ausbildung als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei, Bäckerei oder Konditorei. Der zweite Weg ist der Quereinstieg, und der ist im Frischebereich die Regel und nicht die Ausnahme. Viele Ketten stellen ohne einschlägige Ausbildung ein und lernen die Mitarbeitenden intern an, weil sie die Stellen anders nicht besetzt bekommen.

Wer quereinsteigt, braucht in den ersten Wochen vor allem Geduld mit sich selbst: Sortimentskenntnis, Schnitttechnik und Tempo an der Waage kommen mit der Übung. Verpflichtend sind eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt und regelmäßige Hygieneschulungen. Formale Schulabschlüsse spielen eine geringere Rolle als Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, früh anzufangen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet im Stehen statt, acht Stunden lang, bei etwa vier bis zehn Grad hinter der Theke und im Zugwind der Kühlung. Rücken, Beine und Hände werden beansprucht, kalte Finger sind normal. Der Umgang mit rohem Fleisch und Fisch, mit Geruch und Blut ist für manche eine Hürde. Messerarbeit birgt Verletzungsrisiko. Gearbeitet wird in Schichten von früh bis spät, samstags fast immer, an Feiertagen vor Weihnachten und Ostern besonders lang. Vor der Theke bildet sich Schlange, während gleichzeitig das Telefon klingelt und Ware nachgefüllt werden muss. Freundlich bleiben, wenn Kunden ungeduldig werden, gehört zum Kern der Tätigkeit. Personalmangel führt in vielen Märkten dazu, dass Frischethekenteams unterbesetzt arbeiten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und hoch. Nahezu jeder Vollsortimenter, Discounter mit Bedientheke und jede Metzgerei sucht Personal, häufig ausdrücklich Quereinsteiger. Wer bleibt und sich einarbeitet, kann Thekenleitung oder Abteilungsleitung übernehmen, für die Warenbestellung und Personaleinsatzplanung verantwortlich werden oder über eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt in die Marktleitung wechseln. Auch der Wechsel in Verkostung, Category Management oder in den Außendienst eines Lebensmittelherstellers ist möglich. Gleichzeitig bauen einzelne Ketten Bedientheken aus Kostengründen ab und ersetzen sie durch Selbstbedienung, was regional zu Verschiebungen führt.

Aufgaben

  • Kunden an der Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheke bedienen und beraten
  • Ware aufschneiden, portionieren, wiegen und auszeichnen
  • Theke einräumen, dekorieren und über den Tag hinweg auffüllen
  • Frischekontrolle, Mindesthaltbarkeitsdaten und Kühltemperaturen prüfen und dokumentieren
  • Maschinen, Arbeitsflächen und Theke nach Hygienevorschriften reinigen
  • Warenbestand überwachen und Bestellungen vorbereiten
  • Salate, Aufschnittplatten oder Grillspezialitäten selbst herstellen
  • Kassieren im Thekenbereich oder Aushilfe an der Hauptkasse

Voraussetzungen

  • Kein bestimmter Schulabschluss zwingend, Quereinstieg üblich
  • Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz vor Arbeitsbeginn
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Kälte, Heben von Kisten
  • Sorgfalt bei Hygiene und Umgang mit scharfen Maschinen
  • Freundliches Auftreten und gute Deutschkenntnisse im Kundengespräch

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte mit Bedientheke
  • Metzgereien und Fleischereifachgeschäfte
  • Bäckereien und Konditoreien
  • Käse- und Feinkostgeschäfte
  • Fischfachgeschäfte und Markthallen
  • Großmärkte und Cash-and-Carry-Betriebe

Der Weg in den Beruf

Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zur Verkäuferin oder die dreijährige Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei, Bäckerei oder Konditorei. Sehr verbreitet ist daneben der Quereinstieg: Betriebe lernen neue Mitarbeitende innerhalb weniger Wochen an der Theke an und schulen Hygiene, Sortiment und Schnitttechnik intern. Eine spätere Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zur Fleischereifachverkäuferin mit Zusatzqualifikation ist möglich.

Offene Stellen als Verkäufer / Quereinsteiger Frischetheke

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