Was macht ein Verkäufer für die Neueröffnung?
Die Tätigkeit unterscheidet sich in den ersten Wochen deutlich vom späteren Alltag. Vor der Eröffnung eines neuen Standorts werden Regale montiert, Warenlieferungen ausgepackt und die Erstbestückung nach Planogramm eingeräumt. Preisschilder werden angebracht, Kassensysteme getestet, Lager und Sozialräume eingerichtet. Häufig arbeitet das neue Team dabei mit erfahrenen Kräften aus anderen Filialen zusammen, die Abläufe zeigen.
Nach der Eröffnung folgt das klassische Verkäufergeschäft: Kunden ansprechen und beraten, Waren nachfüllen, Kasse bedienen, Reklamationen und Umtausch abwickeln, Ware auf Mindesthaltbarkeit und Beschädigungen prüfen, Verkaufsfläche sauber halten. In den ersten Monaten ist der Kundenstrom oft schwer einzuschätzen, Eröffnungsaktionen und Rabatte ziehen viele Menschen an. Wer wie viel Verantwortung übernimmt, klärt sich in dieser Phase erst.
Wie wird man Verkäufer für die Neueröffnung?
Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer, meist mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss. Wer danach ein drittes Jahr anschließt, wird Kaufmann im Einzelhandel. Für Neueröffnungen suchen Handelsunternehmen aber regelmäßig auch ungelernte Kräfte und Quereinsteiger, weil auf einen Schlag ein komplettes Team gebraucht wird. Eingearbeitet wird dann im Betrieb, teilweise über mehrere Wochen in einer bereits laufenden Filiale.
Wichtiger als Zeugnisse sind in der Praxis Zuverlässigkeit, Freundlichkeit auch nach der sechsten Stunde und Bereitschaft, körperlich zu arbeiten. Wer Kassenerfahrung oder Warenkenntnis aus einer anderen Branche mitbringt, ist im Vorteil.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf wird stehend ausgeübt, oft acht Stunden am Tag. Kisten, Getränkepaletten und Rollcontainer wiegen und müssen bewegt werden. Vor einer Neueröffnung sind Überstunden und Wochenendeinsätze üblich, der Eröffnungstermin steht fest und wird nicht verschoben. Danach gelten die Öffnungszeiten: früher Beginn, späte Schichten, Samstagsarbeit, an vielen Standorten auch Sonntagsöffnungen in Bahnhöfen oder Flughäfen. Teilzeit ist verbreitet, oft nicht freiwillig.
Die Bezahlung liegt im unteren Bereich, die Personaldecke ist vielerorts dünn, Krankheitsausfälle müssen von den Anwesenden getragen werden. Kunden sind nicht immer geduldig, Beschwerden landen zuerst beim Verkäufer. Wer weder Menschen noch Bewegung mag, ist hier falsch.
Aussichten
Verkäufer werden dauerhaft gesucht, die Fluktuation im Einzelhandel ist hoch und Neueröffnungen sowie Umbauten sorgen für regelmäßigen Bedarf. Ein befristeter Eröffnungsvertrag geht häufig in eine unbefristete Stelle über, wenn die Filiale läuft.
Entwicklungswege gibt es: stellvertretende Filialleitung, Filialleitung, Verantwortung für eine Warengruppe oder für die Kasse. Wer die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel nachholt oder die Prüfung zum Handelsfachwirt ablegt, verbessert die Aussichten deutlich. Manche Ketten setzen bei jeder Neueröffnung bewusst eigene Nachwuchskräfte als Führungskräfte ein. Gleichzeitig verändern Selbstbedienungskassen und Onlinehandel das Berufsbild, einfache Kassiertätigkeit verliert an Bedeutung, Beratung und Warenpflege gewinnen.