Verkäufer Frischetheke
Verkäufer an der Frischetheke bedienen Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- und Fischtheken im Lebensmitteleinzelhandel oder im Fachgeschäft. Sie schneiden, wiegen, verpacken Ware, beraten zu Zubereitung und halten Kühlung und Hygiene im Blick.
305 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer Frischetheke verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.350 € | 2.600 € | 28.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.200 € | 3.800 € | 38.400 € |
In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, im Handwerk nach den Tarifen des Fleischerhandwerks; viele Filialisten und kleine Betriebe zahlen ohne Tarifbindung deutlich weniger. Zuschläge für Spätdienst und Samstage sowie eine Funktion als Thekenleitung machen den größten Unterschied.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer an der Frischetheke?
Der Arbeitstag beginnt meist vor der Ladenöffnung: Theke reinigen, Ware aus dem Kühlhaus holen, Wurstringe und Käselaibe anschneiden, Schinken auflegen, Salate umfüllen, Preisschilder stecken. Danach steht Kundenbedienung im Mittelpunkt. Aufschnitt in gewünschter Dicke schneiden, Fleisch portionieren, Hackfleisch frisch durchdrehen, Fisch filetieren oder entgräten, Käse am Stück abwiegen, Feinkostsalate abfüllen, Grillfleisch marinieren. Dazu kommt Beratung: welcher Braten für vier Personen reicht, wie lange ein Rollbraten in den Ofen muss, welcher Käse zu einer Platte passt.
Zwischen den Kunden wird die Theke immer wieder nachgefüllt und aufgeräumt, weil eine lückenhafte Auslage weniger verkauft. Angeschnittene Ware muss auf Mindesthaltbarkeit geprüft, Temperaturen müssen dokumentiert werden. Am Abend folgen Abbau, Reinigung von Schneidemaschine, Waagen und Vitrine sowie das Erfassen von Bruch und Verderb. In vielen Märkten gehören auch Warenannahme, Bestellungen und die Belieferung eines Imbiss- oder Snackbereichs dazu.
Wie wird man Verkäufer an der Frischetheke?
Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei, Bäckerei oder Konditorei. Auch Kaufleute im Einzelhandel und Fleischereifachverkäufer arbeiten an der Theke. Rechtlich ist keine Ausbildung vorgeschrieben, deshalb ist der Quereinstieg verbreitet: Viele Märkte schulen an, wenn Bereitschaft zur Handarbeit und ein freundlicher Umgang mit Kunden vorhanden sind. Pflicht ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz vor Arbeitsbeginn, dazu regelmäßige Hygieneschulungen nach HACCP-Grundsätzen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen statt, oft acht Stunden mit kurzen Unterbrechungen, bei Temperaturen um zehn Grad direkt vor der offenen Vitrine und im Kühlhaus noch kälter. Kisten mit Fleisch oder Käselaibe wiegen zwanzig Kilo und mehr. Hände sind ständig nass und werden durch Wasser, Reinigungsmittel und Handschuhe belastet, Hautprobleme sind häufig. Der Geruch von Fisch und rohem Fleisch begleitet den ganzen Tag.
Die Öffnungszeiten bestimmen den Dienstplan: früher Beginn, Spätdienste, Samstage sind Regelarbeitstage. Vor Feiertagen und in der Grillsaison entsteht erheblicher Druck, weil sich Schlangen bilden und trotzdem jede Bestellung sauber geschnitten werden muss. An der Schneidemaschine ist Konzentration nötig, Schnittverletzungen gehören zu den typischen Unfällen. Ungeduldige oder unfreundliche Kunden müssen ausgehalten werden, ohne dass das Tempo leidet.
Aussichten
Frischetheken sind für Supermärkte ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber Discountern, gleichzeitig finden viele Filialen kaum Personal. Wer zuverlässig ist, findet in nahezu jeder Region eine Stelle, oft auch in Teilzeit mit planbaren Schichten. Der Trend zu Selbstbedienungsware und Vorverpackung verkleinert allerdings manche Theke, und einzelne Märkte schließen ihre Bedienabteilung.
Entwicklungswege führen zur Thekenleitung mit Verantwortung für Bestellung, Kalkulation und Dienstplan, weiter zur Abteilungs- oder Marktleitung. Mit der Ausbildung im Lebensmittelhandwerk ist der Fachverkaufsmeister möglich, ebenso ein Wechsel in die Produktion, in Feinkostgeschäfte, auf Wochenmärkte oder in die eigene Selbstständigkeit mit einem Verkaufswagen.
Aufgaben
- Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- und Fischtheke bedienen und beraten
- Aufschnitt schneiden, Fleisch portionieren, Fisch filetieren, Käse abwiegen
- Theke vor Öffnung aufbauen, dekorieren und tagsüber nachfüllen
- Salate und Feinkost abfüllen, Grillware marinieren und vorbereiten
- Kühltemperaturen kontrollieren und Hygienevorgaben dokumentieren
- Schneidemaschine, Waagen und Vitrine reinigen
- Warenannahme prüfen, Mindesthaltbarkeit überwachen, Verderb erfassen
- Bestellungen für die Abteilung mitschreiben
Voraussetzungen
- Ausbildung im Verkauf oder Lebensmittelhandwerk erwünscht, Quereinstieg möglich
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz vor Arbeitsbeginn
- Bereitschaft zu Stehen, Kälte und Heben von schweren Kisten
- Sorgfalt bei Hygiene und Umgang mit Schneidemaschinen
- Freundlichkeit und Ruhe auch bei langen Warteschlangen
- Bereitschaft zu Früh-, Spätdienst und Samstagsarbeit
- Keine Abneigung gegen rohes Fleisch, Fisch und deren Geruch
Wo man arbeitet
- Supermärkte und Verbrauchermärkte
- Fleischereien und Metzgereifilialen
- Käse- und Feinkostgeschäfte
- Fischfachgeschäfte
- Wochenmarkt- und Verkaufswagenbetriebe
- Hofläden und Direktvermarkter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, jeweils dual in Betrieb und Berufsschule mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Ein Hauptschulabschluss genügt in der Regel. Ohne Ausbildung ist ein Einstieg als angelernte Kraft möglich, die Einarbeitung dauert dann einige Wochen.
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