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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer als Fachkraft / Quereinsteiger Frischetheke

Verkäufer an der Frischetheke bedienen Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- und Fischtheken, bereiten Ware vor und halten die strengen Hygienevorgaben ein. Der Einstieg ist auch ohne Ausbildung im Lebensmittelhandwerk möglich.

240 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer als Fachkraft / Quereinsteiger Frischetheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.650 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes folgt; tariflose Märkte zahlen oft am unteren Rand. Fachverkäufer mit Ausbildung, Thekenverantwortung oder Zuschläge für Früh-, Spät- und Samstagsarbeit heben das Monatsentgelt deutlich, außerdem gibt es tariflich Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer an der Frischetheke?

Der Arbeitstag beginnt meist vor der Ladenöffnung: Theke reinigen, Ware aus dem Kühlhaus holen, Fleisch, Wurst, Käse und Salate ansprechend einlegen, Preisschilder kontrollieren, Temperaturen dokumentieren. Sobald der Markt öffnet, steht der Kundenkontakt im Mittelpunkt. Verkäufer schneiden Wurst und Käse auf, portionieren Fleisch, wiegen ab, verpacken, beraten zu Garzeiten und Reifegraden und geben Auskunft über Zutaten und Allergene. An bedienten Fischtheken kommen Filetieren und Ausnehmen dazu, in vielen Märkten außerdem eine Heißtheke mit Grillhähnchen, Frikadellen oder Suppen.

Zwischen den Kundengesprächen läuft die Warenpflege weiter: Bestände prüfen, Nachschub bestellen, Mindesthaltbarkeitsdaten kontrollieren, Ware mit ablaufendem Datum reduzieren oder aussortieren. Zum Schichtende werden Maschinen zerlegt und gereinigt, die Theke desinfiziert und die Reinigung schriftlich festgehalten. Die Dokumentation nach dem HACCP-Konzept ist Pflicht und wird von Behörden geprüft.

Wie wird man Verkäufer an der Frischetheke?

Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer mit Schwerpunkt Lebensmittel oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Wer aus dem Handwerk kommt, etwa als Fleischer oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, bringt die Fachkenntnisse bereits mit und wird gern genommen.

Gleichzeitig ist die Frischetheke eine der wenigen Stellen im Einzelhandel, die regelmäßig für Quereinsteiger geöffnet wird. Wer ohne Ausbildung anfängt, lernt am Arbeitsplatz: Warenkunde, Schneidetechnik, Maschinenbedienung, Hygieneregeln. Vorgeschrieben sind eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt und regelmäßige Hygieneschulungen. Viele Handelsketten bieten interne Lehrgänge, mit denen sich Quereinsteiger nach einiger Zeit als Fachkraft für die Bedienungstheke qualifizieren können.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet stehend statt, oft acht Stunden mit kurzen Pausen, in Kälte von wenigen Grad direkt an der Theke und im Kühlhaus. Zugluft, nasse Hände, das Heben von Fleischkisten und Käselaiben belasten Rücken, Knie und Gelenke. Der Umgang mit Messern, Aufschnittmaschinen und Knochensägen birgt Verletzungsrisiken. Wer Schwierigkeiten mit dem Geruch von rohem Fisch oder Fleisch hat, ist an dieser Theke falsch.

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten: Frühschichten ab fünf oder sechs Uhr, Spätschichten bis zum Ladenschluss, Samstage sind Regelarbeitstage. Vor Feiertagen sind die Wochen lang. Dazu kommt Zeitdruck bei langen Schlangen, während gleichzeitig Ware nachgelegt werden muss, und Kundschaft, die nicht immer freundlich reagiert. Personalmangel führt in vielen Märkten zu dünn besetzten Schichten und Mehrarbeit.

Aussichten

Bediente Frischetheken sind für Supermärkte ein Unterscheidungsmerkmal, gleichzeitig finden die Betreiber kaum Personal dafür. Wer zuverlässig ist und bleiben will, findet daher in fast jeder Region eine Stelle, häufig auch in Teilzeit mit planbaren Schichten. Aufstiegswege führen zur Thekenleitung, zur Verantwortung für den gesamten Frischebereich mit Bestellwesen und Personaleinsatz und weiter zur Abteilungs- oder Marktleitung. Formal möglich sind eine nachträgliche Externenprüfung zum Verkäufer, die Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder ein Wechsel in Metzgerei, Käsefachgeschäft oder Feinkosthandel. Umgekehrt reduzieren manche Ketten Bedienungstheken zugunsten von Selbstbedienungsregalen, was einzelne Standorte betreffen kann.

Aufgaben

  • Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheke bedienen und beraten
  • Ware aufschneiden, portionieren, abwiegen und verpacken
  • Theke einlegen, dekorieren und während des Tages nachfüllen
  • Kühltemperaturen messen und nach HACCP dokumentieren
  • Mindesthaltbarkeitsdaten prüfen, Ware reduzieren oder aussortieren
  • Bestände kontrollieren und Nachschub bestellen
  • Maschinen zerlegen, reinigen und Reinigungsnachweise führen
  • Kasse an der Theke oder im Markt bedienen

Voraussetzungen

  • Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsarbeit
  • körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Kälte, Heben von Kisten
  • freundliches Auftreten und Ausdauer im Kundenkontakt
  • Sorgfalt bei Hygiene und Dokumentation
  • Deutsch für Beratungsgespräche; Schulabschluss meist nicht zwingend
  • Fachausbildung oder handwerkliche Vorerfahrung von Vorteil, kein Muss

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • Selbstständige Lebensmitteleinzelhändler
  • Metzgereien und Fleischerfachgeschäfte
  • Käse-, Fisch- und Feinkostfachgeschäfte
  • Markthallen und Wochenmarktstände
  • Kaufhaus-Lebensmittelabteilungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer mit Warenschwerpunkt Lebensmittel, die sich um ein Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel verlängern lässt. Quereinsteiger werden häufig direkt eingestellt und im Betrieb angelernt; die Hygienebelehrung durch das Gesundheitsamt muss vor dem ersten Arbeitstag vorliegen. Interne Lehrgänge der Handelsketten und eine Externenprüfung bei der IHK können den fehlenden Abschluss später nachholen.

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