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Handwerk & Produktion

Verfahrensmechaniker Kunststofftechnik

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik richten Spritzgieß-, Extrusions- oder Pressanlagen ein und überwachen die Fertigung von Bauteilen aus Kunststoff und Gummi. Sie stellen Prozessparameter ein, prüfen Maßhaltigkeit und halten die Maschinen instand.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verfahrensmechaniker Kunststofftechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Bundesentgelttarifvertrag der Kunststoffverarbeitung oder dem Tarif der Kautschukindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer, in Betrieben mit Metall- und Elektrotarif nochmals höher. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen sind hier nicht eingerechnet und erhöhen das reale Monatseinkommen merklich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verfahrensmechaniker Kunststofftechnik?

Aus Granulat, Pulver oder Kautschukmischungen entstehen Stoßfänger, Rohre, Dichtungen, Folien, Gehäuse und Verpackungen. Verfahrensmechaniker steuern die Maschinen, die das leisten. Sie rüsten Werkzeuge um, spannen Formen ein, fahren die Anlage an und stellen Temperaturen, Drücke, Einspritzgeschwindigkeiten und Kühlzeiten so ein, dass das Bauteil im Toleranzbereich liegt. Läuft die Serie, überwachen sie den Prozess, entnehmen Stichproben, messen mit Messschieber, Bügelmessschraube oder Messmaschine und dokumentieren die Ergebnisse.

Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche. Einfallstellen, Verzug, Bindenähte, Grate, Schwankungen im Gewicht: Wer die Ursachen kennt, korrigiert am Prozess, nicht am Zufall. Dazu kommen Materialversorgung, Trocknung des Granulats, Farb- und Zuschlagsdosierung, Rezepturen anmischen, Regranulat einbinden sowie Wartung, Reinigung und kleine Reparaturen an Werkzeugen und Peripherie. In vielen Betrieben gehört auch das Bedienen von Handhabungsrobotern und die Betreuung nachgelagerter Schritte wie Schweißen, Bedrucken oder Montage dazu.

Wie wird man Verfahrensmechaniker Kunststofftechnik?

Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Gewählt wird eine Fachrichtung, etwa Formteile, Halbzeuge, Bauteile, Mehrschicht-Kautschuk-Halbzeuge oder Faserverbundtechnologie. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss und Interesse an Technik gibt es ebenfalls Chancen. Zwischen- und Abschlussprüfung laufen über die Industrie- und Handelskammer.

Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor: Angelernte Maschinenbediener arbeiten sich in die Einrichtertätigkeit hinein, oft begleitet von Kursen des Kunststoffzentrums SKZ oder anderer Bildungsträger. Wer eine verwandte Ausbildung hat, etwa Industriemechaniker oder Werkzeugmechaniker, kann über eine Umschulung oder eine externe Prüfung nachziehen.

Was der Beruf verlangt

Die Fertigung läuft in den meisten Betrieben rund um die Uhr, also im Zwei- oder Dreischichtsystem, teils mit Wochenendarbeit. Die Hallen sind warm, laut und riechen nach erwärmtem Kunststoff; an Extrudern und Pressen wird es an heißen Tagen unangenehm. Werkzeuge sind schwer, Werkzeugwechsel bedeuten Arbeit im Kran und in gebeugter Haltung, ein Arbeitstag besteht überwiegend aus Stehen und Gehen. Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Handschuhe sind Pflicht.

Gefordert sind technisches Verständnis, Geduld bei der Fehlersuche und Sorgfalt in der Dokumentation, denn in der Automobil- und Medizintechnikzulieferung ist die Qualitätsprüfung streng geregelt. Stillstand kostet Geld, deshalb entsteht bei Störungen Druck. Wer sich für Chemie und Werkstoffverhalten interessiert, hat es leichter, weil sich viele Probleme nur über Materialkenntnis lösen lassen.

Aussichten

Die Kunststoffverarbeitung ist ein großer Industriezweig mit stabilem Bedarf an Fachkräften, freie Ausbildungsplätze bleiben regelmäßig unbesetzt. Abhängigkeit von der Autoindustrie und Diskussionen um Verpackungen und Rezyklate verändern die Branche allerdings; Betriebe mit einseitiger Kundenstruktur sind konjunkturempfindlich. Gleichzeitig entstehen Aufgaben rund um Kreislaufwirtschaft, Rezyklateinsatz und Leichtbau.

Weiterentwicklung führt über den Industriemeister Kunststoff und Kautschuk, den Techniker in Kunststofftechnik oder ein Studium der Kunststofftechnik. Auch Spezialisierungen in Qualitätssicherung, Prozessoptimierung, Werkzeugbau oder Anwendungstechnik im Vertrieb sind gängige Wege.

Aufgaben

  • Spritzgieß-, Extrusions- und Pressanlagen einrichten und anfahren
  • Werkzeuge und Formen wechseln, ausrichten und pflegen
  • Prozessparameter wie Temperatur, Druck und Zykluszeit optimieren
  • Granulat, Farben und Zuschlagstoffe dosieren und Mischungen ansetzen
  • Bauteile vermessen und Prüfergebnisse dokumentieren
  • Ursachen von Fehlteilen ermitteln und Prozess korrigieren
  • Wartung, Reinigung und Störungsbeseitigung an Anlagen und Peripherie
  • Handhabungsroboter und nachgelagerte Bearbeitung betreuen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Interesse an Technik, Chemie und Werkstoffen
  • technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sorgfalt beim Messen und Dokumentieren
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nacht- und Wochenendschichten
  • körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Arbeit in Wärme und Lärm

Wo man arbeitet

  • kunststoffverarbeitende Industriebetriebe
  • Automobilzulieferer
  • Hersteller von Verpackungen, Rohren und Profilen
  • Medizintechnik- und Elektroindustrie
  • Gummi- und Kautschukwerke

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik im Betrieb und in der Berufsschule, mit Festlegung einer Fachrichtung. Der Abschluss erfolgt vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder vorheriger Berufserfahrung ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich.

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