Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sammeln, sortieren, behandeln und verwerten Abfälle. Sie bedienen Anlagen in Sortier-, Kompost- und Verbrennungswerken, nehmen Proben und dokumentieren Stoffströme.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.700 € | 46.800 € |
Kommunale Betriebe zahlen nach TVöD, oft nach der Sparte Entsorgung, größere Versorger nach TV-V; dort liegen die Werte verlässlich und mit Zulagen für Schicht, Nacht und Schmutzarbeit häufig über privaten Entsorgern ohne Tarifbindung. Wer in Wechselschicht arbeitet oder Anlagen in der Leitwarte fährt, verdient deutlich mehr als im reinen Sammel- und Sortierdienst.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft?
Der Beruf beginnt dort, wo der Abfall den Haushalt oder den Betrieb verlässt. Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft nehmen Anlieferungen an Wertstoffhöfen und Umschlagstationen an, prüfen, ob der Inhalt zur Deklaration passt, und weisen falsch deklarierte Ladungen zurück. In Sortieranlagen überwachen sie Förderbänder, Windsichter, Magnetabscheider und Ballenpressen, beheben Verstopfungen und tauschen Verschleißteile. In Kompostwerken und Biogasanlagen setzen sie Mieten um, kontrollieren Temperatur und Feuchte und ziehen Proben für das Labor. In Müllverbrennungsanlagen arbeiten sie an der Kranbühne, in der Kesselwartung und in der Leitwarte.
Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation: Wiegescheine, Begleitscheine für gefährliche Abfälle, Entsorgungsnachweise, Betriebstagebücher. Wer Abfall bewegt, muss belegen können, woher er kam und wohin er ging. Dazu kommen Aufgaben im Arbeits- und Gefahrstoffschutz, das Reinigen von Anlagenteilen und in vielen Betrieben auch Mitfahrten auf Sammelfahrzeugen.
Wie wird man Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung, die seit 2024 diesen Namen trägt und vorher Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft hieß. Ausbildungsbetriebe sind kommunale Entsorgungsbetriebe, private Entsorger, Recyclingunternehmen und Betreiber thermischer Anlagen. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die Betriebe meist mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Wichtiger als Noten sind Zuverlässigkeit, technisches Verständnis und die Bereitschaft, sich in Vorschriften einzuarbeiten.
Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor: Wer aus einem Metall-, Kfz- oder Bauberuf kommt, wird oft als angelernte Kraft eingesetzt und kann die Prüfung über die Externenregelung nachholen. Ein Führerschein der Klasse C/CE, Ladekran- und Radladerscheine erhöhen die Einsatzmöglichkeiten deutlich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und findet meist draußen oder in offenen Hallen statt, bei Hitze, Kälte und Regen. Geruch, Staub und Lärm gehören dazu, ebenso der Kontakt mit Keimen, Schimmelsporen und gefährlichen Stoffen. Schutzkleidung ist Pflicht und im Sommer unangenehm. Anlagen laufen häufig im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, Sammeltouren beginnen früh am Morgen. Wer eine Abneigung gegen Schmutz hat oder auf feste Bürozeiten angewiesen ist, wird damit nicht glücklich.
Gleichzeitig verlangt der Beruf Genauigkeit. Ein falsch zugeordneter Abfallschlüssel oder ein fehlender Begleitschein kann für den Betrieb teuer werden. Verantwortung und schmutzige Arbeit liegen hier direkt nebeneinander.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und steigt eher, weil Recyclingquoten, Batterie- und Elektroaltgeräteverwertung sowie Sortierung von Bauabfällen politisch vorangetrieben werden. Kommunale Betriebe suchen laufend Personal, viele Belegschaften sind altersbedingt im Umbau. Nach einigen Jahren sind Weiterbildungen zum Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft oder zum geprüften Abfallbeauftragten möglich, ebenso Wechsel in die Anlagenleitwarte, in die Disposition oder in den betrieblichen Umweltschutz. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Umwelttechnik oder Entsorgungsmanagement ein weiterer Weg.
Aufgaben
- Abfälle annehmen, sichten und nach Abfallschlüssel zuordnen
- Sortier-, Kompost- und Verbrennungsanlagen bedienen und überwachen
- Störungen an Förderbändern, Pressen und Abscheidern beheben
- Proben nehmen, Temperatur, Feuchte und Schadstoffwerte kontrollieren
- Begleitscheine, Wiegescheine und Betriebstagebücher führen
- Radlader, Umschlaggeräte und Sammelfahrzeuge fahren
- Anlagenteile reinigen und Wartungsarbeiten durchführen
- Vorgaben zu Arbeitsschutz und Gefahrstoffen umsetzen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft oder vergleichbare Praxis
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und gesunde Atemwege
- Bereitschaft zu Schicht-, Früh- und Wochenenddienst
- technisches Verständnis für Maschinen und Anlagen
- Sorgfalt im Umgang mit Vorschriften und Nachweisdokumenten
- Führerschein, häufig Klasse C/CE sowie Gerätescheine
- arbeitsmedizinische Vorsorge, je nach Einsatz auch Impfnachweise
Wo man arbeitet
- kommunale Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebe
- private Recycling- und Entsorgungsunternehmen
- Sortier- und Umschlaganlagen
- Kompost- und Biogasanlagen
- Müllverbrennungs- und Ersatzbrennstoffkraftwerke
- Wertstoffhöfe und Deponien
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft im Betrieb und in der Berufsschule. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise der Handwerkskammer. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich, ein späterer Meister ist der übliche Aufstiegsabschluss.
Offene Stellen als Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
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