Tourismuskaufleute im Reisebüro
Tourismuskaufleute im Reisebüro beraten Kunden zu Reisezielen, buchen Flüge, Hotels, Pauschalreisen und Mietwagen und kümmern sich um Umbuchungen und Reklamationen. Der Beruf verbindet Verkauf am Schalter mit viel Arbeit am Buchungssystem.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Tourismuskaufleute im Reisebüro verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.000 € | 2.300 € | 2.600 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.300 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.200 € | 4.000 € | 38.400 € |
Das Gehalt liegt im unteren Bereich kaufmännischer Berufe und hängt stark vom Arbeitgeber ab: Große Ketten und Konzernreisestellen zahlen nach dem Manteltarifvertrag für den Reisebürobereich oder nach Haustarif deutlich mehr als kleine Privatbüros. Im Geschäftsreisegeschäft und bei Veranstaltern sind höhere Gehälter üblich, in der Privatkundenberatung kommen Verkaufsprovisionen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Tourismuskauffrau im Reisebüro?
Der Arbeitstag besteht aus Beratungsgesprächen, Buchungen und Nacharbeit. Kunden kommen mit einer vagen Vorstellung ins Büro - zwei Wochen Süden, mittleres Budget, Kinder dabei - und erwarten einen Vorschlag, der passt. Tourismuskaufleute prüfen Verfügbarkeiten in den Reservierungssystemen der Veranstalter und in Flugbuchungssystemen wie Amadeus oder Sabre, rechnen Preise inklusive Zuschlägen, Versicherungen und Transfers durch und erstellen Angebote. Nach der Buchung folgen Rechnungsstellung, Reiseunterlagen, Visahinweise und Einreisebestimmungen.
Dazu kommt die weniger sichtbare Hälfte: Umbuchungen, Stornierungen und Reklamationen. Wenn ein Flug ausfällt, ein Hotel überbucht ist oder ein Veranstalter insolvent geht, sitzen die Kunden am Telefon oder stehen im Büro. Weitere Aufgaben sind Provisionsabrechnungen, Mahnwesen, Schaufenstergestaltung, Newsletter und Social-Media-Beiträge. In Büros mit Geschäftskundengeschäft geht es stärker um Firmenreiserichtlinien, Kostenstellen und schnelle Umbuchungen kurzfristiger Termine.
Wie wird man Tourismuskauffrau im Reisebüro?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit beziehungsweise - für Reisebüros typischer - zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen. Betriebe erwarten meist Mittlere Reife oder Abitur, gute Englischkenntnisse und Freude am Verkaufsgespräch. Die Ausbildung kann bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden.
Es gibt auch andere Wege. Wer aus dem Einzelhandel, aus der Hotellerie oder aus einer Bürotätigkeit kommt, wird in kleineren Ketten häufig eingelernt, muss sich die Systemkenntnisse dann aber schnell aneignen. Weiterbildungen zum Touristikfachwirt, Fachwirt im Vertrieb oder ein Studium in Tourismusmanagement öffnen Wege in Produktmanagement, Einkauf oder Filialleitung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist deutlich weniger glamourös als sein Ruf. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich kaufmännischer Berufe, und die Ausbildungsvergütung ist niedrig. Reisebüros arbeiten mit Öffnungszeiten, das bedeutet Samstagsdienste und Spätdienste bis in den Abend. Die Hauptbuchungszeit im Januar und Februar sowie die Reisesaison bringen Druck: viele Gespräche, wenig Zeit, gleichzeitig laufende Anfragen per Telefon und Mail.
Gefordert sind Genauigkeit und Nervenstärke. Ein Zahlendreher im Geburtsdatum, ein falscher Flughafencode oder eine übersehene Visumpflicht kostet Geld und Vertrauen. Kunden reagieren emotional, wenn eine Reise schiefläuft, und die Beschwerde landet im Reisebüro, auch wenn der Fehler beim Veranstalter liegt. Der Wettbewerb mit Online-Portalen ist ständig präsent: Wer nur Preise vorliest, wird nicht gebraucht.
Aussichten
Die Branche hat sich seit der Pandemie stabilisiert, ist aber kleiner geworden. Viele Filialen wurden geschlossen, gleichzeitig fehlt vielen Büros qualifizierter Nachwuchs, weil eine ganze Ausbildungsgeneration ausgefallen ist. Wer bleibt, findet Stellen - besonders in der Beratung zu komplexen Reisen, in Kreuzfahrten, Fernreisen und im Geschäftsreisemanagement, wo Beratung nicht durch eine Suchmaske ersetzbar ist.
Entwicklungswege führen in die Filialleitung, ins Geschäftsreisebüro eines Unternehmens, zu Veranstaltern in Produktentwicklung und Einkauf, in die Zielgebietsbetreuung oder in den Vertrieb. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit als mobiler Reiseberater unter einer Kooperationsmarke ist verbreitet, allerdings mit unsicherem Einkommen.
Aufgaben
- Kunden zu Zielgebieten, Hotels und Reiseformen beraten
- Flüge, Pauschalreisen, Mietwagen und Kreuzfahrten buchen
- Angebote kalkulieren und Reiseunterlagen erstellen
- Umbuchungen, Stornierungen und Reklamationen bearbeiten
- über Einreise-, Visa- und Impfbestimmungen informieren
- Zahlungen überwachen, Rechnungen und Provisionen abrechnen
- Reiseversicherungen und Zusatzleistungen verkaufen
- Schaufenster, Aktionen und Social-Media-Beiträge gestalten
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder Abitur, kaufmännische Ausbildung im Tourismus
- gutes Englisch, weitere Fremdsprache von Vorteil
- sicherer Umgang mit Buchungs- und Reservierungssystemen
- Sorgfalt bei Daten, Terminen und Preisen
- Freundlichkeit und Geduld auch bei Beschwerden
- Verkaufsorientierung und Bereitschaft zu Samstagsdiensten
- geografisches Grundwissen und Interesse an Reisezielen
Wo man arbeitet
- Reisebüros und Reisebüroketten
- Geschäftsreisebüros und Firmenreisestellen
- Reiseveranstalter und Callcenter
- Kreuzfahrt- und Spezialveranstalter
- Reisevertrieb in Kaufhäusern und bei Automobilclubs
Der Weg in den Beruf
Der Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen oder zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit mit IHK-Abschluss. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Danach führen Weiterbildungen wie Touristikfachwirt oder ein Tourismusstudium in Leitungs- und Produktfunktionen.
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Verwandte Berufe
Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Transport von Waren per Lkw, Schiff, Bahn oder Flugzeug. Sie kalkulieren Preise, buchen Frachtraum, erstellen Zoll- und Transportpapiere und betreuen Kunden von der Anfrage bis zur Zustellung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.800 €
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