Was macht ein Telekom Vertriebsmitarbeiter im Außendienst?
Der Arbeitstag beginnt mit einer Tourenliste. Zugewiesen ist ein Gebiet, oft eine Straße, ein Neubauviertel oder ein Gewerbegebiet, in dem Glasfaser gerade verlegt wird oder verlegt werden soll. Vor Ort wird geklingelt, angesprochen, erklärt: welche Bandbreite verfügbar ist, was ein Wechsel kostet, wie lange die Vertragsbindung läuft, was mit dem alten Anschluss passiert. Wer im Geschäftskundenvertrieb arbeitet, hat statt Haustürgesprächen vereinbarte Termine bei Handwerksbetrieben, Arztpraxen oder Mittelständlern und spricht dort über Standleitungen, Mobilfunkflotten und Cloud-Telefonie.
Zur Tätigkeit gehört mehr als das Gespräch selbst. Verfügbarkeiten werden im Tablet geprüft, Verträge digital erfasst, Unterschriften eingeholt, Widerrufsfristen erklärt. Am Abend oder am nächsten Morgen folgen Nachfassanrufe, Dokumentation im CRM-System und die Meldung der Abschlüsse. Wöchentlich gibt es Zahlen: Kontakte, Gespräche, Abschlüsse, Quote. Diese Zahlen bestimmen einen großen Teil des Einkommens.
Wie wird man Telekom Vertriebsmitarbeiter im Außendienst?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg. Viele Stellen sind für Quereinsteiger offen, verlangt wird meist ein Schulabschluss, ein Führerschein und die Bereitschaft, sich in Tarife und Technik einzuarbeiten. Die Einarbeitung dauert wenige Tage bis Wochen und besteht aus Produktschulung, Gesprächsleitfäden und Begleitung durch erfahrene Kollegen im Gebiet.
Einen strukturierten Einstieg bietet die Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing, zum Kaufmann im Einzelhandel oder zur IT-Systemkauffrau. Für den Geschäftskundenvertrieb erwarten Arbeitgeber häufiger eine kaufmännische Ausbildung oder ein betriebswirtschaftliches Studium, weil dort komplexere Angebote kalkuliert werden.
Wichtig zu wissen: Ein Teil dieser Stellen wird nicht direkt von der Deutschen Telekom besetzt, sondern von Vertriebspartnern und Agenturen. Dort unterscheiden sich Verträge, Absicherung und Vergütung deutlich. Manche Angebote sind reine Handelsvertreterverträge auf Provisionsbasis ohne Fixum.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag besteht aus Ablehnung. Viele Türen bleiben zu, viele Gespräche enden nach zehn Sekunden, gelegentlich wird man unfreundlich behandelt, weil Haustürvertrieb bei vielen Menschen einen schlechten Ruf hat. Wer das persönlich nimmt, hält den Beruf nicht lange durch. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, viel zu Fuß, oft in den späten Nachmittag- und Abendstunden und samstags, weil die Kunden dann zu Hause sind.
Der Druck durch Zielvorgaben ist hoch und ständig präsent. Wer nicht verkauft, verdient wenig. Gleichzeitig steht die Branche unter Beobachtung: Verbraucherzentralen kritisieren Verkaufsmethoden an der Haustür regelmäßig, seriöses Arbeiten heißt hier auch, Kunden nicht zu überreden, die einen Vertrag nicht verstehen. Die Fluktuation ist entsprechend hoch.
Aussichten
Solange Glasfaser ausgebaut wird, gibt es Bedarf an Vertrieb vor Ort, denn neue Netze müssen ausgelastet werden. Der Ausbau läuft über Jahre und regional in Wellen, was Beschäftigung schafft, aber auch Wechsel zwischen Gebieten und Auftraggebern bedeutet. Einstiegsstellen sind fast immer verfügbar.
Entwicklungswege führen zur Teamleitung im Gebietsvertrieb, in den Geschäftskundenbereich mit höheren Provisionen und planbareren Terminen oder in Key-Account-Positionen. Erfahrung im Direktvertrieb lässt sich auf andere Branchen übertragen, etwa Energie, Versicherungen oder Software.