Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Technical Delegate / Flying Doctor

Technical Delegates und Flying Doctors sind Ärztinnen und Ärzte, die erkrankte oder verletzte Menschen im Ausland medizinisch beurteilen und sie auf Rückholflügen in Ambulanzjets oder Linienmaschinen bis in ein Krankenhaus im Heimatland begleiten.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Technical Delegate / Flying Doctor verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 5.500 € 6.500 € 7.800 € 78.000 €
Mit Berufserfahrung 6.800 € 8.000 € 9.500 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.000 € 13.000 € 120.000 €

Für diese Tätigkeit gibt es keinen eigenen Tarifvertrag; Gehälter werden frei verhandelt und orientieren sich oft an Klinikgehältern nach dem TV-Ärzte/VKA. Viele arbeiten freiberuflich mit Tagessätzen pro Einsatz, sodass das Einkommen stark von der Zahl der Einsätze, der Facharztqualifikation und dem Auftraggeber abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Technical Delegate / Flying Doctor?

Die Arbeit beginnt meist mit einem Anruf aus der Einsatzzentrale eines Assistance-Dienstleisters, eines Reiseversicherers oder einer Ambulanzflug-Gesellschaft. Ein Urlauber hat in Spanien einen Schlaganfall erlitten, eine Monteurin liegt nach einem Unfall in einer Klinik in Westafrika. Zuerst klärt die Ärztin oder der Arzt telefonisch mit den behandelnden Kollegen vor Ort, wie stabil der Patient ist, welche Befunde vorliegen und ob er transportfähig ist. Daraus folgt die Entscheidung über das Transportmittel: Linienflug mit Begleitung, Liegendtransport im Linienflugzeug oder Ambulanzjet mit Intensivausstattung. Als Technical Delegate reist man auch ohne Transport ins Ausland, um Patienten und Klinik vor Ort zu begutachten, die Versorgungsqualität einzuschätzen und die Verlegung zu organisieren. Beim Flug selbst übernimmt der Flying Doctor die medizinische Verantwortung: Übergabe im ausländischen Krankenhaus, Überwachung von Kreislauf und Atmung, Medikamentengabe, bei Bedarf Beatmung, Umgang mit Komplikationen in großer Höhe und auf engem Raum, dann die Übergabe in der Zielklinik. Danach folgen Dokumentation, Einsatzbericht und das Auffüllen der Ausrüstung.

Wie wird man Technical Delegate / Flying Doctor?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation. Die meisten Anbieter verlangen mehrere Jahre klinische Erfahrung in Anästhesie, Intensivmedizin, Innerer Medizin oder Notfallmedizin, häufig die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und Erfahrung im Rettungsdienst oder als Notarzt. Hinzu kommen Kurse in Flugmedizin beziehungsweise Aeromedical Transport, die physiologische Besonderheiten wie Druckabfall und Sauerstoffmangel behandeln. Viele steigen nebenberuflich ein, als Honorarärztin neben der Klinikstelle, und wechseln erst später in eine Festanstellung. Ein Quereinstieg ohne ärztliche Approbation ist nicht möglich; Pflegefachkräfte mit Intensiverfahrung arbeiten in denselben Teams als Flight Nurses.

Was der Beruf verlangt

Einsätze kommen kurzfristig und zu jeder Tageszeit. Ein Auftrag kann zwei Tage oder eine Woche dauern, mit Nachtflügen, Zeitzonenwechseln und wenig Schlaf. Planbare Freizeit ist schwer, was sich mit Familie oft schlecht verträgt. Die medizinische Verantwortung liegt allein bei einer Person, Unterstützung durch Fachkollegen gibt es in der Luft nicht. Man trifft auf Kliniken mit sehr unterschiedlichem Standard, auf Sprachbarrieren, Bürokratie an Grenzen und Angehörige in Ausnahmesituationen. Körperlich belasten das Tragen von Ausrüstung, das Umlagern von Patienten in engen Kabinen und lange Phasen am Patienten. Nötig sind ein vollständiger Impfschutz, Reisetauglichkeit, sehr gutes Englisch und die Bereitschaft, auch in Krisenregionen zu reisen. Wer reine Abwechslung sucht, unterschätzt oft, wie viel Wartezeit, Organisation und Papierarbeit dazugehören.

Aussichten

Der Markt ist klein und spezialisiert, aber stabil. Mit zunehmendem Reiseverkehr, älteren Reisenden und Auslandsentsendungen von Beschäftigten bleibt der Bedarf an Rückholungen hoch. Viele Stellen werden auf Honorarbasis besetzt, Festanstellungen sind seltener und begehrt. Entwicklungswege führen in die medizinische Leitung einer Einsatzzentrale, in die ärztliche Beratung von Versicherern, in die Qualitätssicherung von Partnerkliniken im Ausland oder in die Ausbildung von Flugbegleitpersonal. Manche verbinden die Tätigkeit dauerhaft mit einer Klinikstelle oder einer Notarzttätigkeit.

Aufgaben

  • Befunde mit behandelnden Ärzten im Ausland telefonisch abklären
  • Transportfähigkeit beurteilen und das passende Transportmittel festlegen
  • Patienten und Kliniken vor Ort begutachten und Verlegungen organisieren
  • Patienten auf Ambulanz- und Linienflügen überwachen und behandeln
  • Beatmung, Infusionen und Notfallmedikation während des Flugs steuern
  • Patienten in der Zielklinik ärztlich übergeben
  • Einsatzberichte und medizinische Dokumentation erstellen
  • Medizinische Ausrüstung prüfen und nach dem Einsatz auffüllen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Mehrjährige klinische Erfahrung, meist in Anästhesie, Intensiv- oder Notfallmedizin
  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und Kurs in Flugmedizin, je nach Anbieter verlangt
  • Sehr gutes Englisch, weitere Fremdsprachen von Vorteil
  • Reisetauglichkeit, vollständiger Impfschutz und gültiger Reisepass
  • Belastbarkeit bei kurzfristigen Einsätzen, Nachtarbeit und Zeitzonenwechseln

Wo man arbeitet

  • Ambulanzflug-Unternehmen
  • Assistance-Dienstleister und Notrufzentralen
  • Reise- und Auslandskrankenversicherer
  • Automobilclubs mit Rückholdienst
  • Großunternehmen mit Auslandsentsendungen

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über ein Medizinstudium von rund sechs Jahren mit Approbation und anschließend mehrere Jahre Weiterbildung in der Klinik, häufig mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Ergänzend werden Kurse in Flug- und Transportmedizin von einigen Tagen bis Wochen absolviert; der Einstieg erfolgt oft zunächst auf Honorarbasis neben der Kliniktätigkeit.

Offene Stellen als Technical Delegate / Flying Doctor

In der Suche fortsetzen

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke, kein Tracking über andere Seiten hinweg. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz