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Logistik & Verkehr

Teamleiter Logistik

Teamleiter Logistik führen eine Gruppe von Lagermitarbeitern, Kommissionierern oder Staplerfahrern und verantworten Abläufe in Wareneingang, Lager oder Versand. Sie planen Personaleinsatz, überwachen Kennzahlen und greifen ein, wenn der Betrieb stockt.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Teamleiter Logistik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.300 € 6.800 € 63.600 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: in Betrieben nach dem Tarifvertrag für Spedition und Logistik oder nach den Flächentarifen der Metall- und Elektroindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Logistikdienstleister. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen können das Monatsentgelt zusätzlich merklich erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Teamleiter Logistik?

Ein Teamleiter Logistik steuert einen abgegrenzten Bereich eines Lagers oder Distributionszentrums: Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung, Versand oder Retouren. Zum Schichtbeginn wird das eingeteilte Personal auf die Arbeitsplätze verteilt, das Auftragsvolumen geprüft und entschieden, wo Kräfte nachgesteuert werden müssen. Im Tagesverlauf geht es um Rückstände, fehlende Ware, defekte Flurförderzeuge, Reklamationen und um Mitarbeiter, die krank fehlen oder eingearbeitet werden müssen.

Dazu kommt die Arbeit mit Zahlen. Kommissionierleistung pro Stunde, Fehlerquoten, Lieferpünktlichkeit, Überstunden und Krankenstand werden dokumentiert und an die Bereichsleitung berichtet. Wer im Lagerverwaltungssystem nicht sicher ist, kommt nicht weit: Bestandskorrekturen, Auftragssteuerung und Auswertungen laufen dort. Ein Teil der Zeit geht für Personalgespräche, Unterweisungen zur Arbeitssicherheit und Schichtübergaben drauf.

Wie wird man Teamleiter Logistik?

Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik oder Fachlagerist und mehrere Jahre Praxis im Lager. Wer sich als Vorarbeiter oder Springer bewährt, wird intern befördert. Eine Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme bei der Industrie- und Handelskammer festigt die Position und ist bei größeren Unternehmen oft Voraussetzung für die nächste Stufe.

Ein zweiter Weg ist das Studium: Logistik, Supply Chain Management, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen. Absolventen starten häufig als Trainee oder Junior Teamleiter und übernehmen nach kurzer Einarbeitung Führung. Sie bringen Methodenwissen mit, müssen sich die Akzeptanz im Team aber erst erarbeiten, weil dort Berufserfahrung zählt. Quereinstieg aus Handel, Produktion oder Gastronomie kommt vor, wenn Führungserfahrung mit gewerblichem Personal vorhanden ist.

Was der Beruf verlangt

Die meisten Stellen liegen im Schichtbetrieb, viele Zentren arbeiten früh, spät, nachts und am Wochenende. In Spitzenzeiten, im Handel also im Herbst und vor Weihnachten, sind Überstunden die Regel. Der Arbeitsort ist die Halle: laut, im Winter kalt, viel Stehen und Gehen, oft mehrere Kilometer pro Schicht.

Schwer fällt vielen die Position zwischen Team und Leitung. Von oben kommen Leistungsvorgaben, von unten Unmut über Personalmangel, Zeitarbeit und hohe Taktzahlen. Konflikte, Abmahnungen und die Trennung von Mitarbeitern gehören zur Aufgabe. Fluktuation ist in vielen Betrieben hoch, ständige Einarbeitung neuer Kräfte kostet Kraft. Wer Auseinandersetzungen scheut oder unklare Ansagen macht, hält den Druck selten lange aus.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Onlinehandel, Ersatzteillogistik und Kontraktlogistik wachsen, und in fast jedem Lager fehlen Führungskräfte, die gewerbliches Personal zusammenhalten können. Wechsel zwischen Branchen und Regionen sind unkompliziert, weil die Abläufe ähnlich sind.

Entwicklungswege führen zur Schichtleitung über mehrere Teams, zur Bereichs- oder Standortleitung. Wer sich in Prozessoptimierung, Lean Management oder Lagerautomatisierung einarbeitet, kann in Projekt- oder Fachfunktionen wechseln, etwa Logistikplanung oder Inbetriebnahme neuer Anlagen. Der Trend zu automatisierten Lagern verändert die Aufgabe, ersetzt sie aber nicht: Technik braucht Menschen, die Störungen und Personal steuern.

Aufgaben

  • Personaleinsatz für die Schicht planen und Arbeitsplätze besetzen
  • Auftragsvolumen und Rückstände in Kommissionierung und Versand überwachen
  • Kennzahlen wie Pickleistung, Fehlerquote und Lieferpünktlichkeit auswerten
  • neue Mitarbeiter und Zeitarbeitskräfte einarbeiten und unterweisen
  • Bestände und Buchungen im Lagerverwaltungssystem prüfen und korrigieren
  • Störungen an Fördertechnik und Flurförderzeugen melden und Ersatzabläufe organisieren
  • Mitarbeitergespräche führen, Urlaub und Überstunden abstimmen
  • Arbeitssicherheit und Ordnung im Bereich durchsetzen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in der Lagerlogistik oder ein Studium mit Logistikbezug
  • mehrjährige Praxis im Lager, bei Studienabsolventen zumindest Praktika oder Traineezeit
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • Durchsetzungsfähigkeit und Klarheit in der Kommunikation, auch bei Konflikten
  • sicherer Umgang mit Lagerverwaltungssystemen und Tabellenkalkulation
  • körperliche Belastbarkeit für lange Wege und Stehzeiten in der Halle
  • Staplerschein und oft Deutsch auf gutem Niveau, teils Englisch

Wo man arbeitet

  • Distributionszentren des Online- und Filialhandels
  • Speditionen und Kontraktlogistikdienstleister
  • Werkslager und Versand in Industriebetrieben
  • Ersatzteil- und Pharmalogistikzentren
  • Kühl- und Frischelager der Lebensmittelbranche

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, gefolgt von mehreren Jahren Praxis und dem internen Aufstieg zum Teamleiter. Eine IHK-Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme dauert je nach Form ein bis zwei Jahre in Teilzeit und wird für Führungspositionen häufig verlangt. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Logistik oder Supply Chain Management über ein Traineeprogramm in die Führungsaufgabe.

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