Straßenwärter
Straßenwärter halten Straßen, Radwege und Nebenanlagen befahrbar und sicher: Sie flicken Schlaglöcher, mähen Bankette, stellen Schilder auf, sichern Unfallstellen ab und fahren im Winter den Räum- und Streudienst.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Straßenwärter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.700 € | 46.800 € |
Die meisten Straßenwärter arbeiten im öffentlichen Dienst und werden nach TVöD oder TV-L bezahlt, meist in den Entgeltgruppen 5 bis 7, Meister höher. Erheblich ins Gewicht fallen Winterdienst-, Rufbereitschafts- und Erschwerniszulagen, die je nach Region und Einsatzhäufigkeit mehrere hundert Euro im Monat ausmachen können.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Straßenwärter?
Straßenwärter sorgen dafür, dass Bundes-, Land-, Kreis- und Gemeindestraßen benutzbar bleiben. Die Arbeit beginnt meist früh am Bauhof oder in der Straßenmeisterei mit der Einteilung der Kolonnen. Dann geht es hinaus auf die Strecke: Schadstellen in der Fahrbahndecke werden ausgeschnitten, gereinigt und mit Heißmischgut oder Kaltasphalt verfüllt und verdichtet. Bankette werden abgefräst, Gräben und Einlaufschächte freigeräumt, Durchlässe kontrolliert. Im Sommer stehen Grünpflege und Gehölzschnitt an, mit Freischneider, Böschungsmäher und Motorsäge. Verkehrszeichen, Leitpfosten und Schutzplanken werden geprüft, gereinigt, ersetzt oder neu gesetzt, Markierungen erneuert.
Ein zweiter großer Teil ist die Verkehrssicherung. Bei Baustellen, Unfällen, umgestürzten Bäumen oder ausgelaufenem Öl bauen Straßenwärter Absperrungen und Beschilderung nach den geltenden Richtlinien auf und arbeiten dabei unmittelbar neben fließendem Verkehr. Im Winter kommt der Räum- und Streudienst dazu, organisiert in Rufbereitschaft und Schichten, oft nachts und an Wochenenden. Streckenkontrollfahrten gehören ebenfalls zum Alltag: Schäden erkennen, dokumentieren, melden.
Wie wird man Straßenwärter?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Straßenwärter, ein anerkannter Ausbildungsberuf. Ausgebildet wird bei Straßenmeistereien der Länder, bei Autobahn- und Landesbetrieben, bei Kreisen und Kommunen sowie in Bauhöfen. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die Betriebe meist Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Ein Führerschein der Klasse B wird erwartet, die Klassen C und CE werden während oder nach der Ausbildung erworben, weil Lkw, Streufahrzeuge und Anhänger gefahren werden müssen. Der Motorsägenschein und Qualifikationen zur Arbeitsstellensicherung kommen hinzu.
Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, etwa aus Bau-, Garten- und Landschaftsbau- oder Kfz-Berufen. Wer als angelernte Kraft anfängt, kann die Prüfung als Externer nachholen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig im Freien statt, bei Hitze, Regen, Frost und Nässe. Sie ist körperlich fordernd: Heben, Tragen, Schaufeln, Arbeiten in gebückter Haltung, Lärm, Staub, Bitumendämpfe. Die Nähe zum fließenden Verkehr ist die größte Gefahr im Beruf; Unfälle an Arbeitsstellen sind eine reale Belastung, ebenso das Bergen von Unfallresten und die Konfrontation mit schweren Verkehrsunfällen.
Der Winterdienst prägt die kalte Jahreshälfte: Bereitschaftsdienste, Einsätze um drei Uhr morgens, Wochenenddienste, unplanbare Nächte. Wer ein festes Familienleben mit gleichbleibenden Abenden erwartet, kommt damit schwer zurecht. Verlässlichkeit, Teamfähigkeit in einer kleinen Kolonne und technisches Verständnis für Maschinen sind wichtiger als Theoriewissen.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und in vielen Regionen ungedeckt. Straßenmeistereien, Autobahn GmbH, Landesbetriebe und kommunale Bauhöfe suchen kontinuierlich Personal, ein erheblicher Teil der Belegschaften geht in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Die Beschäftigung ist überwiegend im öffentlichen Dienst und damit sicher.
Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter und Kolonnenführer zum geprüften Straßenwärtermeister oder zum Straßenmeister, verbunden mit Personalverantwortung für eine Meisterei. Auch Spezialisierungen auf Brückenprüfung, Maschinen- und Gerätewesen oder Verkehrssicherung sind möglich. Mit Fachhochschulreife kommt ein Studium im Bauingenieurwesen in Betracht.
Aufgaben
- Schlaglöcher und Fahrbahnschäden ausbessern
- Bankette abfräsen, Gräben und Entwässerung reinigen
- Grünpflege, Böschungsmahd und Gehölzschnitt entlang der Strecke
- Verkehrszeichen, Leitpfosten und Schutzplanken montieren und instand setzen
- Arbeitsstellen und Unfallstellen nach Richtlinie absichern
- Streckenkontrollfahrten durchführen und Schäden dokumentieren
- Winterdienst mit Räum- und Streufahrzeugen
- Maschinen, Geräte und Fahrzeuge warten und pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Straßenwärter oder vergleichbare Qualifikation
- Führerschein Klasse B, Klasse C/CE für Lkw und Streufahrzeuge
- Körperliche Belastbarkeit und Wetterfestigkeit, Arbeiten im Freien das ganze Jahr
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Schicht- und Wochenenddienst im Winter
- Technisches Verständnis für Maschinen und Anbaugeräte
- Zuverlässigkeit und Sicherheitsbewusstsein im Verkehrsraum
- Motorsägenschein und Nachweise zur Arbeitsstellensicherung, oft nachholbar
Wo man arbeitet
- Straßenmeistereien der Länder
- Autobahnmeistereien der Autobahn GmbH
- Kommunale Bauhöfe und Kreisstraßenbauämter
- Straßen- und Tiefbauunternehmen
- Betriebe der Verkehrssicherung und Beschilderung
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Straßenwärter bei einer Straßenmeisterei, einem Bauhof oder einem Straßenbauunternehmen, mit Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Kammer. Der Lkw-Führerschein wird in der Regel während der Ausbildung oder unmittelbar danach auf Kosten des Arbeitgebers erworben.
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