Was macht ein Sport- und Fitnesskaufmann?
Der Arbeitstag teilt sich meist zwischen Büro, Empfang und Trainingsfläche. Kaufmännisch geht es um Mitgliederverwaltung, Vertragsabschlüsse und Kündigungen, Beitragseinzug und Mahnwesen, Kursplanung, Dienstpläne, Bestellungen für Getränke- und Shopbereich sowie Auswertungen zu Auslastung und Kündigungsquoten. Dazu kommt Marketing: Aktionen planen, Social-Media-Beiträge erstellen, Probetrainings vereinbaren, Interessenten durch das Studio führen und Verträge verkaufen. Der Verkauf ist ein fester Bestandteil des Berufs, nicht eine Nebensache.
Auf der Fläche kommt die sportliche Seite dazu, besonders mit der Zusatzqualifikation Professional Fitnesscoach: Eingangsgespräche und Anamnese führen, Körperwerte messen, Trainingspläne für Kraft- und Ausdauergeräte erstellen, Übungen anleiten und korrigieren, Pläne nach einigen Wochen anpassen, Kurse leiten und die Geräte auf Sicherheit prüfen. In Vereinen und Verbänden verschiebt sich das Bild: dort dominieren Beitragsverwaltung, Wettkampforganisation, Fördermittelanträge und Sponsorenbetreuung.
Wie wird man Sport- und Fitnesskaufmann?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der IHK-Prüfung. Viele Studioketten und Fitnessschulen bündeln die Ausbildung mit Lizenzen wie Fitnesstrainer B, Trainer für Gruppenkurse oder Ernährungsberatung; die Bezeichnung Professional Fitnesscoach steht für ein solches Paket und ist kein staatlich geschützter Titel. Rechtlich gefordert ist meist mittlerer Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe häufig Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur ein. Quereinstieg ist möglich: Wer aus Einzelhandel, Hotellerie oder Verwaltung kommt und Trainerlizenzen erwirbt, findet in Studios oft eine Stelle, allerdings ohne kaufmännischen Abschluss auch mit begrenzten Aufstiegschancen.
Was der Beruf verlangt
Die Öffnungszeiten bestimmen den Dienstplan. Frühdienst ab sechs Uhr, Spätdienst bis 23 Uhr, Wochenend- und Feiertagsdienste sind normal, Teildienste kommen vor. Wer abends und samstags nicht arbeiten will, findet in dieser Branche kaum eine Stelle. Die Arbeit ist überwiegend im Stehen und Gehen, in Kursen körperlich anstrengend, und die Luft in Trainingsräumen ist nicht jedem angenehm.
Der Verkaufsdruck wird häufig unterschätzt. In vielen Studios gibt es Zielvorgaben für Vertragsabschlüsse, und Gespräche über Kündigungen oder ausstehende Beiträge gehören dazu. Mitglieder erscheinen unmotiviert, gereizt oder mit gesundheitlichen Einschränkungen, über die sie nicht sprechen wollen. Geduld, ein freundlicher Ton auch bei Beschwerden und ein sauberes Gespür für die Grenze zwischen Training und Therapie sind nötig. Die Bezahlung liegt in der Fitnessbranche im unteren Bereich der kaufmännischen Berufe, Tarifbindung ist selten.
Aussichten
Die Fitnessbranche in Deutschland ist nach den Einbrüchen der Pandemiejahre wieder gewachsen, Discountketten und Mikrostudios eröffnen weiter, und Personal ist gesucht. Wechsel sind häufig, Aufstiegswege daher offen: Schichtleitung, Studioleitung, Regionalleitung, Vertriebs- oder Marketingfunktionen in der Zentrale. Wer sich weiterqualifiziert, kann als Fachwirt für Prävention und Gesundheitsförderung, mit Studium in Sportökonomie oder Gesundheitsmanagement oder in Rehasport und betrieblicher Gesundheitsförderung deutlich besser verdienen. Auch der Weg in die Selbstständigkeit als Personal Trainer oder Studiobetreiber ist verbreitet, mit dem entsprechenden Risiko.