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Vertrieb & Kundenservice

Servicetechniker im Außendienst Pharma

Servicetechniker im Außendienst Pharma warten, reparieren und qualifizieren Produktions-, Abfüll- und Laboranlagen bei Kunden aus der Pharma- und Biotechbranche. Sie sind überwiegend unterwegs und arbeiten unter den strengen Dokumentations- und Hygieneregeln der Branche.

18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Servicetechniker im Außendienst Pharma verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.600 € 5.400 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.700 € 5.500 € 6.800 € 66.000 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Arbeitgebertyp: In Betrieben mit Tarifvertrag der IG Metall oder dem Bundesarbeitgeberverband Chemie liegt die Bezahlung deutlich über der vieler mittelständischer Servicedienstleister. Spesen, Reise- und Rufbereitschaftszulagen erhöhen das Jahreseinkommen oft merklich und sind in den Werten nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker im Außendienst Pharma?

Der Arbeitsplatz ist die Anlage beim Kunden: eine Tablettenpresse, eine Abfülllinie für Spritzen, ein Bioreaktor, ein Gefriertrockner, ein HPLC-Gerät im Qualitätskontrolllabor. Servicetechniker im Außendienst installieren solche Maschinen, nehmen sie in Betrieb, führen die vorgeschriebenen Wartungen durch, tauschen Verschleißteile, kalibrieren Sensoren und Waagen und suchen Fehler, wenn eine Linie stillsteht. Ein großer Teil der Arbeit ist Papier beziehungsweise elektronische Dokumentation: In der Pharmaproduktion gilt GMP, jede Tätigkeit an einer Anlage muss nachvollziehbar protokolliert werden, Qualifizierungs- und Kalibrierprotokolle werden unterschrieben und archiviert. Wer ungenau dokumentiert, verursacht beim Kunden ein Audit-Problem.

Dazu kommt der Kundenkontakt. Techniker schulen Bediener, beraten zu Ersatzteilen und Upgrades, schreiben Serviceberichte und geben Hinweise an den Vertrieb weiter, wenn eine Anlage ersetzt werden sollte. Reisen bestimmen den Rhythmus: Tagestouren in einer Region, mehrtägige Einsätze bei Inbetriebnahmen, bei internationalen Herstellern auch Auslandsreisen.

Wie wird man Servicetechniker im Außendienst Pharma?

Der übliche Weg führt über eine technische Ausbildung, etwa Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Industriemechaniker oder Anlagenmechaniker, häufig mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Auch Bachelorabsolventen der Mechatronik, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik oder Pharmatechnik steigen ein. Quereinstiege gelingen aus der Instandhaltung von Produktionsbetrieben, aus dem Anlagenbau oder aus dem Service anderer Branchen, sofern die Bereitschaft besteht, sich in GMP, Reinraumverhalten und Validierung einzuarbeiten. Die Hersteller schulen ihre Techniker intern auf die eigenen Gerätefamilien, meist mehrere Wochen bis Monate, oft am Stammsitz im Ausland.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist planbar und unplanbar zugleich. Wartungstermine stehen im Kalender, Störungen nicht. Wenn eine Abfülllinie steht, kostet jede Stunde Geld, entsprechend hoch ist der Druck. Rufbereitschaft, Wochenendeinsätze und Arbeit in Produktionsstillständen über Feiertage gehören bei vielen Arbeitgebern dazu, weil Anlagen nur dann zugänglich sind. Körperlich ist die Arbeit mittelschwer: Arbeiten in Zwangshaltung, Heben von Bauteilen, lange Zeiten in Reinraumkleidung mit Haube und Handschuhen, teilweise Umgang mit Reinigungschemikalien oder Rückständen von Wirkstoffen.

Die Reisetätigkeit ist der größte Einschnitt in das Privatleben. Wer 150 Übernachtungen im Jahr nicht möchte, sollte auf regionale Servicegebiete achten. Verlangt werden außerdem sauberes Auftreten beim Kunden, Geduld bei Rückfragen und Genauigkeit in der Dokumentation, auch am Ende eines langen Tages. Englisch ist bei internationalen Herstellern Pflicht, weil Dokumentation, Software und Support in Englisch laufen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Pharma- und Biotechunternehmen investieren laufend in Anlagen, jede Maschine braucht qualifizierten Service, und Fachkräfte mit GMP-Erfahrung sind knapp. Entwicklungswege führen zum Spezialisten für bestimmte Anlagentypen oder für Qualifizierung und Validierung, zur technischen Anwendungsberatung, in die Serviceleitung mit Teamverantwortung, in das Ersatzteil- und Vertragsgeschäft oder in den technischen Vertrieb. Wer die Reisen reduzieren will, wechselt häufig in die Instandhaltung eines Pharmawerks oder in den Innendienst der technischen Hotline.

Aufgaben

  • Anlagen und Laborgeräte beim Kunden installieren und in Betrieb nehmen
  • vorbeugende Wartungen und Kalibrierungen nach Herstellervorgabe durchführen
  • Störungen eingrenzen, Bauteile tauschen, Software und Steuerungen aktualisieren
  • Qualifizierungs-, Kalibrier- und Serviceprotokolle GMP-konform dokumentieren
  • Bediener und Werkstattpersonal des Kunden einweisen und schulen
  • Ersatzteilbedarf ermitteln und Angebote für Reparaturen anstoßen
  • Rückmeldungen zu Anlagenzustand und Bedarf an Vertrieb und Entwicklung geben

Voraussetzungen

  • abgeschlossene technische Ausbildung oder Studium in Mechatronik, Elektro- oder Verfahrenstechnik
  • Verständnis für Mechanik, Pneumatik, Elektrik und Steuerungstechnik
  • Führerschein Klasse B und hohe Reisebereitschaft
  • sorgfältiges Dokumentieren, Bereitschaft zur Einarbeitung in GMP und Reinraumregeln
  • Englischkenntnisse für Dokumentation und Herstellersupport
  • Belastbarkeit bei Anlagenstillständen sowie Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Wochenendeinsätzen

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Pharma- und Verpackungsanlagen
  • Anbieter von Labor- und Analysengeräten
  • technische Dienstleister und Servicepartner
  • Pharma- und Biotechwerke beim Kunden vor Ort
  • Reinräume und Produktionshallen

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist meist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa als Mechatroniker oder Elektroniker für Automatisierungstechnik, häufig ergänzt durch eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Alternativ führt ein Bachelor in Mechatronik, Elektro-, Verfahrens- oder Pharmatechnik in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Die gerätespezifische Qualifizierung übernimmt der Arbeitgeber in mehrwöchigen Werksschulungen.

Offene Stellen als Servicetechniker im Außendienst Pharma

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4
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2.900 – 6.200 €

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