Was macht ein Servicetechniker HLS?
Servicetechniker HLS halten die Technik am Laufen, die Gebäude warm, belüftet und mit Wasser versorgt hält. Der Arbeitstag beginnt meist im Servicefahrzeug: Aufträge sind über eine App oder die Disposition zugeteilt, dazwischen liegen Fahrtzeiten. Vor Ort werden Gasbrennwertkessel gewartet, Wärmepumpen in Betrieb genommen, Umwälzpumpen getauscht, Filter in Lüftungsanlagen gewechselt, Rohrleitungen abgedrückt, Trinkwasserproben genommen oder Störungen an der Regelung gesucht.
Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche. Ein Kessel geht in Störung, eine Fußbodenheizung wird nicht warm, eine Lüftungsanlage pfeift. Der Techniker liest Fehlercodes aus, prüft Messwerte an der Regelung, misst Abgaswerte, Drücke und Temperaturen und entscheidet, ob ein Bauteil getauscht wird oder die Anlage neu eingestellt werden muss. Dazu kommen Dokumentation, Prüfprotokolle, Materialbestellung und Kundengespräche über Reparaturkosten oder eine mögliche Modernisierung.
Wie wird man Servicetechniker HLS?
Der normale Weg führt über die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk. Auch Mechatroniker für Kältetechnik, Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Industriemechaniker steigen in den Servicebereich ein, oft mit einer betrieblichen Zusatzqualifikation. Wer schon in der Montage gearbeitet hat, wechselt häufig ohne weitere Ausbildung in den Service, weil die Betriebe Personal suchen.
Wichtig sind Herstellerschulungen: Für die Wartung bestimmter Kessel, Wärmepumpen oder Lüftungsgeräte verlangen die Hersteller Zertifikate. Dazu kommen Nachweise wie die Sachkunde nach der Trinkwasserverordnung, Kältemittel-Sachkunde nach Kategorie I bis IV oder die Befähigung für Arbeiten an Gasleitungen. Aufbauend sind Meister, Techniker oder ein Studium der Versorgungstechnik möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich: knien im Heizungskeller, Arbeit über Kopf, Lasten tragen, engste Schächte, Staub, Hitze am Kessel, Kälte auf dem Dach. Wer Rücken- oder Knieprobleme hat, merkt das schnell. Rufbereitschaft und Notdienst gehören in vielen Betrieben dazu, gerade im Winter, wenn Heizungen ausfallen. Die Fahrtzeiten verlängern den Tag, und Überstunden sind in der Heizperiode üblich.
Dazu kommt der Kundenkontakt. Der Techniker steht in fremden Wohnungen, muss erklären, warum eine Reparatur teuer wird, und mit verärgerten Menschen sachlich bleiben. Wer nur schrauben will, unterschätzt diesen Teil. Der technische Wandel verlangt ständiges Nachlernen: Wärmepumpen, Hydraulik, Regelungstechnik und Fernüberwachung haben mit dem alten Gaskessel wenig zu tun.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Der Gebäudebestand muss umgebaut werden, Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung nehmen zu, und gleichzeitig gehen viele erfahrene Kräfte in Rente. Fachkräfte im HLS-Service finden praktisch überall eine Stelle, häufig mit Firmenwagen und Wahlmöglichkeit zwischen Handwerksbetrieb, Herstellerservice, Facility-Management oder Industrie.
Entwicklungswege führen zum Serviceleiter, Kundendiensttechniker mit Spezialisierung auf Wärmepumpen oder Kältetechnik, zum Meister mit eigenem Betrieb oder in die Anlagenplanung. Wer die Regelungs- und Hydrauliktechnik beherrscht, ist besonders gesucht.