Servicetechniker Brandschutzsysteme
Servicetechniker für Brandschutzsysteme prüfen, warten und reparieren Brandmeldeanlagen, Löschanlagen, Rauchabzüge und Feuerlöscher beim Kunden vor Ort. Sie stellen sicher, dass die Technik im Ernstfall funktioniert, und dokumentieren jede Prüfung rechtssicher.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker Brandschutzsysteme verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.400 € | 54.000 € |
Am stärksten wirken Tarifbindung und Zulagen: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder des Elektrohandwerks liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner Servicefirmen. Rufbereitschaft, Nacht- und Wochenendeinsätze sowie Auslöse für Montagetage erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen oft merklich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker für Brandschutzsysteme?
Brandmeldeanlagen, Sprinkler- und Gaslöschanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsgeräte, Feststellanlagen für Brandschutztüren und Feuerlöscher müssen in festgelegten Intervallen geprüft werden. Diese Prüfungen führen Servicetechniker durch. Sie fahren zu Kunden – Bürogebäude, Krankenhäuser, Rechenzentren, Produktionshallen, Tiefgaragen, Hotels – und arbeiten dort die Prüfpunkte ab: Melder auslösen und Ansprechverhalten kontrollieren, Meldergruppen und Ansteuerungen der Zentrale testen, Batterien und Notstromversorgung messen, Löschmittelbestände und Druck prüfen, Rauchklappen auf Freilauf kontrollieren, verschmutzte Melder tauschen oder reinigen.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist die Störungsbeseitigung. Falschalarme, defekte Ringbusleitungen, ausgefallene Netzteile oder Fehler nach Umbauten im Gebäude müssen gefunden und behoben werden – oft unter Zeitdruck, weil eine gestörte Anlage den Betrieb des Gebäudes einschränkt. Dazu kommen Inbetriebnahmen neuer Anlagen, Parametrierung der Zentralen über Software und Einweisungen des Betreibers.
Jede Tätigkeit endet am Bildschirm oder auf dem Tablet: Prüfbericht, Mängelliste, Betriebsbuch. Diese Dokumente sind im Schadensfall Beweismittel, entsprechend genau müssen sie sein.
Wie wird man Servicetechniker für Brandschutzsysteme?
Der übliche Weg führt über eine Ausbildung als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme, Elektroniker für Geräte und Systeme, Anlagenmechaniker oder Mechatroniker. Für Löschanlagen sind auch Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gefragt. Die eigentliche Spezialisierung erfolgt im Betrieb: Herstellerschulungen auf die jeweiligen Zentralen von Bosch, Siemens, Honeywell, Hekatron oder Minimax, dazu Nachweise nach DIN 14675 für Brandmeldeanlagen und Sachkundeschulungen für Feuerlöscher und Rauchabzüge.
Quereinstieg aus dem Elektrohandwerk, der Sicherheitstechnik oder dem SHK-Bereich ist verbreitet, weil ausgebildete Kräfte fehlen. Ohne elektrotechnische Grundqualifikation geht es dagegen kaum, da an Netzspannung und an sicherheitsrelevanten Anlagen gearbeitet wird. Ein Führerschein der Klasse B ist Voraussetzung, der Servicewagen gehört zum Arbeitsplatz.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag besteht aus Fahrten und wechselnden Baustellen. Wer im Außendienst mit größerem Gebiet arbeitet, ist regelmäßig auswärts, teils mit Übernachtung. Prüfungen finden häufig außerhalb der Nutzungszeiten statt – abends, nachts oder am Wochenende, weil Alarmtests im laufenden Betrieb nicht möglich sind. Rufbereitschaft für Störungsdienste ist in vielen Betrieben üblich.
Körperlich ist die Arbeit mittelschwer bis anstrengend: Melder sitzen unter Decken, auf Leitern, Hebebühnen und in Steigern, Löschmittelflaschen sind schwer, Technikräume eng und staubig. Höhentauglichkeit und Arbeiten in engen Räumen sind fast immer gefragt. Dazu kommt die Verantwortung: Ein übersehener Mangel kann Menschenleben kosten, deshalb gilt gewissenhaftes Abarbeiten von Prüfvorschriften mehr als Schnelligkeit. Der Umgang mit Kunden, die kein Verständnis für Ausfälle oder Kosten haben, gehört ebenfalls dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Prüfpflichten sind gesetzlich verankert und lassen sich nicht aufschieben, der Anlagenbestand wächst, und die Zahl qualifizierter Techniker reicht nicht aus. Entwicklungswege führen zum Serviceleiter, zur verantwortlichen Fachkraft nach DIN 14675, in die Projektierung und Planung von Anlagen oder über eine Meister- beziehungsweise Technikerfortbildung in die Bauleitung. Auch der Wechsel zu einem Hersteller in Support oder Schulung ist möglich. Wer sich zusätzlich in Sicherheitstechnik, Videoüberwachung oder Gebäudeautomation einarbeitet, erweitert die Auswahl an Arbeitgebern deutlich.
Aufgaben
- Wiederkehrende Prüfungen an Brandmelde- und Löschanlagen durchführen
- Rauch- und Wärmeabzüge, Feststellanlagen und Feuerlöscher warten
- Störungen eingrenzen, Bauteile und Melder austauschen
- Brandmeldezentralen parametrieren und in Betrieb nehmen
- Prüfberichte, Mängellisten und Betriebsbücher führen
- Betreiber und Nutzer in die Anlagenbedienung einweisen
- Auf Rufbereitschaft zu Störeinsätzen fahren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik, Mechatronik oder Anlagenmechanik
- Kenntnisse der einschlägigen Normen, insbesondere DIN 14675 und VDE-Vorschriften
- Führerschein Klasse B
- Höhentauglichkeit, Arbeiten auf Leitern und Hebebühnen
- Sorgfalt bei Dokumentation und Prüfprotokollen
- Bereitschaft zu Außendienst, Wochenend- und Nachtarbeit
- Sicheres Auftreten im Kundenkontakt
Wo man arbeitet
- Brandschutz- und Sicherheitstechnikunternehmen
- Elektro- und SHK-Fachbetriebe
- Hersteller von Brandmelde- und Löschtechnik
- Technisches Gebäudemanagement und Facility-Dienstleister
- Werkstechnik großer Industriebetriebe und Kliniken
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder zum Anlagenmechaniker. Die Spezialisierung auf Brandschutztechnik folgt im Betrieb über Hersteller- und Sachkundeschulungen sowie den Nachweis nach DIN 14675. Weiterbilden lässt sich über Techniker- oder Meisterschulen.
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- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.900 €
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