Servicekraft / Spielhallenaufsicht
Servicekräfte in Spielhallen betreuen die Gäste, kontrollieren Ausweise und Sperrdateien, wechseln Geld und halten den Spielbetrieb am Laufen. Der Beruf ist ein Quereinstieg mit Schichtdienst, oft in Nachtstunden und häufig in Alleinarbeit.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicekraft / Spielhallenaufsicht verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.300 € | 2.600 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.300 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.800 € | 37.200 € |
Die Bezahlung liegt in vielen Betrieben nur wenig über dem gesetzlichen Mindestlohn; einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht, die Tarifverträge des Gastgewerbes gelten allenfalls indirekt. Deutlich mehr bringen Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge, große Automatenketten sowie Positionen mit Hallen- oder Bezirksleitung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Servicekraft in der Spielhalle?
Der Arbeitstag beginnt mit dem Öffnen der Halle, dem Hochfahren der Geldspielgeräte und dem Zählen des Kassenbestands. Danach dreht sich die Arbeit um die Gäste: Getränke und Snacks servieren, Geld wechseln, Gewinne auszahlen, Automatenstörungen beheben, Papierrollen und Scheinprüfer nachfüllen. Ein großer Teil der Tätigkeit ist Kontrolle. Vor dem Eintritt wird bei jedem Gast der Ausweis geprüft und ein Abgleich mit der bundesweiten Spielersperrdatei OASIS durchgeführt. Ohne diesen Abgleich darf niemand spielen. Wer gesperrt ist oder unter 18 Jahre alt ist, wird abgewiesen, auch wenn er sich beschwert.
Dazu kommt der Spielerschutz. Servicekräfte sollen auffälliges Spielverhalten erkennen, Gäste ansprechen, auf Beratungsstellen hinweisen und Vorfälle dokumentieren. Nebenbei laufen Reinigung, Aschenbecher, Toilettenkontrolle, Warenbestellung und Kassenabschluss. In vielen Betrieben arbeitet eine Person allein in der Halle, überwacht von Kameras und mit Notrufknopf.
Wie wird man Servicekraft in der Spielhalle?
Es gibt keine geregelte Ausbildung. Eingestellt wird über Quereinstieg, meist aus Gastronomie, Einzelhandel oder Sicherheitsdiensten. Voraussetzung ist Volljährigkeit, in vielen Ländern ein Mindestalter von 18 oder 21 Jahren, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und die Bereitschaft zur Schichtarbeit. Der Glücksspielstaatsvertrag verlangt für Personal in Spielhallen eine Schulung im Spielerschutz und in der Früherkennung von Spielsucht; sie dauert meist einen bis wenige Tage und wird vom Betrieb organisiert oder bezahlt. Die Einarbeitung an Kasse, Automaten und Sperrsystem erfolgt in der Halle, oft innerhalb von zwei bis vier Wochen. Wer eine Ausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe, als Kaufmann im Einzelhandel oder eine Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung mitbringt, hat bei der Bewerbung Vorteile und kommt schneller in Richtung Hallenleitung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind das größte Thema. Spielhallen öffnen früh und schließen spät, Wochenende und Feiertage sind Regelarbeitszeit, Nachtschichten sind üblich. Die Arbeit ist überwiegend stehend, in Hallen mit Rauchbereich kommt Tabakrauch dazu. Belastender als das Körperliche ist meist der Umgang mit Gästen: Wer eine Auszahlung verweigern, einen gesperrten Spieler abweisen oder einen Betrunkenen hinausbegleiten muss, braucht Ruhe und ein sicheres Auftreten. Übergriffiges Verhalten, Beschimpfungen und gelegentlich Diebstahls- oder Überfallrisiko gehören zur Realität des Berufs. Wer Glücksspiel grundsätzlich problematisch findet, wird mit der Doppelrolle zwischen Verkauf und Schutzauftrag schwer zurechtkommen. Verlässlichkeit bei Kasse und Dokumentation ist Pflicht, da Behörden und Ordnungsämter unangekündigt kontrollieren.
Aussichten
Der Bedarf an Personal ist stabil bis hoch, weil die Fluktuation groß ist und Betriebe die vorgeschriebene Aufsicht während der gesamten Öffnungszeit sicherstellen müssen. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Spielhallen durch Abstandsregelungen und strengere Konzessionsvorgaben, vor allem in Großstädten. Stellen finden sich bei den großen Ketten, die auch überregional versetzen, und bei einzelnen Betreibern. Entwicklung führt zur Hallenleitung mit Verantwortung für Dienstplan, Abrechnung und Einarbeitung, danach in die Bezirks- oder Regionalleitung. Ein Wechsel in Gastronomie, Hotellerie, Kasinobetrieb oder in den Sicherheitsdienst ist mit den erworbenen Erfahrungen gut möglich.
Aufgaben
- Ausweise kontrollieren und Gäste mit der Sperrdatei OASIS abgleichen
- Geld wechseln, Gewinne auszahlen und die Kasse abrechnen
- Getränke und kleine Speisen servieren
- Geldspielgeräte betreuen, Störungen beheben und auffüllen
- auffälliges Spielverhalten erkennen und auf Beratungsangebote hinweisen
- Halle, Sanitärbereich und Automaten reinigen
- Hausrecht durchsetzen und Vorfälle dokumentieren
- Warenbestand prüfen und Nachschub bestellen
Voraussetzungen
- Volljährigkeit, je nach Betrieb Mindestalter 21 Jahre
- einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
- Schulung im Spielerschutz und zur Früherkennung von Spielsucht
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
- ruhiges, sicheres Auftreten in Konfliktsituationen
- Sorgfalt bei Kassenführung und Dokumentation
- gute Deutschkenntnisse und Stehvermögen über lange Schichten
Wo man arbeitet
- Spielhallen und Spielotheken
- Automatenketten mit mehreren Filialen
- Spielbanken und Kasinos
- Gastronomiebetriebe mit Geldspielgeräten
- Wettbüros mit Automatenbereich
Der Weg in den Beruf
Der Beruf ist kein anerkannter Ausbildungsberuf; der Einstieg erfolgt als Quereinstieg mit betrieblicher Einarbeitung von zwei bis vier Wochen. Vorgeschrieben ist eine Schulung im Spielerschutz nach den Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags, die meist wenige Tage dauert und vom Arbeitgeber organisiert wird. Eine abgeschlossene Ausbildung im Gastgewerbe oder Einzelhandel oder eine Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung verbessert die Chancen auf Leitungsaufgaben.
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