Was macht ein Service Delivery Manager?
Ein Service Delivery Manager steht zwischen Kunde und Leistungserbringung. Er verantwortet, dass ein vereinbarter Service tatsächlich so erbracht wird, wie es im Vertrag steht: mit den zugesagten Reaktionszeiten, in der zugesagten Qualität, im vereinbarten Umfang. Der Begriff kommt aus der IT-Dienstleistung, wird inzwischen aber auch in Catering-Konzernen, Hotelketten, bei Reiseveranstaltern und im Facility- und Eventservice verwendet, wenn jemand ganze Servicepakete für Großkunden steuert.
Der Alltag besteht aus Kennzahlen, Gesprächen und Eskalationen. Morgens ein Blick auf die Auswertungen der Vornacht: Wurden Termine gehalten, wie viele Beschwerden gab es, wo sind Kapazitäten ausgefallen. Dann Abstimmung mit den Teams oder Subunternehmern, Nachsteuern bei Personalausfall, Vorbereitung des monatlichen Service-Review mit dem Kunden. Dazwischen liegen Reklamationen, die weitergegeben wurden, weil sie auf der operativen Ebene nicht gelöst wurden. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation: Berichte, Maßnahmenlisten, Nachweise über eingehaltene Service Level.
Wie wird man Service Delivery Manager?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Titel. Der Weg führt fast immer über Erfahrung in der Leistungserbringung selbst. In Gastronomie und Tourismus heißt das typischerweise: Ausbildung als Hotelfachfrau, Restaurantfachmann, Kaufmann für Tourismus und Freizeit oder Veranstaltungskaufmann, danach mehrere Jahre operative Verantwortung als Schichtleitung, Objektleitung oder Standortleitung. Häufig kommt ein Studium in Hotelmanagement, Tourismuswirtschaft oder Betriebswirtschaft dazu, oft berufsbegleitend. In der technischen Variante des Berufs wird ITIL-Wissen erwartet, teils mit Zertifikat.
Quereinstieg ist möglich, aber nur mit Branchenkenntnis. Wer nie selbst im Service gestanden hat, verliert schnell die Glaubwürdigkeit gegenüber den Teams, die er steuern soll. Verhandlungssicheres Englisch ist bei internationalen Kunden Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Position ist eine Sandwich-Rolle. Von oben kommen Margenziele, von unten Personalmangel, vom Kunden Erwartungen, die im Vertrag oft günstiger kalkuliert sind, als sie sich erfüllen lassen. Wer Konflikte schlecht erträgt, hält das nicht lange durch. Erreichbarkeit über den Feierabend hinaus ist üblich, in Gastronomie und Tourismus auch an Wochenenden und in der Hochsaison. Reisetätigkeit zu Standorten und Kunden gehört meist dazu.
Schwer fällt vielen der Wechsel von der operativen Arbeit zur Steuerung. Man löst Probleme nicht mehr selbst, sondern sorgt dafür, dass andere sie lösen, und trägt trotzdem die Verantwortung für das Ergebnis. Belastend ist außerdem die Rechtfertigungsarbeit: Zahlen aufbereiten, Abweichungen erklären, Maßnahmen nachweisen, auch wenn die Ursache außerhalb des eigenen Einflusses lag.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil immer mehr Unternehmen Verpflegung, Reisemanagement, Eventbetreuung und Gebäudedienste an Dienstleister abgeben und diese Verträge gesteuert werden müssen. Wer den Beruf beherrscht, kann in die Regional- oder Bereichsleitung wechseln, ins Key Account Management oder ins Vertragsmanagement. Auch der Sprung in andere Branchen gelingt, weil die Steuerungslogik übertragbar ist. Fachlich weiterführend sind Qualitätsmanagement, Prozessmanagement und Vertragsrecht.