Was macht ein Sachbearbeiter Arbeitsvorbereitung?
Bevor in einer Fertigung die erste Maschine anläuft, muss festgelegt sein, was genau produziert wird, in welcher Reihenfolge, mit welchen Werkzeugen und bis wann. Diese Vorarbeit leistet die Arbeitsvorbereitung. Aus Kundenauftrag und technischer Zeichnung entstehen Arbeitspläne mit einzelnen Arbeitsgängen, Vorgabezeiten und Maschinenzuordnungen. Dazu kommen Stücklisten, Materialanforderungen an den Einkauf und Fertigungsaufträge, die im ERP-System angelegt und eingeplant werden.
Ein großer Teil des Alltags besteht aus Terminplanung und Nachsteuern. Ein Lieferant liefert Blech zwei Wochen später, eine Maschine fällt aus, ein Kunde zieht seinen Wunschtermin vor - dann wird die Reihenfolge neu gelegt und alle Beteiligten müssen es erfahren. Sachbearbeiter der Arbeitsvorbereitung telefonieren viel, sitzen in kurzen Abstimmungen mit Meistern und gehen in die Halle, um sich den Stand selbst anzusehen. Ergänzend pflegen sie Stammdaten, kalkulieren Rüst- und Bearbeitungszeiten und werten Rückmeldungen aus der Fertigung aus.
Wie wird man Sachbearbeiter Arbeitsvorbereitung?
Der Beruf ist kein eigener Ausbildungsberuf. Der übliche Weg führt über eine technische oder technisch-kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, technischer Produktdesigner oder Industriekaufmann, meist gefolgt von einigen Jahren in der Fertigung oder im Innendienst. Viele setzen eine Weiterbildung zum Industriemeister, technischen Fachwirt oder staatlich geprüften Techniker darauf. Auch Bachelorabsolventen aus Wirtschaftsingenieurwesen oder Maschinenbau steigen hier ein. Quereinstieg gelingt am ehesten aus produktionsnahen Bürotätigkeiten, wenn Zeichnungsverständnis und ERP-Kenntnisse vorhanden sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsvorbereitung sitzt zwischen Abteilungen mit gegensätzlichen Interessen. Der Vertrieb verspricht kurze Termine, der Einkauf will Bestellmengen bündeln, die Fertigung will lange Serien ohne Rüstwechsel. Wer Konflikte schlecht aushält oder Widerspruch nicht sachlich vortragen kann, hat es schwer. Der Tonfall in Produktionsbetrieben ist direkt.
Die Arbeit ist überwiegend Tagdienst, in Betrieben mit Mehrschichtbetrieb kann Frühdienst ab sechs Uhr dazugehören. Belastend sind weniger die Stunden als die Häufung von Störungen: Vor Monats- und Quartalsende, bei Materialengpässen oder Personalausfall stapeln sich Umplanungen. Detailgenauigkeit ist Pflicht, denn ein falscher Zeitwert oder eine veraltete Stückliste erzeugt Ausschuss und Kosten. Wer lieber an einer Sache in Ruhe arbeitet, wird die ständigen Unterbrechungen als anstrengend empfinden.
Aussichten
Jeder produzierende Betrieb ab einer gewissen Größe braucht diese Funktion, und Fachkräfte mit Fertigungserfahnung plus ERP-Sicherheit sind in Maschinenbau, Metallverarbeitung, Kunststofftechnik und Elektroindustrie gesucht. Die Tätigkeit verändert sich durch digitale Planungswerkzeuge, Betriebsdatenerfassung und Feinplanungssysteme: Routinebuchungen nehmen ab, das Beurteilen von Alternativen nimmt zu. Entwicklungswege führen in die Fertigungsleitung, ins Produktionscontrolling, in die Disposition und Supply-Chain-Planung, in die Prozessplanung oder in die Betreuung des ERP-Systems. Wer Lean-Methoden oder Datenauswertung beherrscht, kann sich in Richtung Prozessverbesserung entwickeln. Ein Nachteil bleibt: In Konjunkturkrisen der Industrie ist der Bereich von Kurzarbeit und Stellenabbau mitbetroffen.