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Recht & Beratung

Rechtsanwalt Arbeitsrecht

Rechtsanwälte für Arbeitsrecht beraten und vertreten Arbeitnehmer, Unternehmen oder Betriebsräte in allen Fragen rund um das Arbeitsverhältnis, von Arbeitsverträgen über Kündigungen bis zu Betriebsvereinbarungen. Viele tragen nach zusätzlicher Qualifikation den Titel Fachanwalt für Arbeitsrecht.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Rechtsanwalt Arbeitsrecht verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.500 € 5.000 € 11.000 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 7.000 € 14.000 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 9.500 € 20.000 € 114.000 €

Für angestellte Anwälte in Kanzleien gibt es keinen Tarifvertrag, das Gehalt hängt vor allem von der Kanzleigröße, der Examensnote und der Seite ab: Großkanzleien mit Unternehmensmandaten zahlen ein Vielfaches kleiner Kanzleien mit Arbeitnehmermandaten. Syndikusrechtsanwälte in Unternehmen werden oft außertariflich oder nach dem Branchentarif ihres Arbeitgebers bezahlt, bei Selbstständigen schwankt das Einkommen mit Mandatslage und Abrechnung nach RVG.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht?

Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Lesen, Schreiben und Verhandeln. Ein Mandant bringt eine Kündigung, eine Abmahnung oder einen Aufhebungsvertrag mit, und der Anwalt prüft, ob Fristen, Formvorschriften und Kündigungsgründe eingehalten wurden. Bei Kündigungsschutzklagen gilt eine Frist von drei Wochen, deshalb geht vieles schnell. Es folgen Schriftsätze an das Arbeitsgericht, Gütetermine und Kammertermine, in denen oft ein Vergleich mit Abfindung ausgehandelt wird. Auf Unternehmensseite geht es um Arbeitsverträge, Umstrukturierungen, Personalabbau, Verhandlungen mit dem Betriebsrat, Interessenausgleich und Sozialplan. Wer Betriebsräte oder Gewerkschaftsmitglieder vertritt, arbeitet an Einigungsstellenverfahren, Mitbestimmungsfragen und Tarifauslegung. Dazu kommen Telefonate, Mandantengespräche, Recherche in Rechtsprechung und Kommentaren sowie die genaue Erfassung der abrechenbaren Zeit.

Wie wird man Rechtsanwalt für Arbeitsrecht?

Voraussetzung ist ein Studium der Rechtswissenschaften an einer Universität, das mit der Ersten Juristischen Prüfung endet und meist zehn bis zwölf Semester dauert. Danach folgt ein zweijähriges Referendariat an Gerichten, bei der Staatsanwaltschaft, in der Verwaltung und in Kanzleien, abgeschlossen mit dem Zweiten Staatsexamen. Erst dann ist die Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer möglich. Einen Schwerpunkt im Arbeitsrecht kann man schon im Studium und in einer Wahlstation des Referendariats setzen. Den Titel Fachanwalt für Arbeitsrecht erhält, wer mindestens drei Jahre zugelassen ist, einen Lehrgang mit mindestens 120 Stunden samt Klausuren absolviert und eine bestimmte Zahl selbst bearbeiteter Fälle nachweist. Ein Quereinstieg ohne beide Staatsexamen ist nicht möglich. Wirtschaftsjuristen oder Absolventen ohne Referendariat können im Personalwesen oder als Berater arbeiten, dürfen aber nicht als Anwalt vor Gericht auftreten.

Was der Beruf verlangt

Der Weg ist lang und das Examen anspruchsvoll, die Noten entscheiden stark darüber, welche Türen sich öffnen. Im Beruf selbst herrscht Fristendruck, und Fehler können Mandanten viel Geld oder den Arbeitsplatz kosten. Viele Mandanten auf Arbeitnehmerseite stecken in einer persönlichen Krise, was Gespräche emotional belastet. In Großkanzleien sind Arbeitswochen von 50 bis 60 Stunden üblich, abendliche Telefonkonferenzen und Wochenendarbeit bei Restrukturierungen kommen vor. In kleinen Kanzleien ist die Zeit planbarer, dafür sind die Honorare oft niedriger und Selbstständige tragen das wirtschaftliche Risiko selbst. Gefragt sind sprachliche Genauigkeit, Verhandlungsgeschick und die Bereitschaft, sich laufend in neue Urteile des Bundesarbeitsgerichts einzuarbeiten.

Aussichten

Arbeitsrecht gehört zu den Rechtsgebieten mit stabiler Nachfrage, weil Kündigungen, Umstrukturierungen und Konflikte mit Betriebsräten in jeder Wirtschaftslage vorkommen und in Krisen eher zunehmen. Themen wie mobiles Arbeiten, Arbeitszeiterfassung, Datenschutz im Betrieb und Fachkräfteeinwanderung erweitern das Feld. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Jura-Absolventen, was Kanzleien und Unternehmen den Nachwuchs schwerer finden lässt. Entwicklungswege führen zur Partnerschaft in einer Kanzlei, zur eigenen Kanzleigründung, in eine Rechtsabteilung als Syndikusrechtsanwalt, zu Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden oder über einen Wechsel in die Justiz an ein Arbeitsgericht.

Aufgaben

  • Kündigungen, Abmahnungen und Aufhebungsverträge rechtlich prüfen
  • Kündigungsschutzklagen und Schriftsätze für das Arbeitsgericht verfassen
  • Mandanten in Güte- und Kammerterminen vor Gericht vertreten
  • Abfindungen und Vergleiche mit der Gegenseite verhandeln
  • Arbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen und Sozialpläne entwerfen
  • Unternehmen bei Umstrukturierungen und Personalabbau beraten
  • Betriebsräte in Mitbestimmungsfragen und Einigungsstellen begleiten
  • Aktuelle Rechtsprechung und Gesetzesänderungen auswerten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Jurastudium mit Erster Juristischer Prüfung
  • Zweites Juristisches Staatsexamen nach dem Referendariat
  • Zulassung bei einer Rechtsanwaltskammer
  • Für den Fachanwaltstitel: Fachlehrgang und Nachweis praktischer Fälle
  • Sicherer schriftlicher und mündlicher Ausdruck
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit unter Fristendruck

Wo man arbeitet

  • Arbeitsrechtliche Fachkanzleien
  • Wirtschaftskanzleien und Großkanzleien
  • Allgemeine Anwaltskanzleien
  • Rechts- und Personalabteilungen von Unternehmen
  • Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände

Der Weg in den Beruf

Nach einem Jurastudium von etwa fünf bis sechs Jahren mit Erster Juristischer Prüfung folgt ein zweijähriges Referendariat, das mit dem Zweiten Staatsexamen endet. Mit der Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer kann man als Rechtsanwalt arbeiten, den Titel Fachanwalt für Arbeitsrecht erwirbt man frühestens nach drei Jahren Zulassung, einem Fachlehrgang und dem Nachweis eigener Fälle.

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