Was macht eine Empfangskraft?
Der Arbeitstag beginnt meist vor allen anderen: Empfangsbereich aufschließen, Rechner starten, Telefonanlage aus der Nachtschaltung nehmen, Besucherliste des Tages durchsehen. Danach folgt ein ständiger Wechsel zwischen Publikumsverkehr und Bürotätigkeit. Gäste werden angemeldet, mit Besucherausweisen versehen und zum richtigen Ansprechpartner gebracht oder in den Wartebereich gesetzt. Parallel läuft das Telefon: Anrufe annehmen, Anliegen erfassen, weiterleiten, Nachrichten notieren, wenn niemand erreichbar ist.
Dazwischen liegt die Verwaltungsarbeit. Post wird sortiert und verteilt, Pakete angenommen und quittiert, Kurierdienste beauftragt. Besprechungsräume werden gebucht, Getränke und Technik vorbereitet, Taxis und Hotelzimmer für Gäste organisiert. In kleineren Betrieben kommen Aufgaben hinzu, die sonst in andere Abteilungen fallen: Bestellung von Büromaterial, Reisekostenbelege vorsortieren, Rechnungen erfassen, Termine für die Geschäftsführung koordinieren. In Arztpraxen gehört die Patientenaufnahme dazu, in Hotels Check-in, Check-out und Abrechnung.
Wie wird man Empfangskraft?
Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau für Büromanagement, als Hotelfachkraft oder im Einzelhandel. Viele Stellen sind auch für Quereinsteigerinnen offen, die Erfahrung im Kundenkontakt mitbringen, aus dem Verkauf, der Gastronomie oder einem Servicecenter kommen. Entscheidend sind in der Praxis sichere Umgangsformen, gutes Deutsch, brauchbares Englisch und Routine mit Office-Programmen und Telefonanlage. Wer in ein internationales Unternehmen oder Hotel möchte, braucht Englisch auf verhandlungssicherem Niveau, teils eine weitere Sprache.
Was der Beruf verlangt
Der Empfang ist ein Arbeitsplatz mit Präsenzpflicht. Wer dort sitzt, kann nicht einfach weggehen, nicht spontan Homeoffice machen und nicht in Ruhe eine Aufgabe abschließen, ohne unterbrochen zu werden. Die Arbeit ist ständige Unterbrechung, Konzentration auf mehrere Kanäle gleichzeitig und viele Stunden am Stück im Sitzen oder Stehen. Freundlichkeit wird auch dann erwartet, wenn Gäste unhöflich sind, Lieferanten drängeln oder drei Leitungen gleichzeitig klingeln.
In Unternehmen gelten meist Bürozeiten, oft in Früh- und Spätschicht, damit der Empfang durchgehend besetzt ist. In Hotels und Kliniken kommen Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste hinzu. Die Bezahlung liegt am unteren Ende der kaufmännischen Berufe, viele Stellen werden über Facility-Dienstleister vergeben und dann schlechter vergütet als bei Direktanstellung. Teilzeit ist verbreitet, befristete Verträge ebenfalls.
Aussichten
Empfangskräfte werden weiter gesucht, allerdings verschiebt sich das Bild. In größeren Bürogebäuden übernehmen Dienstleister den Empfang, in manchen Unternehmen ersetzen Selbstanmelde-Terminals einen Teil der Arbeit. Gefragt bleiben Stellen, in denen Repräsentation zählt: Kanzleien, Beratungen, Kliniken, Autohäuser, Hotels.
Wer sich weiterentwickeln will, geht typischerweise in Richtung Assistenz oder Office Management, übernimmt Sachbearbeitung im Personal- oder Rechnungswesen oder wechselt in die Teamleitung eines größeren Empfangsteams. Zusatzqualifikationen in Buchhaltung, eine Fremdsprachenprüfung oder eine Fortbildung zur Bürofachkraft erhöhen die Chancen deutlich, weil der Empfang allein selten Aufstieg bietet.