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Technik & Ingenieurwesen

Quality

Quality-Fachkräfte sichern die Qualität von Produkten und Prozessen: Sie prüfen, dokumentieren, analysieren Fehler und halten Normen wie ISO 9001 ein. Der Beruf sitzt zwischen Produktion, Entwicklung und Kunde.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Quality verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.500 € 7.500 € 66.000 €

In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Chemie-Tarifvertrag und liegt deutlich über dem Niveau kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer. Prüfstellen in der Produktion werden niedriger bezahlt als Qualitätsmanagement mit Auditorenqualifikation, Schichtzulagen können den Verdienst zusätzlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft im Bereich Quality?

Quality umfasst Qualitätsprüfung, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. In der Prüfung werden Bauteile, Chargen oder Baugruppen gemessen und mit Zeichnungen und Spezifikationen verglichen: mit Messschieber, Bügelmessschraube, Koordinatenmessgerät oder Prüflehren. In der Sicherung geht es um die Prozesse, die Fehler verhindern sollen - Erstmusterprüfberichte, Prüfpläne, Maschinenfähigkeitsuntersuchungen, Freigaben. Im Qualitätsmanagement stehen das Managementsystem und seine Nachweise im Mittelpunkt: Verfahrensanweisungen pflegen, interne Audits durchführen, externe Zertifizierungsaudits vorbereiten, Kennzahlen wie Ausschussquote oder Reklamationsrate auswerten.

Ein großer Teil der Arbeit sind Reklamationen. Wenn ein Kunde eine fehlerhafte Lieferung meldet, muss die Ursache gefunden, eine Sofortmaßnahme veranlasst und eine dauerhafte Abstellmaßnahme dokumentiert werden, oft im 8D-Format. Das bedeutet Gespräche mit Produktion, Einkauf und Entwicklung - und regelmäßig Widerstand, weil Qualitätsforderungen Zeit und Geld kosten.

Wie wird man Fachkraft im Bereichy Quality?

Es gibt keinen einzigen Weg. Viele kommen über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker oder Chemielaborant, und wechseln nach einigen Jahren in die Prüfung. Darauf lassen sich Weiterbildungen aufbauen: Qualitätsfachkraft, Qualitätsbeauftragter, Qualitätsmanager oder interner Auditor, angeboten unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Qualität und den Industrie- und Handelskammern. Ein zweiter Weg führt über ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder Lebensmitteltechnologie; wer so einsteigt, landet meist direkt im Qualitätsmanagement oder in der Lieferantenentwicklung.

Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne technischen Hintergrund. Wer aus der Produktion kommt, das Produkt kennt und sorgfältig dokumentiert, hat gute Chancen auf eine Prüfstelle. Branchenkenntnis wiegt oft schwerer als der Abschluss - in der Medizintechnik zählt die MDR, in der Automobilindustrie die IATF 16949, in der Lebensmittelbranche HACCP und IFS.

Was der Beruf verlangt

Sorgfalt über Stunden hinweg, auch wenn die Messung zum hundertsten Mal dasselbe Ergebnis bringt. In der Prüfung wird häufig im Schichtbetrieb gearbeitet, weil die Produktion nicht auf die Tagschicht wartet. Prüfräume sind klimatisiert, Produktionshallen dagegen laut, warm und staubig; Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und langes Stehen gehören dazu.

Unangenehm ist die Rolle: Wer Ausschuss sperrt oder eine Lieferung stoppt, hält den Betrieb auf und macht sich unbeliebt. Der Druck, trotzdem freizugeben, ist real. Dazu kommt viel Dokumentation - ein erheblicher Teil des Tages geht für Berichte, Datenbanken und Nachweise drauf. Bei Audits und Serienanläufen wird es hektisch, in ruhigen Phasen ist die Arbeit dagegen stark routiniert.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Normen und Kundenanforderungen eher zunehmen als abnehmen. Besonders gesucht sind Fachkräfte mit Erfahrung in Medizintechnik, Luftfahrt, Pharma und Automotive sowie Auditorinnen und Auditoren mit gültiger Qualifikation. Entwicklungswege führen von der Prüfung über die Qualitätssicherung zur Leitung des Qualitätswesens, in die Lieferantenentwicklung mit Reisetätigkeit oder in Richtung Prozess- und Datenanalyse. Wer Englisch spricht und mit Messtechnik wie auch mit Statistik umgehen kann, hat die breiteste Auswahl.

Aufgaben

  • Bauteile und Chargen nach Zeichnung und Spezifikation messen und prüfen
  • Prüfpläne, Prüfanweisungen und Erstmusterprüfberichte erstellen
  • Reklamationen bearbeiten und Fehlerursachen analysieren, etwa im 8D-Prozess
  • Sperrware kennzeichnen, Nacharbeit und Sonderfreigaben veranlassen
  • Qualitätskennzahlen auswerten und an die Bereichsleitung berichten
  • Managementsystem nach ISO 9001 oder branchenspezifischen Normen pflegen
  • Interne Audits durchführen und externe Zertifizierungsaudits begleiten
  • Lieferanten bewerten und bei Qualitätsproblemen betreuen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene technische Ausbildung oder ein technisches Studium
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen und Umgang mit Messmitteln
  • Kenntnisse einschlägiger Normen, je nach Branche ISO 9001, IATF 16949, MDR oder IFS
  • Sorgfalt, Geduld und die Bereitschaft, unbequeme Entscheidungen zu vertreten
  • Gute Deutschkenntnisse für die Dokumentation, oft zusätzlich Englisch
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit in produktionsnahen Prüfstellen
  • Normales Farbsehen und Sehschärfe für bestimmte Sichtprüfungen

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Automobilhersteller und Zulieferer
  • Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
  • Lebensmittelbetriebe und Molkereien
  • Prüflabore und Zertifizierungsgesellschaften
  • Maschinen- und Anlagenbau

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Industriemechanikerin oder Werkstoffprüfer, gefolgt von einer Weiterbildung zur Qualitätsfachkraft oder zum Qualitätsmanager, die je nach Anbieter wenige Wochen bis mehrere Monate dauert. Alternativ führt ein Bachelor in Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen in sechs bis sieben Semestern direkt in das Qualitätsmanagement. Eine eigenständige Erstausbildung mit dem Titel Quality gibt es nicht.

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