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Gesundheit & Pflege

Psychologischer Psychotherapeut

Psychologische Psychotherapeuten behandeln Menschen mit psychischen Erkrankungen mit anerkannten Psychotherapieverfahren. Grundlage ist ein Psychologiestudium und eine mehrjährige Weiterbildung, die mit der staatlichen Approbation endet.

20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Psychologischer Psychotherapeut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.500 € 81.600 €

In Kliniken und im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach Tarifverträgen wie TVöD, TV-L oder Haustarifen, Approbierte werden dort meist ab Entgeltgruppe 14 eingruppiert. In eigener Praxis hängt das Einkommen stark vom Kassensitz, der Auslastung, dem Anteil privat zahlender Patienten und den Praxiskosten ab; die Spanne ist dort deutlich weiter als im Angestelltenverhältnis.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Psychologischer Psychotherapeut?

Psychologische Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln psychische Störungen: Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Traumafolgestörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen. Der Arbeitstag besteht überwiegend aus Therapiesitzungen von 50 Minuten, meist vier bis acht am Tag. Am Anfang jeder Behandlung stehen probatorische Sitzungen, in denen die Beschwerden erhoben, eine Diagnose nach ICD gestellt und ein Behandlungsplan entwickelt wird. Für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse folgt ein Antrag mit ausführlichem Bericht an den Gutachter.

Behandelt wird nach einem der wissenschaftlich anerkannten Verfahren, in der Regel Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie oder Systemische Therapie. Dazu kommen Krisengespräche, Kontakt zu Hausärzten und Psychiatern, Sozialberichte, Stellungnahmen für Rentenversicherung oder Gerichte und die eigene Dokumentation. In Kliniken kommen Gruppentherapien, Visiten und Teambesprechungen hinzu. Wer eine Praxis führt, erledigt zusätzlich Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung, Terminorganisation und Buchhaltung.

Wie wird man Psychologischer Psychotherapeut?

Der klassische Weg führt über ein Psychologiestudium mit Bachelor und Master, danach eine drei- bis fünfjährige Ausbildung an einem staatlich anerkannten Institut mit Theorie, Selbsterfahrung, Supervision und Praktika in Klinik und Ambulanz. Sie endet mit der staatlichen Prüfung und der Approbation. Seit der Reform von 2020 gibt es den direkten Weg: ein Bachelor- und Masterstudium Psychotherapie, das mit der Approbation abschließt, danach eine fachliche Weiterbildung für die Arbeit zulasten der Krankenkassen. Die alte Ausbildung läuft in einer Übergangsfrist aus. Ein echter Quereinstieg besteht nicht; ohne einschlägiges Studium und Approbation darf der Titel nicht geführt und keine Heilbehandlung angeboten werden.

Was der Beruf verlangt

Der Weg ist lang und teuer. Die Ausbildung nach altem Recht kostete häufig einen fünfstelligen Betrag, das praktische Jahr in der Klinik war lange sehr gering vergütet. Auch die neue Weiterbildung ist nicht überall gesichert finanziert. Wer eine eigene Praxis will, braucht einen Kassensitz; die Zulassung ist zahlenmäßig begrenzt, Sitze werden in gefragten Regionen zu hohen Preisen übernommen.

Inhaltlich verlangt der Beruf, über Jahre mit Suizidgedanken, Gewalterfahrungen und Hoffnungslosigkeit anderer Menschen zu arbeiten und dabei die eigene Abgrenzung zu halten. Fortschritte sind langsam, Rückfälle gehören dazu. Die Arbeit ist überwiegend sitzend und sprachlich, dafür konzentrationsintensiv über den ganzen Tag. Die Zeiten sind planbarer als in vielen anderen Gesundheitsberufen, in Kliniken kommen jedoch Bereitschaften vor. Belastend ist auch die Nachfrage selbst: Wartelisten von mehreren Monaten sind normal, Absagen an Hilfesuchende gehören zum Alltag.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und steigt weiter, die Zahl der Kassensitze wächst deutlich langsamer. Approbierte finden in Kliniken, Rehaeinrichtungen und Ambulanzen ohne Schwierigkeiten Stellen, in der ambulanten Versorgung entscheidet die Bedarfsplanung. Entwicklungswege sind die Niederlassung, eine Leitungsfunktion im psychotherapeutischen Dienst einer Klinik, Zusatzqualifikationen etwa für Kinder und Jugendliche, Gruppentherapie oder EMDR sowie Supervision, Lehre und Gutachtertätigkeit.

Aufgaben

  • Diagnostik psychischer Störungen mit Anamnese und Testverfahren
  • Einzeltherapiesitzungen nach einem anerkannten Verfahren
  • Gruppentherapien in Kliniken und Ambulanzen
  • Behandlungspläne erstellen und Anträge für Krankenkassen schreiben
  • Krisenintervention bei akuter Suizidalität
  • Zusammenarbeit mit Ärzten, Kliniken und Sozialdiensten
  • Dokumentation, Berichte und Stellungnahmen für Kostenträger
  • regelmäßige Supervision und Fortbildung

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium der Psychologie oder Psychotherapie auf Masterniveau
  • Approbation als Psychotherapeut
  • Weiterbildung in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren
  • für Kassenbehandlung ein Kassensitz oder eine Anstellung mit Zulassung
  • Belastbarkeit im Umgang mit schweren Krankheitsverläufen und Suizidalität
  • Fähigkeit zur Abgrenzung und Bereitschaft zur Arbeit an der eigenen Person
  • sehr gutes Deutsch in Wort und Schrift

Wo man arbeitet

  • eigene oder gemeinschaftliche psychotherapeutische Praxis
  • psychiatrische und psychosomatische Kliniken
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Hochschul- und Klinikambulanzen
  • Beratungsstellen und Einrichtungen der Jugendhilfe
  • forensische Einrichtungen und Justizvollzug

Der Weg in den Beruf

Üblich sind ein Bachelor- und Masterstudium Psychologie beziehungsweise seit 2020 Psychotherapie, zusammen etwa fünf Jahre. Danach folgt entweder die postgraduale Ausbildung an einem Institut mit Approbationsprüfung oder, im neuen Modell, die Approbation direkt nach dem Master und anschließend eine mehrjährige fachliche Weiterbildung. Insgesamt sind acht bis zehn Jahre bis zur vollen Berufsausübung realistisch.

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Monatsbrutto
4.900 – 16.000 €

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