Was macht ein Projektmanager Elektrotechnik?
Projektmanager Elektrotechnik verantworten elektrotechnische Projekte über den gesamten Ablauf: Angebotsprüfung, technische Klärung, Terminplan, Budget, Beschaffung, Montageüberwachung, Inbetriebnahme, Abnahme und Dokumentation. Je nach Branche geht es um Schaltanlagen und Elektroinstallationen in Gebäuden, um Automatisierungsanlagen in der Produktion, um Netzanschlüsse und Trafostationen bei Energieversorgern oder um die Entwicklung elektronischer Baugruppen im Maschinen- und Fahrzeugbau.
Der Alltag besteht aus Abstimmung. Es werden Leistungsverzeichnisse gelesen und Nachträge verhandelt, Stromlaufpläne und Stücklisten mit der Konstruktion durchgesprochen, Liefertermine bei Lieferanten nachgehalten, Montageteams eingeplant und Prüfprotokolle eingefordert. Dazwischen liegen Baubesprechungen, Kundengespräche und die Berichte an die eigene Geschäftsführung. Der technische Anteil ist real, aber kleiner als viele erwarten: Wer das Projekt führt, rechnet selten selbst Kurzschlussströme, muss die Ergebnisse anderer aber beurteilen können.
Wie wird man Projektmanager Elektrotechnik?
Der häufigste Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Elektro- und Informationstechnik, Automatisierungstechnik oder Energietechnik, meist als Bachelor an einer Hochschule, oft dual. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus dem Handwerk: Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik, danach Meister oder staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik. Projektverantwortung übernimmt kaum jemand direkt nach dem Abschluss; üblich sind zwei bis fünf Jahre als Planungsingenieur, Bauleiter, Inbetriebnehmer oder Projektassistenz.
Quereinstiege aus benachbarten Feldern kommen vor, etwa aus der Mechatronik oder dem technischen Vertrieb, verlangen aber elektrotechnisches Grundwissen und Kenntnis der Normen, vor allem VDE 0100, DIN 18015 und der Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Zusatzqualifikationen in Projektmanagement, etwa nach IPMA oder PMI, werden gern gesehen, ersetzen die Fachtiefe aber nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung für Termine und Budget liegt bei einer Person, die Arbeit erledigen andere. Das erzeugt Druck, besonders wenn Lieferzeiten für Schaltgeräte kippen, Vorgewerke nicht fertig sind oder der Kunde mitten in der Montage Änderungen wünscht. Überstunden vor Inbetriebnahmen und Abnahmen gehören dazu, ebenso Reisen zu Baustellen und Werken, in manchen Positionen mit hohem Reiseanteil und Wochenendeinsätzen bei Anlagenstillständen.
Schwer fällt vielen der Wechsel von der Technik zur Kommunikation: Konflikte zwischen Gewerken lösen, unangenehme Nachrichten früh weitergeben, Nachträge durchsetzen, ohne die Kundenbeziehung zu beschädigen. Sorgfalt in der Dokumentation ist Pflicht, weil Haftungsfragen und Gewährleistung daran hängen. Baustellenluft, Lärm, Staub und begrenzte Arbeitsbedingungen vor Ort sind bei ausführungsnahen Stellen normal.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Netzausbau, Ladeinfrastruktur, Gebäudeautomation, Rechenzentren und die Elektrifizierung in der Industrie erzeugen mehr Projekte als es erfahrene Fachkräfte gibt; gleichzeitig gehen viele langjährige Projektleiter in den Ruhestand. Entwicklungswege führen zur Leitung mehrerer Projekte, zum Programm- oder Portfoliomanagement, in die Abteilungs- oder Niederlassungsleitung, in den technischen Vertrieb oder in die Selbstständigkeit als Fachplaner. Wer Erfahrung mit Großprojekten, Normen und Vertragsrecht nach VOB sammelt, ist über Branchen hinweg vermittelbar.