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Bau & Immobilien

Projektleiter Hochbau

Projektleiter im Hochbau steuern Bauvorhaben wie Wohnanlagen, Bürogebäude oder Schulen von der Ausführungsplanung bis zur Abnahme. Sie verantworten Termine, Kosten und Qualität und koordinieren Nachunternehmer, Bauleitung und Bauherrn.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Projektleiter Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.100 € 7.500 € 73.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 11.000 € 93.600 €

Am stärksten wirken Unternehmensgröße und Projektvolumen: große Generalunternehmer und Projektentwickler zahlen deutlich mehr als kleine Baufirmen, dazu kommen häufig Firmenwagen und leistungsabhängige Boni. Der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe gilt für angestellte Führungskräfte meist nicht, im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L und liegt am oberen Ende erkennbar unter der Privatwirtschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projektleiter Hochbau?

Ein Projektleiter Hochbau führt ein Bauprojekt kaufmännisch und technisch. Er kalkuliert oder prüft Kalkulationen, verhandelt Nachunternehmerverträge, schreibt Leistungen aus und vergibt Gewerke. Er stellt den Bauzeitenplan auf, verfolgt den Baufortschritt gegen diesen Plan und greift ein, wenn ein Gewerk hinterherläuft. Er kontrolliert das Baubudget, erstellt monatliche Leistungsmeldungen, prüft Rechnungen und macht Nachträge geltend, wenn der Bauherr Änderungen verlangt oder Behinderungen auftreten.

Daneben steht die Kommunikation: Baubesprechungen mit Architekten, Fachplanern und Bauherrenvertretern, Abstimmung mit der Bauleitung vor Ort, Klärung von Planlücken und Mängeln. Ein Projektleiter betreut in der Regel mehrere Baustellen parallel oder ein großes Vorhaben, während die Bauleiter die tägliche Präsenz auf der Baustelle übernehmen. Am Ende steht die Abnahme mit Mängelprotokoll, die Schlussrechnung und die Übergabe der Dokumentation.

Wie wird man Projektleiter Hochbau?

Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur oder des Baumanagements, meist als Bachelor, oft mit Master. Danach folgen einige Jahre als Bauleiter oder Assistent der Projektleitung, in denen man Baustellenabläufe, Vergabe und Abrechnung lernt. Die Projektleitung ist selten eine Einstiegsposition, sondern eine Aufstiegsstufe.

Ein Quereinstieg ist möglich über eine Bauhandwerksausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister und langer Baustellenerfahrung. Wer die Verträge und die Kalkulation beherrscht, wird auch ohne Studium in die Projektleitung geholt, besonders bei mittelständischen Bauunternehmen. Kenntnisse in VOB/B, HOAI, Bauvertragsrecht sowie in Ausschreibungs- und Kalkulationssoftware sind Voraussetzung, BIM-Erfahrung wird immer häufiger erwartet.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist von Termindruck geprägt. Verzögerungen kosten Geld, und der Projektleiter trägt die Zahlen. Konflikte gehören zum Alltag: mit Nachunternehmern über Leistungsumfang, mit dem Bauherrn über Nachträge, intern über Personal und Geräte. Wer Auseinandersetzungen scheut, kommt hier nicht weit.

Die Arbeitszeiten liegen regelmäßig über der vertraglichen Zeit, in kritischen Projektphasen deutlich. Reisen zu Baustellen sind normal, bei überregional tätigen Firmen auch mit Übernachtungen oder wöchentlicher Trennung von der Familie. Die Arbeit ist nicht schwer körperlich, aber es wird viel gelaufen, bei Wind und Wetter über Rohbauten. Homeoffice ist teilweise möglich, ersetzt aber nicht die Präsenz vor Ort. Die Haftungsverantwortung für Kosten und Bauqualität empfinden manche als dauerhafte Last.

Aussichten

Qualifizierte Projektleiter werden gesucht, auch in Phasen schwacher Bauzahlen. Der Neubau von Wohnungen ist konjunkturabhängig und derzeit gedämpft, doch Sanierung, Bestandsumbau, öffentliche Bauten und Infrastruktur halten die Nachfrage stabil. Wer flexibel bei der Bausparte ist, findet Stellen.

Entwicklungswege führen zum Oberbauleiter, zur Niederlassungs- oder Bereichsleitung, in das Projektsteuerungsgeschäft auf Bauherrenseite oder in die Projektentwicklung. Auch der Wechsel zu Bauherren, Kommunen, Wohnungsgesellschaften oder Projektsteuerungsbüros ist verbreitet und bringt oft geregeltere Arbeitszeiten. Eine Selbstständigkeit als Projektsteuerer oder Sachverständiger ist nach längerer Erfahrung möglich.

Aufgaben

  • Bauzeiten- und Ablaufplanung aufstellen und fortschreiben
  • Leistungen ausschreiben und Nachunternehmerverträge verhandeln
  • Baukosten überwachen, Leistungsmeldungen und Prognosen erstellen
  • Nachträge kalkulieren, begründen und durchsetzen
  • Bauleitung und Gewerke auf mehreren Baustellen koordinieren
  • Baubesprechungen mit Bauherrn, Architekten und Fachplanern führen
  • Qualität und Arbeitssicherheit auf der Baustelle prüfen
  • Abnahmen begleiten, Mängel verfolgen und Schlussrechnung erstellen

Voraussetzungen

  • Studium Bauingenieurwesen, Architektur oder Baumanagement, alternativ Bautechniker oder Meister mit langer Praxis
  • Mehrjährige Erfahrung in der Bauleitung Hochbau
  • Sichere Kenntnisse in VOB/B, Bauvertragsrecht und Kalkulation
  • Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick
  • Umgang mit AVA-, Kalkulations- und Terminplanungssoftware, zunehmend BIM
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Baustellenreisen
  • Belastbarkeit bei Termindruck und Konflikten

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen und Generalunternehmer
  • Projektentwickler und Bauträger
  • Ingenieur- und Projektsteuerungsbüros
  • Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienkonzerne
  • Öffentliche Bauverwaltungen und kommunale Eigenbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen, in Architektur oder Baumanagement mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Anschließend folgen in der Regel drei bis fünf Jahre als Bauleiter oder Projektleiterassistent, bevor die eigenverantwortliche Projektleitung übertragen wird. Ohne Studium ist der Weg über eine Bauhandwerksausbildung, die Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker oder Meister und mehrjährige Baustellenpraxis möglich.

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