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Technik & Ingenieurwesen

Projektingenieur TGA

Projektingenieure TGA planen und steuern die technische Gebäudeausrüstung – Heizung, Lüftung, Sanitär, Klima und Elektrotechnik – von der Konzeptphase bis zur Abnahme. Sie arbeiten zwischen Bauherren, Architekten, Fachplanern und ausführenden Firmen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Projektingenieur TGA verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.300 € 6.200 € 63.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.600 € 8.500 € 79.200 €

Am stärksten wirken Branche und Betriebsgröße: Industrieunternehmen und große Generalunternehmen zahlen deutlich mehr als kleine Planungsbüros, im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD beziehungsweise TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13. Wer nach Tarif der Metall- und Elektroindustrie oder des Bauhauptgewerbes bezahlt wird, liegt am oberen Rand der Spanne.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projektingenieur TGA?

Die technische Gebäudeausrüstung ist alles, was ein Gebäude betriebsfähig macht: Heizungs- und Kälteanlagen, Lüftung, Trinkwasser- und Abwasserleitungen, Elektroinstallation, Sicherheits- und Gebäudeautomation. Projektingenieure TGA bringen diese Gewerke in eine funktionierende Gesamtplanung. Sie berechnen Heizlasten und Luftmengen, dimensionieren Rohrnetze und Kanäle, wählen Erzeuger und Übergabestationen aus und legen Trassen fest, die sich nicht mit Statik, Architektur oder anderen Gewerken beißen.

Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt: Zeichnungen und Modelle in CAD- oder BIM-Systemen, Berechnungen, Leistungsverzeichnisse, Kostenschätzungen. Der andere Teil ist Kommunikation. In Planungsbesprechungen werden Kollisionen geklärt, mit Bauherren Varianten abgewogen, mit Behörden Nachweise abgestimmt. Auf der Baustelle prüfen Projektingenieure, ob das Ausgeführte der Planung entspricht, dokumentieren Mängel, begleiten Inbetriebnahme und Einregulierung der Anlagen und bereiten Abnahmen vor. Wer in einem ausführenden Betrieb arbeitet, verantwortet zusätzlich Termine, Nachträge und Montagepersonal.

Wie wird man Projektingenieur TGA?

Üblich ist ein Studium der Versorgungstechnik, Gebäudetechnik, Energie- und Gebäudetechnik, des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik, meist als Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ein duales Studium ist verbreitet und erleichtert den Einstieg, weil Baustellenerfahrung von Anfang an dabei ist. Der Quereinstieg funktioniert über eine Ausbildung im Anlagenmechaniker- oder Elektrohandwerk mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister; viele Planungsbüros stellen Technikerinnen und Techniker auf Projektingenieurstellen ein, weil Fachkräfte knapp sind. Wichtig sind Kenntnisse der Normenwelt – DIN, VDI-Richtlinien, Gebäudeenergiegesetz, Trinkwasserverordnung – und der HOAI-Leistungsphasen.

Was der Beruf verlangt

Die Projekte laufen unter Termindruck, und die TGA hängt in der Bauabfolge häufig hinten: Verzögerungen anderer Gewerke landen auf dem eigenen Zeitplan. Wer Konflikte scheut, hat es schwer, denn ein Teil der Arbeit besteht darin, Positionen gegen Architekten, Nachunternehmer und Bauherren zu vertreten. Überstunden vor Abgabeterminen und Abnahmen sind normal, ebenso Reisen zu Baustellen; bei überregionalen Projekten kommen Wochen mit Auswärtsübernachtungen vor. Baustellenbegehungen bedeuten Lärm, Staub, Kälte und Leitern. Die technische Regelwerkslage ändert sich schnell, besonders bei Wärmepumpen, Lüftungshygiene und Gebäudeautomation – Lesen und Fortbildung gehören dauerhaft dazu. Haftungsbewusstsein ist nötig, weil Planungsfehler in der TGA teuer und selten unauffällig sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabiler als in vielen anderen Bausparten. Energetische Sanierung, Heizungstausch, Kälteversorgung von Rechenzentren, Krankenhaus- und Laborbau sowie die Pflicht zu wirtschaftlichem Anlagenbetrieb sorgen für Aufträge, auch wenn der Neubau schwächelt. Planungsbüros und TGA-Fachfirmen suchen seit Jahren mehr Ingenieure, als der Markt hergibt. Entwicklungswege führen zur Fachplanung mit Spezialisierung, etwa Kältetechnik, Reinraum oder Gebäudeautomation, zur Projektleitung größerer Bauvorhaben, in die Bauleitung, ins technische Facility Management oder in die eigene Bürogründung. BIM-Kompetenz und Erfahrung mit Nachhaltigkeitszertifizierungen erhöhen die Verhandlungsposition deutlich.

Aufgaben

  • Heizlast-, Kühllast- und Rohrnetzberechnungen durchführen
  • Anlagenschemata und Ausführungspläne in CAD oder BIM erstellen
  • Leistungsverzeichnisse schreiben und Angebote prüfen
  • Planungsbesprechungen mit Architekten und Fachplanern führen
  • Kollisionen zwischen Gewerken klären und Trassenführung festlegen
  • Baustellen begehen und Ausführungsqualität kontrollieren
  • Inbetriebnahme, Einregulierung und Abnahme der Anlagen begleiten
  • Kosten, Termine und Nachträge im Projekt verfolgen

Voraussetzungen

  • Studium in Versorgungstechnik, Gebäudetechnik, Maschinenbau oder Elektrotechnik, alternativ Techniker- oder Meisterabschluss mit Praxis
  • Kenntnisse der einschlägigen Normen und Richtlinien sowie der HOAI-Leistungsphasen
  • Sicherer Umgang mit CAD- und Berechnungssoftware, zunehmend BIM
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit bei Berechnungen
  • Durchsetzungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick gegenüber Beteiligten
  • Führerschein und Bereitschaft zu Baustellenterminen und Reisen
  • Deutschkenntnisse auf verhandlungssicherem Niveau

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros für Gebäudetechnik
  • TGA-Fachfirmen und Anlagenbauer
  • Generalunternehmen und Bauunternehmen der Industrie
  • Technische Ämter und Bauverwaltungen
  • Industrieunternehmen mit eigener Bauabteilung
  • Facility-Management-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Versorgungs- oder Gebäudetechnik, häufig dual mit Praxisphasen in einem Planungsbüro. Danach folgen zwei bis drei Jahre Einarbeitung in Projekten, oft zunächst als Planungsingenieur unter Anleitung eines Projektleiters. Ein Masterabschluss ist für die Fachplanung nicht zwingend, hilft aber bei öffentlichen Auftraggebern und in der Forschung.

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