Zum Inhalt springen
Naturwissenschaft & Forschung

Produktionsfachkraft Chemie

Produktionsfachkräfte Chemie bedienen und überwachen Anlagen, in denen chemische Stoffe hergestellt, gemischt und abgefüllt werden. Der Beruf ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und läuft meist im Schichtbetrieb.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Produktionsfachkraft Chemie verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €

In der Chemie- und Pharmaindustrie gilt meist der Bundesentgelttarifvertrag der chemischen Industrie, der überdurchschnittlich zahlt und ein zusätzliches Urlaubsgeld sowie eine Jahresleistung vorsieht. Deutlich mehr bringen Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen; nicht tarifgebundene kleinere Betriebe und Zeitarbeit liegen erkennbar darunter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Produktionsfachkraft Chemie?

Produktionsfachkräfte Chemie arbeiten an den Anlagen, in denen Farben, Kunststoffe, Reinigungsmittel, Klebstoffe, Düngemittel oder pharmazeutische Wirkstoffe entstehen. Sie wiegen und dosieren Rohstoffe, füllen Reaktoren, Rührbehälter und Mischer, stellen Temperatur, Druck und Rührgeschwindigkeit nach Vorgabe ein und beobachten den Verlauf der Reaktion an Messgeräten und Bildschirmen im Leitstand. Wenn ein Wert aus dem Rahmen läuft, greifen sie ein oder holen die Anlagenfahrerin oder den Meister.

Zum Alltag gehören außerdem Probenahmen für das Labor, einfache Kontrollen wie pH-Wert, Dichte oder Feuchte, das Abfüllen und Verpacken der fertigen Ware in Fässer, Säcke, Container oder Tankwagen und das Führen von Chargenprotokollen. Nach jeder Charge werden Behälter und Leitungen gereinigt, Filter gewechselt, Dichtungen kontrolliert. Pumpen, Ventile und Fördereinrichtungen werden gewartet, kleine Störungen selbst behoben, größere an die Instandhaltung übergeben. Sicherheit und Sauberkeit sind kein Nebenthema: Wer mit Säuren, Laugen, Lösemitteln oder brennbaren Gasen arbeitet, hält Schutzausrüstung, Freigabescheine und Betriebsanweisungen strikt ein.

Wie wird man Produktionsfachkraft Chemie?

Der Weg führt über eine zweijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die Unternehmen überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ein, gute Noten in Chemie, Physik und Mathematik helfen. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Wer die zweijährige Ausbildung abgeschlossen hat, kann anschließend in das dritte und vierte Jahr zur Chemikantin oder zum Chemikanten einsteigen, oft direkt im eigenen Betrieb. Auch ein Quereinstieg ist möglich: Viele Werke besetzen Produktionsstellen mit angelernten Kräften und bieten später eine Nachqualifizierung oder eine Externenprüfung an. Wer aus einem anderen gewerblichen Beruf kommt, findet über Zeitarbeit in der Chemiebranche häufig einen Zugang.

Was der Beruf verlangt

Die Anlagen laufen in vielen Werken rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche. Wechselschicht mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten ist der Normalfall und der größte Einschnitt in das Privatleben. Körperlich fordern lange Stehzeiten, Treppen und Steigleitern, das Bewegen von Fässern und Säcken sowie das Arbeiten mit Schutzanzug, Handschuhen und teils Atemschutz. Hitze, Kälte, Lärm und Gerüche gehören dazu.

Gefragt sind Zuverlässigkeit und Genauigkeit: Eine falsch dosierte Komponente kann eine ganze Charge unbrauchbar machen, ein übersehener Druckanstieg gefährdet Menschen. Dokumentation muss lückenlos sein, besonders in der Pharmaproduktion. Wer Routine schlecht erträgt oder Vorschriften als Gängelung empfindet, wird mit diesem Beruf nicht glücklich.

Aussichten

Die chemische und pharmazeutische Industrie sucht Produktionspersonal weiterhin, vor allem an den großen Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt. Gleichzeitig verändert die Automatisierung die Arbeit: Einfache Handgriffe fallen weg, die Bedienung von Prozessleitsystemen wird wichtiger. Wer stehen bleibt, gerät unter Druck.

Die üblichen Entwicklungswege sind die Aufstiegsfortbildung zur Chemikantin oder zum Chemikanten, danach zum Industriemeister Fachrichtung Chemie oder zum Prozessmanager Chemie. Auch Spezialisierungen in Richtung Anlagenführung, Instandhaltung, Qualitätssicherung oder Arbeitssicherheit sind möglich.

Aufgaben

  • Rohstoffe abwiegen, dosieren und in Reaktoren oder Mischer einbringen
  • Temperatur, Druck, Durchfluss und Rührwerke nach Vorgabe einstellen
  • Produktionsanlagen am Leitstand und vor Ort überwachen
  • Proben für das Labor ziehen und einfache Messungen durchführen
  • Fertigprodukte in Fässer, Säcke, Container oder Tankwagen abfüllen
  • Behälter, Leitungen und Filter reinigen und wechseln
  • Chargenprotokolle und Prüfergebnisse dokumentieren
  • Störungen erkennen, kleine Reparaturen ausführen, Instandhaltung anfordern

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss oder mittlere Reife, Interesse an Chemie und Technik
  • Zweijährige Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie oder vergleichbare Qualifizierung
  • Bereitschaft zu Wechselschicht mit Nacht- und Wochenenddienst
  • Körperliche Eignung für Steigleitern, Lasten und Arbeiten mit Atemschutz, arbeitsmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung
  • Sorgfalt beim Dosieren und Dokumentieren
  • Sicheres Verständnis für Sicherheitsvorschriften und Gefahrstoffkennzeichnung

Wo man arbeitet

  • Chemiewerke und Chemieparks
  • Pharmazeutische Produktionsbetriebe
  • Hersteller von Farben, Lacken, Klebstoffen und Reinigungsmitteln
  • Kunststoff- und Kautschukverarbeitung
  • Betriebe der Kosmetik- und Lebensmittelzusatzstoffherstellung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der IHK-Prüfung. Wer will, kann direkt anschließend das dritte und vierte Ausbildungsjahr zur Chemikantin oder zum Chemikanten absolvieren. Ein Quereinstieg als angelernte Kraft mit späterer Nachqualifizierung kommt in vielen Werken vor.

Offene Stellen als Produktionsfachkraft Chemie

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Anlagenfahrer

Anlagenfahrer bedienen und überwachen große Produktionsanlagen, etwa in der Chemie, in Papierfabriken, Zementwerken oder in der Lebensmittelindustrie. Sie fahren Anlagen an und ab, halten Prozesswerte im Sollbereich und greifen bei Störungen ein.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
2.800 – 5.600 €

Chemielaborant

Chemielaboranten führen chemische Analysen und Synthesen im Labor durch, bedienen Messgeräte und dokumentieren Ergebnisse. Sie arbeiten vor allem in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, in Auftragslabors und in der Forschung.

Offene Stellen
7
Monatsbrutto
2.600 – 5.600 €

Chemikant

Chemikanten steuern und überwachen Anlagen, in denen chemische Stoffe hergestellt und verarbeitet werden. Sie bedienen Reaktoren, Pumpen und Destillationskolonnen, entnehmen Proben und halten die Produktion in engen Grenzen.

Offene Stellen
12
Monatsbrutto
3.000 – 5.800 €

Pharmakant

Pharmakanten stellen Arzneimittel im industriellen Maßstab her: Sie bedienen und überwachen Anlagen, in denen Tabletten gepresst, Salben gerührt oder Injektionslösungen abgefüllt werden, und dokumentieren jeden Schritt lückenlos. Der Beruf verbindet Anlagentechnik mit strengen Hygiene- und Qualitätsvorschriften.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
2.900 – 5.800 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz