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Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft im Spätdienst

Pflegefachkräfte im Spätdienst versorgen Patienten oder Bewohner am Nachmittag und Abend: Medikamente, Körperpflege, Abendessen, Dokumentation. Der Dienst läuft meist von etwa 13 bis 21 Uhr, oft mit dünnerer Personaldecke als am Morgen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft im Spätdienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In kommunalen und kirchlichen Häusern gelten TVöD-P, AVR Caritas oder AVR Diakonie mit klaren Stufen, private Träger zahlen teils darunter. Der Spätdienst bringt zusätzlich Schichtzulagen sowie Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsarbeit, die im Grundgehalt oben nicht enthalten sind und mehrere hundert Euro monatlich ausmachen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft im Spätdienst?

Der Spätdienst beginnt in der Regel zwischen 12 und 14 Uhr und endet gegen 21 oder 22 Uhr. Er startet mit der Übergabe vom Frühdienst: Welche Patienten sind neu aufgenommen, wer hat Schmerzen, wo steht eine Untersuchung an. Danach folgen Vitalzeichenkontrollen, das Stellen und Verabreichen der Abendmedikation, Insulingaben, Verbandwechsel, Infusionen und Injektionen im ärztlich angeordneten Rahmen. Am Nachmittag kommen Angehörige, Aufnahmen und Verlegungen häufen sich, Visiten laufen nach. In der Altenpflege prägen Abendessen, Toilettengänge, Transfers ins Bett und die Abendrunde den Dienst.

Der Spätdienst hat ein eigenes Profil: Am Abend sind weniger Ärzte, keine Therapeuten und keine Verwaltung im Haus. Wer im Spätdienst arbeitet, entscheidet öfter allein, ob ein Zustand abwartbar ist oder ob der Bereitschaftsdienst gerufen wird. Bei Menschen mit Demenz nimmt die Unruhe am Abend zu, was den Dienst zusätzlich belastet. Zum Abschluss stehen Dokumentation und die Übergabe an die Nachtwache.

Wie wird man Pflegefachkraft im Spätdienst?

Der Spätdienst ist kein eigener Beruf, sondern eine Schichtlage. Grundlage ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, die in Pflegeschulen zusammen mit Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Diensten läuft. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung wird vergütet. Alternativ gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge.

Wer aus dem Ausland kommt, braucht die Anerkennung des Abschlusses und in der Regel ein Sprachniveau B2. Pflegehelferinnen und -helfer können über eine verkürzte Ausbildung nachqualifizieren. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung führt allenfalls in Assistenzstellen, nicht in die Fachkrafttätigkeit.

Was der Beruf verlangt

Spätdienst heißt: Der Feierabend fällt in die Nacht, das Wochenende ist verplant, und Freundeskreis und Familie leben in einem anderen Rhythmus. Wer Kinder hat, braucht Betreuung bis in den Abend. Dafür beginnt der Tag später, und der Vormittag ist frei.

Körperlich fordert die Arbeit Kraft und Ausdauer: Heben, Umlagern, Stehen und Gehen über Stunden. Rückenbelastung und Erschöpfung sind reale Berufsrisiken. Fachlich verlangt der Dienst Übersicht, weil mehrere Dinge gleichzeitig eintreffen: Klingeln, Aufnahme, Angehörigengespräch, Notfall. Die dünne Besetzung am Abend erhöht den Druck, Aufgaben priorisieren zu müssen. Dazu kommen Nähe zu Sterben und Leid, Konflikte mit Angehörigen und gelegentlich Aggression von verwirrten Patienten.

Aussichten

Die Nachfrage nach Pflegefachkräften ist hoch und bleibt es, weil die Bevölkerung altert und viele Stellen unbesetzt sind. Wer flexibel im Schichtdienst arbeitet, findet nahezu überall eine Anstellung und kann Arbeitgeber wechseln. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen etwa in Intensiv- und Anästhesiepflege, Onkologie, Psychiatrie oder Palliative Care, über Praxisanleitung, Wundexpertise, Hygienebeauftragung bis zu Stationsleitung, Pflegedienstleitung oder einem Studium in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft.

Aufgaben

  • Übergabe vom Frühdienst annehmen und Prioritäten festlegen
  • Abendmedikation stellen, verabreichen und dokumentieren
  • Vitalzeichen kontrollieren, Blutzucker messen, Insulin geben
  • Verbandwechsel, Injektionen und Infusionen nach Anordnung
  • Unterstützung bei Körperpflege, Essen und Transfers ins Bett
  • Aufnahmen, Verlegungen und Angehörigengespräche am Nachmittag
  • Notfälle erkennen und Bereitschaftsdienst hinzuziehen
  • Pflegedokumentation führen und an die Nachtwache übergeben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder gleichwertige Anerkennung
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
  • Ruhe und Übersicht bei mehreren gleichzeitigen Anforderungen
  • Sicheres Deutsch für Dokumentation und Kommunikation, mindestens B2
  • Nachweis über Masernimmunität, je nach Einrichtung erweitertes Führungszeugnis

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Pflege- und Altenheime
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Wohngruppen der Eingliederungshilfe
  • Ambulante Pflegedienste mit Abendtour

Der Weg in den Beruf

Übliche Grundlage ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen in Klinik, Pflegeheim und ambulantem Dienst. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und der Berufszulassung. Der Spätdienst wird bereits während der Ausbildung mitgelernt, eine zusätzliche Qualifikation ist dafür nicht nötig.

Offene Stellen als Pflegefachkraft im Spätdienst

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