Was macht eine Altenpflegefachkraft?
Der Tag beginnt meist mit der Übergabe: Was ist in der Nacht passiert, wer hat Schmerzen, wer ist gestürzt. Danach folgt die Grundpflege - Waschen, Anziehen, Zähne putzen, Prothesen einsetzen, Betten frisch machen. Parallel läuft die Behandlungspflege: Medikamente stellen und verabreichen, Blutzucker und Blutdruck messen, Insulin spritzen, Verbände wechseln, Kompressionsstrümpfe anlegen, Katheter und PEG-Sonden versorgen. Hinzu kommen Essen anreichen, Trinkmengen kontrollieren, Bewohner mobilisieren und zu Untersuchungen begleiten.
Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit geht in die Pflegedokumentation, in Absprachen mit Hausärzten, Apotheken und Therapeuten und in Gespräche mit Angehörigen. Fachkräfte planen den Pflegeprozess, bewerten Risiken für Dekubitus, Sturz oder Mangelernährung und leiten Pflegehilfskräfte und Auszubildende an. In der ambulanten Pflege kommt das Fahren von Tour zu Tour dazu, mit engem Zeitfenster pro Haushalt.
Wie wird man Altenpflegefachkraft?
Der Weg führt heute über die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammenfasst. Wer schwerpunktmäßig mit älteren Menschen arbeiten will, wählt im dritten Jahr die Vertiefung Langzeitpflege und kann einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege erwerben. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung ist von der ersten Woche an bezahlt, Schulgeld fällt nicht an.
Quereinstieg ist verbreitet und ausdrücklich gewollt. Wer bereits als Pflegehelfer arbeitet, kann die Ausbildung verkürzen; für Menschen aus anderen Berufen fördern Arbeitsagenturen und Jobcenter Umschulungen. Ausländische Pflegeabschlüsse müssen anerkannt werden, oft verbunden mit Anpassungslehrgang und Sprachnachweis auf Niveau B2.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend: Heben, Umlagern, Stehen und Gehen über die ganze Schicht, Rücken und Knie tragen die Last. Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit gehört dazu, Einsprünge bei Krankheit ebenso. Der Personalmangel ist real und spürbar: Wer für zu viele Bewohner zuständig ist, muss ständig priorisieren und geht oft mit dem Gefühl nach Hause, nicht genug geschafft zu haben.
Dazu kommt die emotionale Seite. Demenz bedeutet Wiederholung, Abwehr, manchmal Aggression. Bewohner, die man jahrelang begleitet hat, sterben. Sterbebegleitung ist Teil des Berufs und lässt sich nicht wegorganisieren. Wer bleibt, braucht Geduld, körperliche Robustheit, klare Grenzen und ein Team, das trägt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst weiter, weil die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt. Fachkräfte finden praktisch überall eine Stelle und können den Arbeitgeber wählen - das verschafft eine Verhandlungsposition, die in anderen Berufen selten ist. Die Tarifbindung in der Pflege hat sich in den letzten Jahren verbessert.
Entwicklungswege gibt es mehrere: Weiterbildungen in Palliativpflege, Wundmanagement, gerontopsychiatrischer Pflege oder Hygiene, die Funktion als Praxisanleiterin, Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung nach entsprechender Weiterbildung oder ein Studium in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft. Viele wechseln zwischen stationärer und ambulanter Pflege oder gehen in Beratung, Qualitätsmanagement oder Lehre an Pflegeschulen.