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Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r

Hygienebeauftragte in der Pflege sind examinierte Pflegefachkräfte mit einer Zusatzqualifikation, die auf ihrer Station oder in ihrer Einrichtung für die Einhaltung der Hygienestandards sorgen. Sie schulen Kollegen, kontrollieren Abläufe und arbeiten mit der Hygienefachkraft und dem Hygieneteam zusammen.

35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.450 € 3.800 € 41.400 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 3.900 € 4.400 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

Bezahlt wird in der Regel als Pflegefachkraft, im öffentlichen Dienst nach TVöD-P (meist P7 bis P9), bei kirchlichen Trägern nach AVR Caritas oder AVR Diakonie. Die Hygienefunktion wirkt sich nur aus, wenn der Träger eine Funktionszulage zahlt; ohne Tarifbindung, etwa bei kleinen privaten Pflegediensten, liegen die Gehälter oft am unteren Rand, während Schicht-, Wochenend- und Nachtzulagen den Verdienst deutlich erhöhen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Hygienebeauftragte in der Pflege?

Die Rolle sitzt zwischen Pflegealltag und Infektionsprävention. Hygienebeauftragte bleiben in der Regel in ihrem Team am Bett tätig und übernehmen die Hygieneaufgaben zusätzlich, oft mit wenigen freigestellten Stunden pro Woche oder Monat. Sie prüfen, ob Händedesinfektion tatsächlich an den fünf vorgesehenen Momenten passiert, kontrollieren Spender, Aufbereitungsräume und Kühlketten, begehen Stationen mit Checklisten und dokumentieren Abweichungen. Sie erklären neuen Mitarbeitenden, Praktikanten und Auszubildenden, wie Schutzkleidung an- und ausgezogen wird, wie ein Zimmer bei MRSA, Clostridioides difficile oder Noroviren isoliert wird und welche Flächendesinfektionsmittel mit welcher Einwirkzeit zu verwenden sind. Bei Ausbrüchen erfassen sie Fälle, informieren die Hygienefachkraft und den Krankenhaushygieniker und begleiten Maßnahmen bis zur Aufhebung. Dazu kommt Schreibarbeit: Hygienepläne fortschreiben, Standards an neue Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention anpassen, Schulungsnachweise führen, Begehungen durch das Gesundheitsamt vorbereiten.

Wie wird man Hygienebeauftragte in der Pflege?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege, meist verbunden mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung. Darauf folgt eine Weiterbildung von rund 180 bis 220 Stunden, angeboten von Akademien der Träger, Berufsverbänden und Bildungswerken, oft in Blockwochen oder an einzelnen Tagen über mehrere Monate. Inhalte sind Mikrobiologie, Infektionsschutzrecht, Aufbereitung von Medizinprodukten, Ausbruchsmanagement und Schulungsmethodik. Abschluss ist ein Zertifikat, häufig mit Prüfung und Abschlussarbeit. Wer weiter will, kann die deutlich umfangreichere Weiterbildung zur Hygienefachkraft anschließen, die zwei Jahre dauert und in Vollzeit meist eine Freistellung erfordert.

Was der Beruf verlangt

Die Doppelrolle ist der schwierigste Teil. Wer im Frühdienst zwölf Bewohner versorgt, findet selten Zeit für eine Begehung, und die zugesagten Freistellungsstunden fallen bei Personalausfall zuerst weg. Hinzu kommt, dass Hygienebeauftragte Kolleginnen und Kollegen auf Fehler ansprechen müssen, ohne Vorgesetztenfunktion zu haben. Das erzeugt Widerstand, besonders wenn Personalmangel und Zeitdruck die eigentliche Ursache der Abweichung sind. Nötig sind Beharrlichkeit, ein sachlicher Ton und die Fähigkeit, Vorgaben zu erklären statt sie nur zu verlesen. Die Pflegetätigkeit selbst bleibt körperlich belastend und läuft im Schichtdienst mit Wochenend- und Feiertagsarbeit. Rechtlich verantwortlich bleibt die Einrichtungsleitung, doch die Erwartung, dass Auffälligkeiten erkannt und gemeldet werden, liegt auf den Hygienebeauftragten. Regelmäßige Fortbildung ist Pflicht, weil Empfehlungen und Rechtsvorgaben sich laufend ändern.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst. Landeshygieneverordnungen und das Infektionsschutzgesetz verlangen von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Rehakliniken und ambulanten Diensten benannte Hygieneverantwortliche, und multiresistente Erreger sowie die Erfahrungen aus der Pandemie haben das Thema in den Einrichtungen verankert. Stellen sind selten eigenständig ausgeschrieben, die Qualifikation wird meist intern erworben und vom Arbeitgeber finanziert. Sie verbessert die Position bei Bewerbungen und ist ein üblicher Zwischenschritt in Richtung Hygienefachkraft, Qualitätsmanagement, Praxisanleitung oder Stationsleitung. Ein eigenes Gehaltsplus bringt die Funktion nur, wenn der Träger eine Funktionszulage zahlt oder eine höhere Entgeltgruppe zuordnet.

Aufgaben

  • Hygienestandards und Hygienepläne der Einrichtung fortschreiben
  • Stationen und Funktionsräume begehen und Abweichungen dokumentieren
  • Kolleginnen, Auszubildende und Reinigungspersonal schulen
  • Isolationsmaßnahmen bei multiresistenten Erregern anordnen und begleiten
  • Ausbrüche erfassen und mit Hygienefachkraft und Gesundheitsamt abstimmen
  • Aufbereitung von Medizinprodukten und Desinfektionsverfahren überprüfen
  • Begehungen durch Aufsichtsbehörden und Prüfungen des Medizinischen Dienstes vorbereiten
  • weiterhin in der direkten Pflege am Bett mitarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, etwa als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann
  • in der Regel mindestens zwei Jahre Berufserfahrung
  • Zertifikat einer Weiterbildung zur Hygienebeauftragten in der Pflege, rund 180 bis 220 Stunden
  • Genauigkeit bei Dokumentation und Bereitschaft, Vorgaben nachzulesen
  • Durchsetzungsfähigkeit ohne Vorgesetztenrolle und Geduld im Umgang mit Widerstand
  • körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst
  • Impfnachweise und arbeitsmedizinische Vorsorge nach Biostoffverordnung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime
  • Rehabilitationskliniken
  • ambulante Pflegedienste
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Arztpraxen und medizinische Versorgungszentren

Der Weg in den Beruf

Zunächst wird die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann absolviert, meist gefolgt von einigen Jahren Praxis. Darauf baut eine berufsbegleitende Weiterbildung von etwa 180 bis 220 Stunden auf, die mit einem Zertifikat als Hygienebeauftragte in der Pflege endet. Die Kosten übernehmen häufig die Arbeitgeber, weil sie die Funktion gesetzlich besetzen müssen.

Offene Stellen als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r

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47
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3.300 – 8.000 €

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