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Bildung & Soziales

Pädagogische Leitung

Pädagogische Leitungen verantworten die fachliche Arbeit in Kitas, Jugendhilfeeinrichtungen, Schulen oder bei Bildungsträgern. Sie führen Teams, entwickeln Konzepte weiter und stehen zwischen Trägervorgaben, Personal und Familien.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pädagogische Leitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 4.900 € 5.700 € 58.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 5.700 € 7.000 € 68.400 €

Bei kommunalen und kirchlichen Trägern richtet sich das Gehalt nach dem TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (etwa S 15 bis S 18) oder nach AVR Caritas und AVR Diakonie; die Eingruppierung hängt stark von der Zahl der geführten Mitarbeitenden und Plätze ab. Kleine freie Träger zahlen häufig deutlich darunter, große Träger mit mehreren Standorten und Bildungsunternehmen zum Teil darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pädagogische Leitung?

Die Pädagogische Leitung verantwortet, wie in einer Einrichtung oder in mehreren Einrichtungen eines Trägers gearbeitet wird. Dazu gehört die Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts, die Einarbeitung neuer Fachkräfte, die Anleitung von Praktikanten und Auszubildenden sowie die Sicherung fachlicher Standards, etwa beim Kinderschutz oder bei der Sprachförderung. Ein großer Teil der Arbeitszeit besteht aus Gesprächen: Teambesprechungen, Fallberatungen, Konfliktklärungen zwischen Kolleginnen, Elterngespräche bei Entwicklungsauffälligkeiten, Abstimmung mit Jugendamt, Schule oder Frühförderstelle.

Hinzu kommt Verwaltung. Dienstpläne müssen bei Krankheitsausfällen umgebaut werden, Fortbildungsbudgets verteilt, Konzeptionen und Berichte für den Träger geschrieben, Fördermittel abgerechnet, Bewerbungsgespräche geführt werden. In kleineren Häusern arbeitet die Leitung zusätzlich in der Gruppe mit, in größeren Trägerstrukturen ist die Rolle rein steuernd und umfasst mehrere Standorte mit fachlicher Verantwortung für Dutzende Mitarbeitende.

Wie wird man Pädagogische Leitung?

Üblich ist ein Studium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Kindheitspädagogik oder eines Bildungsmanagement-Studiengangs. Der zweite verbreitete Weg führt über die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Heilpädagogen mit mehreren Jahren Praxis und einer Zusatzqualifikation im Bereich Leitung, Sozialmanagement oder Fachwirt im Erziehungswesen. Fast immer verlangen Träger Berufserfahrung im pädagogischen Feld; die Stelle wird selten direkt nach dem Abschluss vergeben. Wer aus einer angrenzenden Branche kommt, hat kaum Chancen, weil fachliche Autorität gegenüber dem Team und Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen vorausgesetzt werden.

Was der Beruf verlangt

Die Position sitzt zwischen allen Beteiligten. Der Träger erwartet Belegungszahlen und Wirtschaftlichkeit, das Team fordert Entlastung, Eltern beschweren sich über Ausfälle und Öffnungszeiten. Personalmangel ist in den meisten Einrichtungen der Normalzustand, und Leitungen füllen Lücken oft selbst, wodurch die eigentlichen Leitungsaufgaben in die Abendstunden rutschen. Konflikte im Team auszuhalten und Entscheidungen zu treffen, die nicht alle gutfinden, fällt vielen schwer, die aus der direkten pädagogischen Arbeit kommen.

Belastend sind zudem Kinderschutzfälle mit Meldepflicht, Kündigungsgespräche und der Umgang mit Dokumentationspflichten, die keinen sichtbaren Nutzen für die Kinder haben. Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagdienst, Elternabende, Aufsichtsratssitzungen und Wochenendveranstaltungen kommen aber regelmäßig dazu. In der Jugendhilfe sind Rufbereitschaften möglich.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Träger finden für Leitungsstellen häufig keine geeigneten Bewerber, weil erfahrene Fachkräfte den Verantwortungszuwachs im Verhältnis zum Gehaltssprung als zu gering bewerten. Wer die Rolle übernimmt, hat gute Wechselmöglichkeiten zwischen Trägern und Regionen. Entwicklungswege führen zur Bereichsleitung mit mehreren Einrichtungen, in die Geschäftsführung kleinerer Träger, in die Fachberatung, in Fortbildung und Supervision oder in die Fachaufsicht bei Kommunen und Landesjugendämtern. Ein Zusatzstudium im Sozialmanagement oder eine Ausbildung in Supervision erweitert diese Möglichkeiten deutlich.

Aufgaben

  • pädagogische Konzeption fortschreiben und im Alltag verankern
  • Team führen, Mitarbeitergespräche und Fallberatungen durchführen
  • Dienst- und Urlaubsplanung sowie Ausfallmanagement organisieren
  • Bewerbungsverfahren führen und neue Fachkräfte einarbeiten
  • Kinderschutzfälle bearbeiten und mit dem Jugendamt abstimmen
  • Eltern beraten und bei Beschwerden vermitteln
  • Fortbildungsplanung, Qualitätsentwicklung und Dokumentation verantworten
  • Träger, Kommune und Kooperationspartner fachlich vertreten

Voraussetzungen

  • Studium der Sozialen Arbeit, Sozial- oder Kindheitspädagogik oder Erzieherausbildung mit Leitungsqualifikation
  • mehrjährige Praxis in der pädagogischen Arbeit
  • Kenntnisse im SGB VIII, Kinderschutz und Landesrecht der Kindertagesbetreuung
  • Fähigkeit, Konflikte zu klären und unpopuläre Entscheidungen zu vertreten
  • erweitertes Führungszeugnis ohne Eintrag
  • Belastbarkeit bei Personalausfällen und paralleler Verwaltungsarbeit

Wo man arbeitet

  • Kindertagesstätten und Familienzentren
  • Träger der freien Jugendhilfe und Wohlfahrtsverbände
  • Wohngruppen und Einrichtungen der stationären Jugendhilfe
  • Ganztagsschulen und Horte
  • Bildungsträger und Weiterbildungsanbieter
  • kommunale Jugend- und Bildungsämter

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg beginnt mit einem drei- bis vierjährigen Studium der Sozialen Arbeit, Kindheitspädagogik oder Erziehungswissenschaft (Bachelor) oder einer dreijährigen Erzieherausbildung. Danach folgen mehrere Jahre pädagogische Praxis, häufig ergänzt durch eine Leitungsweiterbildung, den Fachwirt im Erziehungswesen oder ein Masterstudium im Sozialmanagement. Erst mit dieser Kombination werden Leitungsstellen in der Regel vergeben.

Offene Stellen als Pädagogische Leitung

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Offene Stellen
9
Monatsbrutto
3.700 – 6.600 €

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