Was macht ein Operationstechnischer Assistent?
Operationstechnische Assistenten, kurz OTA, sind für den reibungslosen Ablauf im Operationssaal zuständig. Vor dem Eingriff richten sie den Saal ein, prüfen und bestücken die Instrumententische, kontrollieren Siebe auf Vollständigkeit und Sterilität und stellen Geräte wie Elektrochirurgie, Absaugung, Kamera- und Lichtsysteme bereit. Sie lagern Patienten gemeinsam mit dem OP-Team, decken das Operationsgebiet steril ab und dokumentieren, welche Materialien und Implantate verwendet wurden.
Während der Operation arbeiten sie entweder instrumentierend, also steril am Tisch, oder als Springer im unsterilen Bereich. Instrumentieren heißt: dem Operateur das richtige Instrument geben, bevor er danach fragt, Fäden anreichen, Tupfer zählen, den Überblick über das Feld behalten. Der Springer holt Nachschub, öffnet Sterilgut, bedient Geräte, führt Zählkontrollen mit und dokumentiert. Nach dem Eingriff werden Instrumente entsorgt oder der Aufbereitung zugeführt, Präparate für die Pathologie beschriftet und der Saal für den nächsten Eingriff vorbereitet. Viele OTA arbeiten zusätzlich in der Endoskopie, der Ambulanz oder der Zentralsterilisation.
Wie wird man Operationstechnischer Assistent?
Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung an einer OP-Schule, die meist einem Krankenhaus angeschlossen ist. Seit 2022 ist die Ausbildung bundesweit einheitlich geregelt und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung, außerdem ein Gesundheitszeugnis und ein Impfnachweis. Die Ausbildung ist vergütet.
Ein verbreiteter zweiter Weg ist der Wechsel aus der Pflege: Pflegefachkräfte können sich in einer Fachweiterbildung für den Operationsdienst qualifizieren, die berufsbegleitend etwa zwei Jahre dauert. Für Quereinsteiger aus anderen Feldern gibt es keinen kurzen Weg, weil die sterile Arbeitsweise und die Kenntnis der Eingriffe nicht nebenbei erlernbar sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen statt, oft über Stunden, in Bleischürze bei Röntgeneinsatz und unter Mundschutz. Rufdienste, Bereitschaft, Nacht- und Wochenenddienste gehören in Häusern mit Notfallversorgung dazu, planbar ist der Dienstplan nur begrenzt. Wer schnell die Ruhe verliert, hat es schwer: Bei Blutungen oder Komplikationen muss die Instrumentation sitzen, und der Ton im Saal ist nicht immer freundlich. Belastend sind außerdem der Zeitdruck durch enge OP-Pläne, die Konfrontation mit schweren Verletzungen und der Personalmangel, der in vielen Häusern zu Überstunden und kurzfristigen Einsprüngen führt. Gutes Gedächtnis für Instrumentennamen, Verlässlichkeit bei Zählkontrollen und Teamfähigkeit sind die zentralen Anforderungen.
Aussichten
OTA werden bundesweit gesucht, freie Stellen bleiben oft monatelang unbesetzt. Wer bereit ist, den Arbeitsort zu wechseln, hat praktisch freie Auswahl zwischen Universitätskliniken, kommunalen Häusern und privaten Fachkliniken. Spezialisierungen entstehen über Fachgebiete wie Herzchirurgie, Neurochirurgie, Unfallchirurgie oder Robotik-assistierte Eingriffe. Weiterführend möglich sind die Position der Saal- oder OP-Koordination, die Leitung des Funktionsdienstes, Aufgaben in der Praxisanleitung sowie ein Wechsel in die Medizintechnik, den Klinikaußendienst der Industrie oder das Hygienemanagement. Mit Fachhochschulreife ist außerdem ein Studium in Pflege- oder Gesundheitsmanagement möglich.