Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Oberarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie

Oberärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrie leiten die Behandlung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher, führen Assistenzärzte an und tragen die medizinische Verantwortung für einen Stations-, Ambulanz- oder Tagesklinikbereich.

0 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.000 € 9.200 € 10.500 € 110.400 €
Mit Berufserfahrung 9.500 € 10.500 € 12.000 € 126.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 11.000 € 12.500 € 15.500 € 150.000 €

Maßgeblich sind der TV-Ärzte/VKA an kommunalen Kliniken beziehungsweise der TV-Ärzte/TdL an Universitätskliniken, jeweils Entgeltgruppe Ä3 für Oberärzte und Ä4 für leitende Oberärzte; Bereitschafts- und Rufdienste erhöhen das reale Einkommen deutlich. Bei kirchlichen und privaten Trägern wird häufig frei verhandelt, dort liegen die Spannen weiter, und knappe Besetzungslage in ländlichen Regionen verschafft Bewerbern spürbaren Verhandlungsspielraum.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Der Arbeitstag besteht aus Visiten, Fallbesprechungen und Entscheidungen, die andere nicht treffen können. Oberärzte sehen Kinder mit Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Traumafolgestörungen, ADHS, Autismus, Psychosen oder Suizidalität, oft in Krisen und häufig nach langem Vorlauf. Sie stellen Diagnosen, legen Behandlungspläne fest, verordnen und überwachen Psychopharmaka und entscheiden über Aufnahme, Entlassung und über freiheitsentziehende Maßnahmen nach richterlicher Genehmigung.

Ein großer Teil der Arbeit ist Führung und Supervision: Assistenzärzte vorstellen lassen, ihre Befunde prüfen, Weiterbildungsgespräche führen, das multiprofessionelle Team aus Psychologen, Pflege, Sozialdienst, Ergo- und Bewegungstherapie zusammenhalten. Dazu kommen Elterngespräche, Kontakte zu Jugendämtern, Schulen und Familiengerichten, Gutachten, Arztbriefe, Qualitätssicherung und Rufdienste.

Wie wird man Oberarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Am Anfang steht das Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation, in der Regel etwa sechs Jahre. Danach folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, die Anteile in der Erwachsenenpsychiatrie sowie in Pädiatrie oder Neurologie einschließt und eine psychotherapeutische Ausbildung mit Selbsterfahrung, Supervision und dokumentierten Behandlungsfällen umfasst. Die Oberarztfunktion wird üblicherweise ein bis vier Jahre nach der Facharztprüfung übertragen, oft verbunden mit einem Schwerpunkt wie Essstörungen, Traumatherapie, Autismusdiagnostik oder Forensik. Ein Wechsel aus der Erwachsenenpsychiatrie oder Pädiatrie ist möglich, erfordert aber eine erneute, verkürzte Weiterbildung.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist hoch und selten teilbar. Suizidversuche, Kindeswohlgefährdung, Gewalt in der Familie und aggressive Zuspitzungen auf der Station gehören zum Alltag; nicht jede Behandlung geht gut aus. Die Bettenkapazitäten sind knapp, Wartezeiten auf Ambulanztermine lang, und Eltern kommen häufig erschöpft und fordernd. Dazu kommen Konflikte mit Kostenträgern, Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft und ein wachsender Dokumentationsaufwand.

Die Arbeitszeiten sind besser als in vielen operativen Fächern, aber nicht familienfreundlich planbar: Ruf- oder Bereitschaftsdienste, Wochenenddienste, Überstunden. Teilzeitmodelle sind in diesem Fach verbreiteter als anderswo. Wer Distanz nicht halten kann, gerät in Gefahr, die Fälle mit nach Hause zu nehmen; eigene Supervision ist keine Formalität.

Aussichten

Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot. Kliniken, Tageskliniken und sozialpsychiatrische Ambulanzen suchen dauerhaft Fachärzte, und Oberarztstellen bleiben regelmäßig monatelang unbesetzt. Der Behandlungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, während der Ausbau der Versorgung hinterherhinkt. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt, zur Chefarztposition, in die Leitung einer Institutsambulanz, in Lehre und Forschung an einer Universitätsklinik, in die Begutachtung für Gerichte oder in eine eigene Praxis. Wer wechseln will, findet in der Regel schnell eine Stelle.

Aufgaben

  • Diagnostik und Behandlungsplanung bei psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen
  • Oberarztvisiten und Fallsupervision für Assistenzärzte
  • Indikationsstellung und Überwachung medikamentöser Therapien
  • Entscheidungen über Aufnahme, Krisenintervention und Unterbringung
  • Eltern- und Familiengespräche sowie Kontakt zu Jugendamt, Schule und Gericht
  • Leitung multiprofessioneller Teambesprechungen
  • Erstellung von Gutachten, Arztbriefen und Stellungnahmen
  • Teilnahme an Ruf- und Wochenenddiensten

Voraussetzungen

  • Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Psychotherapeutische Qualifikation mit Supervisions- und Selbsterfahrungsnachweisen
  • Belastbarkeit im Umgang mit Suizidalität, Gewalt und Kindeswohlgefährdung
  • Führungs- und Anleitungskompetenz für ein multiprofessionelles Team
  • Sehr gute Deutschkenntnisse und Sicherheit in schwierigen Gesprächen
  • Bereitschaft zu Bereitschafts- und Rufdiensten

Wo man arbeitet

  • Fachkliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Kinder- und jugendpsychiatrische Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Tageskliniken und Institutsambulanzen
  • Forensische Kliniken für Jugendliche
  • Sozialpädiatrische Zentren

Der Weg in den Beruf

Nach dem etwa sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an einer Weiterbildungsklinik, abgeschlossen mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer. Die Oberarztfunktion wird meist ein bis vier Jahre nach der Facharztanerkennung übertragen, häufig verbunden mit einem fachlichen Schwerpunkt.

Offene Stellen als Oberarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie

In der Suche fortsetzen

Zu diesem Beruf steht gerade keine Anzeige im Bestand. Der Bestand wird täglich abgeglichen; die Suche zeigt auch verwandte Bezeichnungen.

Verwandte Berufe

Facharzt für Neurologie

Fachärzte für Neurologie diagnostizieren und behandeln Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln – von Schlaganfall und Epilepsie bis Multiple Sklerose und Parkinson. Sie arbeiten überwiegend in Kliniken, Praxen und Rehabilitationszentren.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
6.800 – 18.000 €

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Angst- und Suchterkrankungen. Sie verbinden medizinische Behandlung, Medikation und Psychotherapie.

Offene Stellen
0
Monatsbrutto
4.900 – 16.000 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz