Zum Inhalt springen
Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Nachtportier

Nachtportiers betreuen die Rezeption eines Hotels zwischen Abend und Morgen: Sie checken späte Gäste ein, sichern das Haus und schließen die Tagesabrechnung ab. Der Beruf läuft ausschließlich in der Nacht, meist allein im Dienst.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Nachtportier verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.750 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €

In tarifgebundenen Häusern richtet sich die Vergütung nach dem regionalen Manteltarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe, der je Bundesland deutlich abweicht. Entscheidend für das reale Einkommen sind die steuerfreien Nachtzuschläge sowie Kategorie und Größe des Hotels: Kettenhäuser der oberen Klassen zahlen merklich mehr als kleine Privathotels.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Nachtportier?

Der Dienst beginnt in der Regel gegen 22 oder 23 Uhr und endet am frühen Morgen. Nachtportiers übernehmen die Rezeption von der Spätschicht, nehmen offene Vorgänge auf und sind dann meist die einzige Ansprechperson im Haus. Sie checken Gäste ein, die spät anreisen, geben Schlüssel oder Karten aus, nehmen Anrufe und Reservierungsanfragen an, bringen Getränke oder kleine Speisen aus dem Nachtangebot und wecken Gäste zur gewünschten Zeit.

Ein fester Teil der Nacht ist der Tagesabschluss, in vielen Häusern Night Audit genannt: Umsätze aus Restaurant, Bar und Zimmern werden im Hotelprogramm abgeglichen, Kassen gezählt, Rechnungen kontrolliert und Berichte für die Geschäftsleitung erstellt. Dazu kommen Kontrollgänge durch Flure, Tagungsräume, Tiefgarage und Außenbereiche, das Prüfen von Türen und Brandschutzeinrichtungen sowie das Reagieren auf Alarme. Wenn ein Gast erkrankt, ein Rohr bricht oder eine Gruppe im Flur laut wird, entscheidet der Nachtportier allein, ob Bereitschaft, Hausleitung, Rettungsdienst oder Polizei gerufen wird. In ruhigen Stunden fallen Vorbereitungen für die Frühschicht an: Frühstückslisten, Anreiseunterlagen, Presse, Kaffeestation.

Wie wird man Nachtportier?

Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Hotelmanagement, früher Hotelfachfrau oder Hotelfachmann, oder über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Einarbeitung an der Rezeption. Viele Häuser besetzen die Nachtschicht aber auch mit Quereinsteigern, die im Empfangs-, Sicherheits- oder Servicebereich gearbeitet haben. Erwartet werden dann sichere Deutsch- und Englischkenntnisse, Erfahrung im Umgang mit Gästen und die Bereitschaft, sich in ein Hotelprogramm wie Opera, Protel oder Apaleo einzuarbeiten. Wer zusätzlich eine Sachkundeprüfung nach Paragraf 34a Gewerbeordnung, einen Erste-Hilfe-Nachweis oder eine Brandschutzhelfer-Schulung mitbringt, hat bei größeren Hotels bessere Karten.

Was der Beruf verlangt

Die Dauernachtarbeit ist die größte Belastung. Der Schlafrhythmus verschiebt sich, soziale Kontakte und Familienleben laufen gegen die eigenen Dienstzeiten, und viele halten diese Form der Arbeit nur über begrenzte Zeit gut durch. Dazu kommt das Alleinsein im Haus: Es gibt niemanden, mit dem man eine schwierige Situation kurz bespricht. Nachtportiers erleben betrunkene Gäste, Beschwerden über Lärm, gelegentlich Diebstahlversuche oder aggressives Verhalten. Ruhige Nächte wechseln mit Nächten, in denen alles gleichzeitig passiert. Verlangt werden deshalb Gelassenheit, Verlässlichkeit beim Abrechnen und ein wacher Blick für Unregelmäßigkeiten. Wer die Nacht als Zeit ohne Aufsicht versteht, ist im falschen Beruf.

Aussichten

Hotels finden für die Nachtschicht seit Jahren schwer Personal, entsprechend gibt es fast überall offene Stellen, besonders in Städten mit vielen Geschäftsreisenden. Gleichzeitig ersetzen Automaten für Check-in und Schlüsselausgabe in Budget- und Kettenhotels Teile der Aufgabe, in kleineren Häusern wird die Nacht mitunter ganz unbesetzt gelassen. Wer bleibt, kann sich zum Empfangsmitarbeiter im Tagdienst, zur Schichtleitung oder mit Weiterbildung zum Front-Office-Manager entwickeln. Auch ein Wechsel in die Buchhaltung des Hauses oder in den Sicherheitsdienst ist möglich, weil beide Bereiche in der Nachtarbeit angelegt sind.

Aufgaben

  • Late Check-in und Check-out an der Rezeption
  • Tagesabschluss und Kassenabrechnung im Hotelprogramm
  • Kontrollgänge durch Haus, Garage und Außenbereich
  • Telefondienst, Reservierungen und Weckaufträge
  • Nachtbar, kleine Speisen und Getränkeservice
  • Reaktion auf Alarme, Notfälle und Beschwerden
  • Vorbereitung der Unterlagen für die Frühschicht

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Hotel- oder Kaufmannsbereich oder einschlägige Erfahrung am Empfang
  • Sicheres Deutsch und Englisch, weitere Sprachen von Vorteil
  • Bereitschaft zu dauerhafter Nachtarbeit inklusive Wochenenden und Feiertagen
  • Sorgfalt im Umgang mit Bargeld und Abrechnungen
  • Ruhiges Auftreten bei Konflikten und in Notlagen
  • Häufig einwandfreies Führungszeugnis, teils Sachkunde nach § 34a GewO

Wo man arbeitet

  • Stadt- und Businesshotels
  • Ferienhotels und Resorts
  • Hotelketten mit Rund-um-die-Uhr-Rezeption
  • Tagungs- und Kongresshotels
  • Kliniken und Boardinghäuser mit Empfangsdienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Hotelmanagement mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus Empfang, Service oder Sicherheitsgewerbe mit betrieblicher Einarbeitung von einigen Wochen an der Rezeption.

Offene Stellen als Nachtportier

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Night Auditor

Night Auditors arbeiten nachts an der Hotelrezeption, betreuen ankommende und abreisende Gäste und erstellen den buchhalterischen Tagesabschluss. Sie sind in dieser Zeit meist die einzige Ansprechperson im Haus.

Offene Stellen
4
Monatsbrutto
2.200 – 3.900 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz