Was macht ein Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst?
Der Vertriebsinnendienst ist die Schaltstelle zwischen Kunden und Unternehmen. Eine Anfrage kommt per Mail, Telefon oder über das Portal herein, wird geprüft, kalkuliert und als Angebot zurückgeschickt. Bestellt der Kunde, wird der Auftrag im ERP-System angelegt, Liefertermine werden mit der Produktion oder dem Lager abgestimmt, Preise und Konditionen gegen die Stammdaten geprüft. Dazu kommt das Nachfassen: Wer hat auf ein Angebot nicht reagiert, welcher Kunde hat seit Monaten nichts geordert. In vielen Betrieben gehört auch aktives Telefonieren dazu, also Bestandskunden anrufen, Bedarf abfragen, Zusatzprodukte anbieten. Reklamationen, Retouren, Gutschriften und Mahnvorgänge landen ebenfalls häufig hier. Wer für einen Außendienst arbeitet, bereitet Besuche vor, pflegt das CRM und übernimmt die Kunden, für die eine Reise sich nicht rechnet. In technischen Branchen kommt Produktberatung hinzu: Maße, Werkstoffe, Ersatzteilnummern, Schnittstellen.
Wie wird man Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst?
Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Drei Jahre dual, Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Auch technische Ausbildungen mit anschließender kaufmännischer Weiterbildung führen in den Beruf, gerade im Maschinenbau, wo Produktwissen mehr zählt als Buchführung. Ein Studium in Betriebswirtschaft ist möglich, aber nicht üblich und oft eher der Einstieg in Richtung Key Account. Der Quereinstieg ist verbreitet: Wer im Einzelhandel, im Callcenter, in der Hotellerie oder in der Auftragsabwicklung gearbeitet hat, wird häufig eingestellt und im Betrieb angelernt. Verlangt wird dann sicherer Umgang mit Kunden am Telefon, saubere Schriftsprache und Bereitschaft, sich in ein ERP-System einzuarbeiten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist selten hektisch im Sinne von körperlicher Belastung, aber sie ist zerrissen. Telefon, Postfach und Kollegen unterbrechen ständig, gleichzeitig müssen Angebote fehlerfrei sein, weil ein falscher Preis oder ein falscher Liefertermin direkt Geld kostet. Wer schlecht mit Unterbrechungen umgehen kann, kommt hier an die Grenze. Kunden reagieren gereizt, wenn Lieferungen sich verschieben, und der Innendienst überbringt die Nachricht, ohne die Ursache beeinflussen zu können. In vielen Häusern gibt es Umsatzziele oder Vorgaben für Anrufkontakte. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Montag bis Freitag, teils mit Servicezeiten bis in den frühen Abend; Homeoffice ist in Teilen möglich, aber selten vollständig. Zum Monats- und Quartalsende steigt der Druck. Wer den Beruf mag, mag den Wechsel zwischen Gespräch und Ordnung; wer reines Verkaufen sucht, ist im Außendienst besser aufgestellt.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und branchenübergreifend: Industrie, Handel, Handwerksbetriebe mit Projektgeschäft, Dienstleister, Software. Routineerfassung verschwindet zunehmend durch Kundenportale und automatisierte Auftragsanlage, die beratenden und klärenden Anteile nehmen zu. Wer sich weiterentwickeln will, spezialisiert sich technisch, übernimmt größere Kunden als Key Account Manager, wechselt in den Außendienst oder ins Vertriebscontrolling. Mit Weiterbildungen wie Fachwirt oder Betriebswirt öffnet sich die Teamleitung im Innendienst. Englisch und weitere Fremdsprachen erweitern die Auswahl deutlich, besonders im Export.