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Handwerk & Produktion

Mitarbeiter Asphaltkolonne

Mitarbeiter einer Asphaltkolonne bauen Straßen, Wege und Plätze: Sie bereiten den Untergrund vor, verteilen heißen Asphalt hinter dem Fertiger und verdichten ihn mit Walze und Rüttelplatte. Die Arbeit findet im Freien statt, oft unter Zeitdruck und bei hohen Temperaturen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter Asphaltkolonne verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €

Maßgeblich sind der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe und die dortige Lohngruppe; ungelernte Helfer liegen deutlich unter Facharbeitern und Vorarbeitern. Erheblich ins Gewicht fallen Erschwernis-, Nacht- und Überstundenzuschläge sowie Auslöse bei Montage, dazu regionale Unterschiede zwischen West und Ost.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter der Asphaltkolonne?

Eine Asphaltkolonne besteht meist aus vier bis acht Personen, die gemeinsam eine Fahrbahn, einen Parkplatz oder einen Radweg einbauen. Der Ablauf ist eingespielt: Der Untergrund wird gefräst, gereinigt und mit Bitumenemulsion angespritzt, dann fährt der Fertiger die Mischgutschicht ein. Die Kolonne arbeitet hinter der Maschine, zieht Ränder mit der Schaufel nach, stellt Anschlüsse an Schächte, Rinnen und Bordsteine her und verdichtet mit der Walze auf das vorgeschriebene Maß. Randbereiche, Einläufe und enge Stellen werden von Hand eingebaut, weil der Fertiger dort nicht hinkommt.

Dazu kommen Arbeiten, die vor und nach dem Einbau anfallen: Verkehrssicherung aufstellen, Höhen mit Nivelliergerät oder Laser prüfen, Bordsteine setzen, Pflaster verlegen, Mischgutlieferungen abnehmen und Temperaturen kontrollieren. Bei Sanierungen werden alte Schichten aufgebrochen, Schlaglöcher ausgeschnitten und geflickt. Am Ende des Tages werden Geräte gereinigt, Werkzeug verladen und die Baustelle für die Nacht gesichert.

Wie wird man Mitarbeiter der Asphaltkolonne?

Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Straßenbauer, mit dem ersten Jahr als gemeinsame Grundbildung Bau. Wer die Prüfung nach zwei Jahren als Tiefbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Straßenbauarbeiten ablegt, kann später aufsatteln. Der Einstieg ist aber auch ungelernt möglich: Viele Betriebe suchen Bauhelfer und lernen sie in der Kolonne an. Wer zuverlässig kommt, körperlich mithält und sich Maschinen zutraut, arbeitet sich zum Walzenfahrer, Fertigerfahrer oder Vorarbeiter hoch.

Für Quereinsteiger sind ein Führerschein, besser noch die Klasse C1 oder C, und Bedienerscheine für Walze, Bagger oder Radlader die wichtigsten Türöffner. Sie lassen sich in kurzen Kursen erwerben und werden von manchen Arbeitgebern bezahlt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich hart. Heißes Mischgut kommt mit rund 150 Grad auf die Baustelle, im Sommer steht die Kolonne zwischen aufgeheizter Fahrbahn und Sonne, im Herbst im Regen. Bitumendämpfe, Lärm, Vibration und schwere Handschaufelarbeit gehören dazu, Knie und Rücken werden über die Jahre belastet. Schutzkleidung ist Pflicht und im Sommer unangenehm.

Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Bauablauf. Zehn- und Zwölfstundentage in der Saison sind üblich, ebenso früher Beginn, Nachtarbeit auf Autobahnen und Wochenendeinsätze bei Vollsperrungen. Im Winter ruhen viele Baustellen, dann greift Saison-Kurzarbeitergeld. Wer weit fährt, ist unter der Woche auf Montage. Der Verkehr läuft oft dicht neben der Kolonne, Unaufmerksamkeit ist dort gefährlich.

Verlangt werden Belastbarkeit, Wetterfestigkeit, Pünktlichkeit und die Fähigkeit, sich in ein Team einzufügen, in dem jeder Griff sitzen muss. Sprachliche Verständigung auf der Baustelle ist wichtig, Deutsch auf einfachem Niveau reicht meist.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Sanierungsbedarf an Straßen und Brücken ist groß, gleichzeitig gehen erfahrene Kolonnenleute in Rente, und Nachwuchs ist knapp. Wer bleibt, kann Vorarbeiter, Kolonnenführer oder Maschinist werden, mit Weiterbildung Werkpolier oder geprüfter Polier, später Bauleiter im Straßenbau. Auch der Wechsel in den Bauhof einer Kommune oder zu einem Asphaltmischwerk ist ein Weg, der körperlich entlastet.

Aufgaben

  • Untergrund fräsen, reinigen und mit Bitumenemulsion anspritzen
  • heißes Mischgut hinter dem Fertiger verteilen und Ränder abziehen
  • Asphalt mit Walze, Rüttelplatte und Stampfer verdichten
  • Anschlüsse an Schächte, Rinnen und Bordsteine von Hand einbauen
  • Höhen und Schichtdicken mit Nivelliergerät oder Laser prüfen
  • Verkehrssicherung und Baustellenabsperrung aufbauen
  • Schlaglöcher ausschneiden und Flickstellen herstellen
  • Geräte reinigen, warten und verladen

Voraussetzungen

  • körperliche Belastbarkeit und Wetterfestigkeit
  • Bereitschaft zu Früh-, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Montage
  • Führerschein, für Maschinen und Lkw möglichst Klasse C1 oder C
  • Ausbildung im Straßen- oder Tiefbau von Vorteil, Einstieg als Helfer möglich
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit im eingespielten Kolonnenablauf
  • Verständigung auf Deutsch für Sicherheitsanweisungen
  • Umgang mit Hitze, Lärm und Bitumendämpfen

Wo man arbeitet

  • Straßen- und Tiefbauunternehmen
  • Asphaltbaubetriebe und Deckenbaukolonnen
  • kommunale Bauhöfe und Straßenmeistereien
  • Autobahn- und Landesstraßenbaustellen
  • Bauunternehmen mit eigener Asphaltsparte

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Straßenbauer mit Abschluss vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer; nach zwei Jahren ist der Abschluss als Tiefbaufacharbeiter möglich. Ungelernte werden häufig als Bauhelfer eingestellt und in der Kolonne angelernt, ergänzt durch Bedienerscheine für Walze, Bagger oder Radlader. Weiterbildungen führen zum Vorarbeiter, Werkpolier oder geprüften Polier.

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