MFA/Medizinische Fachangestellte für die Blutentnahme
Medizinische Fachangestellte mit Schwerpunkt Blutentnahme nehmen in Arztpraxen, Laboren und Blutspendediensten venöses und kapillares Blut ab, bereiten die Proben auf und betreuen Patienten oder Spender vor und nach dem Einstich.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als MFA/Medizinische Fachangestellte für die Blutentnahme verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.650 € | 2.900 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.350 € | 3.900 € | 40.200 € |
In Arztpraxen richtet sich das Gehalt nach dem Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte, der aber nur bei tarifgebundenen Praxen verbindlich gilt; viele Praxen zahlen darunter. Blutspendedienste des DRK, Krankenhäuser und kommunale Einrichtungen zahlen nach eigenen Tarifen wie dem DRK-Tarifvertrag oder dem TVöD und liegen meist höher, ebenso große Laborketten mit Zulagen für frühe Dienste.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine MFA in der Blutentnahme?
Im Mittelpunkt steht der Einstich in die Vene, viele Male am Tag. Medizinische Fachangestellte mit diesem Schwerpunkt arbeiten oft in großen Praxen mit eigenem Blutentnahmeraum, in Laborarztpraxen und Probenannahmestellen oder bei Blutspendediensten. Vor der Entnahme prüfen sie Identität, Anforderungsschein und Nüchternheit, wählen die passenden Röhrchen aus, stauen den Arm, desinfizieren und punktieren. Danach beschriften sie die Proben, zentrifugieren Serum, kühlen oder versenden das Material und dokumentieren alles im Praxis- oder Laborsystem. Bei schwierigen Venen, bei Kindern oder älteren Menschen braucht es Geduld und Technik, etwa mit Butterfly-Kanülen. Im Blutspendedienst kommen Vorgespräche, Hämoglobinmessung, die Überwachung während der Spende und die Versorgung von Kreislaufreaktionen hinzu. Kollabiert jemand, muss die MFA ruhig reagieren und Erste Hilfe leisten.
Wie wird man MFA in der Blutentnahme?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, die mit einer Prüfung vor der Ärztekammer endet. Blutentnahme ist Teil der Ausbildung, die Spezialisierung entsteht aber meist erst durch Praxis in einer Einrichtung mit hohem Probenaufkommen. Fortbildungen der Ärztekammern, etwa in Labordiagnostik oder Notfallmanagement, vertiefen das Wissen. Blutspendedienste stellen teils auch Pflegefachkräfte, Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter ein. Einen eigenständigen, staatlich geregelten Beruf für Blutentnahme gibt es in Deutschland nicht; die Tätigkeit wird ärztlich delegiert. Kurse zur Phlebotomie bei privaten Anbietern ersetzen keine Berufsausbildung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist eintönig, wenn morgens dutzende Patienten im Takt von wenigen Minuten durchgeschleust werden. Stoßzeiten liegen früh am Tag, weil viele Werte nüchtern bestimmt werden müssen, Dienstbeginn ist daher oft zwischen sechs und sieben Uhr. Mobile Blutspendetermine finden häufig nachmittags, abends und auch samstags statt, verbunden mit Fahrten und Auf- und Abbau in Schulen oder Gemeindehäusern. Langes Stehen oder vorgebeugtes Sitzen belastet Rücken und Schultern. Es besteht ein Infektionsrisiko durch Nadelstichverletzungen, Sorgfalt im Umgang mit Kanülen ist Pflicht. Wer kein Blut sehen kann oder unter Zeitdruck unsicher wird, ist hier falsch. Hinzu kommen ängstliche oder ungeduldige Menschen, Fehlpunktionen, die unangenehm sind, und die Verantwortung, dass keine Probe vertauscht wird. Die Bezahlung liegt im Gesundheitswesen eher am unteren Rand, viele Praxen zahlen nur knapp Tarif oder darunter.
Aussichten
Medizinische Fachangestellte werden bundesweit gesucht, viele Praxen finden kaum Personal. Wer sicher und schnell punktiert, ist in Laboren, Blutspendediensten und großen Praxen gefragt. Mit Erfahrung sind Aufgaben in der Einarbeitung neuer Kolleginnen, in der Leitung eines Entnahmeteams oder in der Organisation mobiler Spendetermine möglich. Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder die Weiterbildung zur Nichtärztlichen Praxisassistentin erweitern den Rahmen. Wer tiefer in die Labordiagnostik will, kann eine Ausbildung zur Medizinischen Technologin für Laboratoriumsanalytik anschließen.
Aufgaben
- Venöses und kapillares Blut nach ärztlicher Anordnung abnehmen
- Patientendaten, Anforderungen und Nüchternheit vor der Entnahme prüfen
- Röhrchen auswählen, beschriften und Proben zentrifugieren
- Proben für Versand oder Laboranalyse lagern und dokumentieren
- Blutspender vor, während und nach der Spende betreuen und überwachen
- Bei Kreislaufproblemen und Ohnmacht Erste Hilfe leisten
- Entnahmeplatz hygienisch vorbereiten und Kanülen sicher entsorgen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder vergleichbare Gesundheitsausbildung
- Sichere Punktionstechnik und ruhige Hand
- Keine Scheu vor Blut und Nadeln
- Sorgfalt bei Beschriftung und Dokumentation
- Geduld und Einfühlungsvermögen mit ängstlichen Menschen
- Belastbarkeit für frühe Dienstzeiten und hohes Tempo
- Für mobile Blutspendetermine oft Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Hausarzt- und Internistenpraxen
- Laborarztpraxen und medizinische Labore
- Blutspendedienste und Transfusionszentren
- Medizinische Versorgungszentren
- Krankenhausambulanzen
- Betriebsärztliche Dienste
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Die Spezialisierung auf Blutentnahme entsteht durch Berufspraxis und Fortbildungen der Ärztekammern. Blutspendedienste nehmen teils auch Pflegefachkräfte oder Rettungssanitäter auf.
Offene Stellen als MFA/Medizinische Fachangestellte für die Blutentnahme
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