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Gesundheit & Pflege

Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte organisieren den Ablauf in Arztpraxen und unterstützen bei Untersuchungen und Behandlungen. Sie arbeiten am Empfang, im Labor und am Behandlungsstuhl und übernehmen die Abrechnung.

51 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Medizinische Fachangestellte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.600 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.900 € 38.400 €

Maßstab ist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe und der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen; er gilt aber nur bei tarifgebundenen Praxen, viele zahlen frei verhandelt darunter. Deutlich mehr bringen Anstellungen in Kliniken nach TVöD oder TV-L sowie Zusatzqualifikationen wie Praxisassistentin oder Fachwirtin.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Medizinische Fachangestellte?

Medizinische Fachangestellte, früher Arzthelferinnen, halten den Betrieb einer Praxis am Laufen. Sie nehmen Patienten auf, lesen die Versichertenkarte ein, vergeben Termine und führen die Patientendokumentation. Im Behandlungszimmer assistieren sie: Verbände wechseln, Nähte entfernen, Injektionen setzen, Blut abnehmen, EKG und Lungenfunktion durchführen, Sehtests, Impfungen vorbereiten. Im Praxislabor werten sie Urin- und Blutproben aus oder bereiten den Versand ins Fremdlabor vor. Sie sterilisieren Instrumente, füllen Materialschränke auf und überwachen Verfallsdaten von Medikamenten.

Ein großer Teil der Arbeit ist Verwaltung: Leistungen nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab und der Gebührenordnung für Ärzte erfassen, Quartalsabrechnungen vorbereiten, Rezepte und Überweisungen ausstellen, mit Krankenkassen und Kollegen telefonieren. Je nach Fachrichtung kommen Besonderheiten dazu, etwa Röntgen in der Orthopädie, Ultraschallvorbereitung in der Inneren Medizin oder Wundmanagement in der Chirurgie.

Wie wird man Medizinische Fachangestellte?

Über eine dreijährige duale Ausbildung in einer Arztpraxis mit Berufsschulunterricht. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe mit mittlerem Abschluss ein, oft auch mit gutem Hauptschulabschluss. Die Ausbildung endet mit der Prüfung vor der zuständigen Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Abschluss ist möglich, aber begrenzt: Ohne Fachkundenachweis darf man nicht röntgen, und viele Tätigkeiten setzen die abgeschlossene Ausbildung voraus. Wer aus der Pflege oder von zahnmedizinischen Fachberufen kommt, findet leichter Anschluss.

Was der Beruf verlangt

Der Ton am Empfang ist häufig gereizt. Wartezeiten, abgelehnte Termine, überfüllte Sprechstunden landen zuerst bei den Fachangestellten, nicht beim Arzt. Wer dünnhäutig ist, hat es schwer. Dazu kommt ständiges Umschalten zwischen Telefon, Anmeldung und Behandlungszimmer, oft ohne die Möglichkeit, eine Aufgabe zu Ende zu bringen. Körperlich ist der Beruf weniger belastend als die Pflege, aber Stehen und Gehen prägen den Tag.

Die Arbeitszeiten sind regelmäßiger als im Krankenhaus, meist ohne Nachtdienst, dafür mit langen Nachmittagen und geteilten Diensten. Bereitschaft und Wochenenddienste gibt es in Notfallpraxen und im Krankenhausambulanzbereich. Die Bezahlung gilt seit Jahren als niedrig für das verlangte Verantwortungsniveau; viele Praxen zahlen nur den Tariflohn oder unterschreiten ihn, weil keine Tarifbindung besteht. Teilzeit ist verbreitet, oft auch dann, wenn Vollzeit gewünscht wäre.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Praxen suchen bundesweit, in ländlichen Regionen besonders dringend, und der Berufswechsel in Kliniken, medizinische Versorgungszentren, Betriebsärztliche Dienste oder zu Krankenkassen ist gut möglich. Weiterbildungen der Ärztekammern erweitern das Aufgabenfeld deutlich, etwa zur Nichtärztlichen Praxisassistentin mit Hausbesuchen, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung, zur Hygienebeauftragten oder in Richtung Ambulantes Operieren und Onkologie. Wer die Praxisführung übernimmt, koordiniert Personal, Bestellwesen und Abrechnung. Ein Aufstieg über Fachwirtin hinaus verlangt in der Regel ein Studium, etwa im Gesundheitsmanagement.

Aufgaben

  • Patienten aufnehmen, Termine vergeben und Karteien führen
  • Blut abnehmen, Injektionen setzen und Verbände wechseln
  • EKG, Lungenfunktion und Seh- oder Hörtests durchführen
  • Proben im Praxislabor untersuchen oder für den Versand vorbereiten
  • Instrumente reinigen, sterilisieren und Hygienevorgaben umsetzen
  • Ärztliche Leistungen erfassen und die Quartalsabrechnung vorbereiten
  • Rezepte, Überweisungen und Bescheinigungen ausstellen
  • Bei kleinen Eingriffen assistieren und den Raum vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, geprüft von der Ärztekammer
  • Nachweis über Masernimpfung nach Infektionsschutzgesetz
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Abrechnung
  • Belastbarkeit im Umgang mit gereizten oder verunsicherten Patienten
  • Verschwiegenheit und Bewusstsein für Datenschutz
  • Sicherer Umgang mit Praxissoftware
  • Bei Röntgentätigkeit Kenntnisse im Strahlenschutz

Wo man arbeitet

  • Hausarzt- und Facharztpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Krankenhausambulanzen und Polikliniken
  • Betriebsärztliche Dienste
  • Gesundheitsämter
  • Labore und Blutspendedienste

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung in einer Arztpraxis mit begleitendem Berufsschulunterricht. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Ärztekammer und dem Titel Medizinische Fachangestellte. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich.

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