Marketing am virtuellen Campus
Marketing am virtuellen Campus bedeutet, Studiengänge und Kurse einer Fernhochschule oder eines digitalen Bildungsanbieters bekannt zu machen und Interessenten bis zur Einschreibung zu begleiten. Die Arbeit findet fast vollständig in digitalen Kanälen statt: Suchmaschinen, Social Media, E-Mail-Strecken und Landingpages.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Marketing am virtuellen Campus verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.700 € | 7.500 € | 68.400 € |
Am stärksten wirken Trägerschaft und Größe: Private Bildungsanbieter zahlen frei verhandelte Gehälter mit weiter Spanne und teils erfolgsabhängigen Anteilen, staatliche Hochschulen vergüten nach TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13, mit deutlich engerem Rahmen. Spezialisierung auf Performance-Kanäle und Budgetverantwortung heben das Gehalt spürbarer als reine Berufsjahre.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht Marketing am virtuellen Campus?
Fernhochschulen, Online-Akademien und Weiterbildungsanbieter verkaufen kein Produkt, das man anfassen kann, sondern ein Versprechen auf einen Abschluss. Marketing am virtuellen Campus organisiert den Weg dorthin: Es werden Kampagnen für einzelne Studiengänge geplant, Suchanzeigen bei Google und Bing geschaltet, Landingpages getextet und getestet, Studienberatungs-Termine über Formulare eingesammelt und Interessenten über automatisierte E-Mail-Strecken bis zur Einschreibung begleitet. Ein großer Teil der Arbeit ist Zahlenarbeit: Wie viele Klicks führen zu einer Anfrage, wie viele Anfragen zu einer Immatrikulation, was kostet eine Einschreibung im Kanal Meta gegenüber LinkedIn. Dazu kommen Inhalte, die Vertrauen aufbauen sollen, weil ein Fernstudium eine mehrjährige Verpflichtung ist: Erfahrungsberichte von Absolventinnen, Webinare mit Dozenten, Vergleichsseiten zu Akkreditierung und Anerkennung. Wer im Team größerer Anbieter arbeitet, spezialisiert sich meist auf einen Bereich, etwa Performance, Content, CRM oder Hochschulkommunikation. In kleineren Häusern macht eine Person alles, inklusive Messeauftritten und Pressearbeit.
Wie wird man Marketing am virtuellen Campus?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Marketing, Medien-, Kommunikations- oder Wirtschaftswissenschaften, oft mit digitalem Schwerpunkt. Auch eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation oder für Digitalisierungsmanagement mit anschließender Praxis in einer Agentur öffnet die Tür. Quereinstieg ist verbreitet und realistisch: Wer aus dem Journalismus, aus der Studienberatung, aus dem Vertrieb oder aus dem E-Commerce kommt und nachweisbar mit Google Ads, Analytics, einem CMS und einem CRM-System umgehen kann, wird eingestellt. Zertifikatskurse zu Suchmaschinenwerbung, SEO oder Marketing Automation ersetzen kein Studium, sind aber im Bewerbungsgespräch ein handfestes Argument. Kenntnis des Bildungsmarktes hilft, weil Werbung für Studiengänge rechtlichen und akkreditierungsbedingten Grenzen unterliegt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark an Kennzahlen gebunden. Einschreibungszahlen werden monatlich gemessen, und wenn sie fallen, steht das Marketing zuerst in der Erklärungspflicht. Semesterstarts erzeugen Spitzen mit Überstunden, danach folgen ruhigere Wochen. Werkzeuge und Plattformalgorithmen ändern sich schnell, Weiterbildung ist kein Zusatz, sondern Bedingung. Ein Teil der Anbieter arbeitet mit aggressiven Vertriebsmethoden; wer Wert darauf legt, Menschen nicht in Verträge zu drängen, die zu ihnen nicht passen, sollte den Arbeitgeber sorgfältig prüfen. Die Tätigkeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig mit hohem Homeoffice-Anteil, was Selbstorganisation verlangt. Abstimmung mit Studiengangsleitungen, Rechenzentrum und Studienberatung frisst mehr Zeit, als viele erwarten.
Aussichten
Der Markt für berufsbegleitende Online-Studiengänge und Weiterbildung wächst, private Hochschulen konkurrieren um dieselben Zielgruppen und investieren entsprechend in Marketing. Nachfrage besteht besonders nach Leuten, die Performance-Kanäle steuern und gleichzeitig Inhalte beurteilen können. Entwicklungswege führen in die Teamleitung eines Kanals, in die Leitung Marketing und Kommunikation einer Hochschule, in das Produktmanagement für Studiengänge oder in die Selbständigkeit als Beraterin für Bildungsanbieter. Die erworbenen Kenntnisse sind übertragbar: Wer im Bildungsmarketing gearbeitet hat, findet auch im SaaS-Bereich oder in beratungsintensiven Dienstleistungen Anschluss.
Aufgaben
- Kampagnen für einzelne Studiengänge planen und aussteuern
- Suchanzeigen und Social-Media-Anzeigen anlegen, testen und budgetieren
- Landingpages und Studiengangsseiten texten und optimieren
- E-Mail-Strecken vom Erstkontakt bis zur Einschreibung aufsetzen
- Kennzahlen zu Anfragen, Beratungsterminen und Immatrikulationen auswerten
- Inhalte wie Erfahrungsberichte, Webinare und Blogartikel produzieren
- mit Studienberatung, Studiengangsleitung und externen Agenturen abstimmen
- Wettbewerber und Preise im Fernstudienmarkt beobachten
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium in Marketing, Kommunikation oder Wirtschaft, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Marketingpraxis
- sicherer Umgang mit Google Ads, Analytics, einem CMS und einem CRM-System
- Fähigkeit, verständlich und fehlerfrei zu texten
- Zahlenverständnis für Budgets, Kosten pro Anfrage und Konversionsraten
- Grundkenntnisse in Datenschutz und Werberecht im Bildungsbereich
- Bereitschaft, sich laufend in neue Plattformen und Werkzeuge einzuarbeiten
- Englischkenntnisse für Werkzeuge und internationale Programme
Wo man arbeitet
- private Fernhochschulen und Online-Universitäten
- staatliche Hochschulen mit digitalen Studienangeboten
- Anbieter beruflicher Weiterbildung und E-Learning-Plattformen
- Digital- und Performance-Agenturen mit Bildungskunden
- Bildungsabteilungen größerer Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium in Marketing, Kommunikations- oder Wirtschaftswissenschaften mit sechs bis sieben Semestern, häufig ergänzt um Praktika in Agenturen oder Hochschulmarketing. Alternativ führt eine dreijährige Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation mit anschließender Praxis in den Beruf. Quereinsteiger belegen meist Zertifikatskurse zu Suchmaschinenwerbung, SEO und Marketing Automation und weisen eigene Projekte vor.
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- Monatsbrutto
- 2.800 – 7.500 €
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