Was macht ein Malerhelfer?
Malerhelfer arbeiten den ausgebildeten Malern und Lackierern zu. Der Tag beginnt meist im Betriebshof: Farben, Werkzeug, Leitern und Abdeckmaterial werden auf den Transporter geladen. Auf der Baustelle wird zuerst geschützt - Böden mit Folie und Vlies abdecken, Fenster und Steckdosen abkleben, Möbel abrücken oder verhüllen. Danach folgt die Vorbereitung der Flächen: alte Tapeten ablösen, Farbe abkratzen, Löcher und Risse verspachteln, Wände schleifen und grundieren. Viele Malerhelfer streichen auch selbst, vor allem große, einfache Flächen wie Decken, Treppenhäuser oder Rohbauwände mit Rolle und Airless-Gerät.
Dazu kommt alles, was den Fortgang der Arbeit sichert: Farbe anmischen und nach Vorgabe abtönen, Material nachholen, Kleingerüste und Rollgerüste aufbauen, Werkzeug reinigen, Abfall und Farbreste ordnungsgemäß entsorgen. Am Ende eines Auftrags wird die Baustelle besenrein hinterlassen. Wer sich bewährt, bekommt schrittweise anspruchsvollere Aufgaben, etwa Tapezieren, das Ziehen von Kanten oder Arbeiten an Fassaden und in der Wärmedämmung.
Wie wird man Malerhelfer?
Ein formaler Abschluss ist nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Menschen ohne Berufsausbildung ein und lernen sie auf der Baustelle an. Nützlich sind ein Hauptschulabschluss, handwerkliches Geschick und ausreichende Deutschkenntnisse, um Anweisungen und Sicherheitshinweise zu verstehen. Ein Führerschein der Klasse B ist in der Praxis fast immer ein Vorteil, weil Fahrten zu wechselnden Baustellen dazugehören. Für Arbeiten auf Gerüsten und Leitern ist eine Sicherheitseinweisung Pflicht, bei Höhenarbeiten kann eine arbeitsmedizinische Untersuchung verlangt werden.
Wer länger im Beruf bleibt, kann die Ausbildung zum Maler und Lackierer nachholen - im Betrieb verkürzt, über eine Umschulung der Arbeitsagentur oder über eine Externenprüfung bei der Handwerkskammer, wenn genügend Berufsjahre nachgewiesen werden. Das ist der übliche Weg aus der Helfertätigkeit heraus, denn ohne Gesellenbrief bleiben Aufstieg und Verdienst begrenzt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Gearbeitet wird über Kopf, auf Knien, auf Leitern und Gerüsten, oft acht Stunden in ungünstiger Haltung. Farbeimer und Gipssäcke wiegen zwanzig Kilo und mehr. Staub beim Schleifen, Lösemittelgerüche und der Umgang mit Grundierungen belasten Atemwege und Haut; Allergien und Rückenprobleme sind häufige Gründe für einen Wechsel. Im Neubau wird auch bei Kälte und Nässe gearbeitet, bei Fassadenaufträgen im Sommer in der Sonne.
Die Arbeitszeiten liegen meist zwischen sechs oder sieben Uhr morgens und dem späten Nachmittag, in Auftragsspitzen mit Überstunden und gelegentlich samstags. Fahrzeiten zu weiter entfernten Baustellen kommen hinzu, in größeren Betrieben auch Montage mit Übernachtung. Termindruck am Bauende gehört dazu: Wenn der Einzug feststeht, muss gestrichen sein. Wer Ordnung, Sorgfalt und Zuverlässigkeit mitbringt, ist im Betrieb schnell geschätzt, weil schlecht abgedeckte Böden teure Nacharbeit bedeuten.
Aussichten
Helfer im Malerhandwerk werden laufend gesucht, weil viele Betriebe keine Fachkräfte finden und weil Sanierung, Renovierung und Wärmedämmung dauerhaft Arbeit bringen. Die Stellen sind allerdings konjunktur- und wetterabhängig; in der Winterpause und bei schwacher Baulage gibt es Kurzarbeit oder befristete Verträge. Der Verdienst liegt am unteren Ende des Handwerks und steigt ohne Gesellenbrief kaum. Wer weiterkommen will, holt die Ausbildung nach, spezialisiert sich auf Bodenbeschichtung, Trockenbau oder Wärmedämmverbundsysteme oder übernimmt später als Vorarbeiter die Führung kleiner Kolonnen.